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Vorschau: Rafael Marquez vs Kenichi Yamaguchi

Beide Boxer des Hauptkampfes in Tijuana am Samstagabend erlitten zuletzt eine Niederlage in einem Titelkampf. Nun wollen sich sowohl die lebende Legende Rafael Marquez als auch der eher unbekannte Kenichi Yamaguchi erfolgreich zurück melden und treffen am Wochenende im Federgewichtszehnrunder aufeinander.

Rafael Marquezs Karriere lässt sich im Grunde in drei Teile aufteilen. Der erste Teil fand vor den vier Kämpfen mit Israel Vazquez statt, in dem Marquez eine Terrorregentschaft über den IBF-Gürtel im Bantamgewicht aufzog und sieben Titelverteidigungen schaffte. Den zweiten Teil stellen dann die vier epischen Kämpfe mit Vazquez dar, in denen Marquez im ersten und im eigentlich unbedeutenden vierten als Sieger hervor kam. Seitdem läuft der dritte Teil seiner Karriere, der bislang der unerfolgreichste ist, was auch sicherlich nicht verwunderlich ist, nach den Schlachten, die er mit Vazquez hatte, die ihn als Boxer sicherlich um einiges haben altern lassen. In Folge des letzten Duells mit seinem Erzrivalen stieg Rafael Marquez ins Federgewicht auf, wo er den zu der Zeit ungeschlagenen Weltmeister Juan Manuel Lopez herausforderte. Marquez war dem jungen Superstar unterlegen und gab schließlich nach acht Runden aufgrund einer Verletzung auf. Es folgte ein Aufbausieg gegen Eduardo Becerril und eine Rückkehr ins Superbantamgewicht, wo er dieses Mal WBC-Weltmeister Toshiaki Nishioka herausforderte. Doch erneut reichte es nicht und, obwohl Marquez sich durchaus nicht schlecht präsentierte, gewann der Japaner am Schluss nach Punkten.

Kenichi Yamaguchi hingegen kann bei Weitem nicht auf die glorreiche Karriere des Mexikaners zurück blicken. Nachdem er sich die meiste Zeit seiner Karriere auf japanischem Niveau herum schlug, wo er allerdings nur eine Niederlage zu Beginn seiner Profilaufbahn hinnehmen musste, boxte er erst letztes Jahr erstmals um einen WM-Titel. Im Juli 2011 unterlag er jedoch WBO-Champ Orlando Salido durch technischen KO in der elften Runde.

In diesem Kampf begann der Japaner gut und bereitete Salido anfangs durchaus Probleme. Die ungewohnten Winkel, aus denen Yamaguchi attackierte, und sein unorthodoxer Stil, der ihn oft blitzschnell nach vorne oder rückwärts springen ließ, machten dem verteidigenden Weltmeister das Leben schwer ehe er durch einen Niederschlag auf die Siegerstraße geriet. Und auch Rafael Marquez wird erst mal mit diesem gewöhnungsbedürftigen Stil zurecht kommen müssen. Marquez ist jedoch technisch besser als Salido und zudem ein besserer Distanzboxer. Er besitzt nach wie vor hervorragendes Timing und enorme Schlagkraft, so dass er möglicherweise schon früh Yamaguchi bei einen seiner Sprünge timen und erwischen könnte. Verloren hat Marquez in den letzten Jahren vor allem ein wenig an Schnelligkeit und mit dem Gewichtsklassenaufstieg einhergehend an physischer Überlegenheit gegenüber seinen Gegnern. So dürfte Yamaguchi in diesen Bereichen durchaus mit dem Mexikaner mithalten können.

Rafael Marquez, der natürlich die Zuschauerattraktion bei diesem Kampf ist, bleibt jedoch dennoch Favorit. Allein schon seine Schlagkraft macht ihn gegen den Japaner, der in beiden seinen Niederlagen gestoppt wurde, dazu. Es mag durchaus sein, dass mit 37 Jahren für ihn die Zeit gekommen ist langsam aus dem Scheinwerferlicht dahin zu schwinden, aber auf dieser Bühne dürfte es am Samstag für ihn noch genügen. Ich denke, dass er nach möglichen anfänglichen Schwierigkeiten den Kampf beherrschen wird und Kenichi Yamaguchi schließlich so um die siebte Runde herum KO schlagen wird.

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