Top News

Vorschau: Prizefighter: The Light Welterweights III

Die einunddreißigste Ausgabe des Prizefighterturniers findet am Samstagabend in London statt. Zum dritten Mal steigen acht Halbweltergewichtler für drei mal drei Minuten in den Ring um in Viertelfinale, Halbfinale und Finale einen Sieger unter sich auszumachen. Während dieses Mal wirklich bekannte Namen Mangelware sind und die Qualität nicht ganz so hoch scheint, verspricht das Turnier dennoch nicht nur aufgrund seines actionhaltigen Formats Unterhaltung zu bieten. Das Feld wirkt dieses Mal sehr offen und ausgeglichen, da die meisten Boxer einen ähnlichen Leistungsstand vorzuweisen haben, was spannende Kämpfe garantieren sollte.

Dass das oftmals etwas belächelte Turnier durchaus ein Sprungbrett für größere Aufgaben sein kann, haben unter anderem die ersten beiden Halbweltergewichtsauflagen des Prizefighters bewiesen. Gavin Rees holte sich nach Gewinn der ersten Ausgabe sowohl den britischen als auch den europäischen Titel im Leichtgewicht und schaffte es sogar bis zu einem WM-Kampf gegen Adrien Broner. Das zweite Turnier gewann Adil Anwar, der seitdem unbesiegt ist, und am Samstag um den britischen Titel boxt. In deren Fußspuren möchten folgende Boxer dieses Wochenende folgen:

Danny Connor 8(0)-5(0)-1
Von den Buchmachern wird der 27-jährige Danny Connor als zweitgrößter Favorit nach Chris Jenkins geführt. Zwar hat Connor die meisten Niederlagen aller Teilnehmer, doch davon vier in seinen ersten fünf Profikämpfen, in denen er sieglos blieb. Zuletzt bewies er jedoch sein Können mit zwei aufeinander folgenden Siegen gegen Chris Evangelou. Connor ist ein solider Distanzboxer mit ordentlicher Technik und ohne Schlagkraft, der dazu tendiert etwas zu langsam zu starten, was ihm bei Dreirundern zum Verhängnis werden könnte.

Charlie Rice 6(1)-0
Charlie Rice ist ungeschlagen in sechs Kämpfen, allerdings nur gegen Leute mit negativem Kampfrekord. Mit nur 21 Jahren ist er der jüngste Boxer im Turnier. Er ist ein aggressiver Infighter, der viel Druck ausübt und sich mit hoher Doppeldeckung sehr klein macht, obwohl er mit 1,78 Metern der größte Boxer beim Prizefighter ist. Rice ist nicht ganz leicht klar zu treffen, aber dafür hat er offensiv meist zu wenige deutliche Aktionen und wirkt allgemein oft etwas unsauber, wenn auch voller Kampfgeist.

Ryan Taylor 7(3)-1(0)-1
Der 25-Jährige unterlag zuletzt etwas überraschend Prizefighter-Mitstreiter Liam Shinkwin nach Punkten. Taylor ist ein ordentlicher Techniker mit gutem Auge und wirkt sehr entspannt im Ring, wo er kaum unnötige Bewegungen macht. Er dürfte zudem neben Chris Jenkins der größte Puncher im Turnier sein, allen voran mit seiner starken rechten Geraden.

Matty Tew 12(3)-1(1)
Matty Tew gilt als großer Außenseiter in das Turnier, obwohl er mit 13 Profikämpfen einer der erfahrensten Teilnehmer ist. Zuletzt wurde er von Santiago Bustos (Kampfrekord 3-2-1) in drei Runden KO geschlagen. Der 30-Jährige aus Southampton ist weniger aggressiv als die meisten seiner Kontrahenten am Samstag und boxt viel aus dem Rückwärtsgang heraus. Er besitzt einen soliden Jab und schlägt ordentlich in Kombinationen, gönnt sich aber zu viele Schaffenspausen für ein Turnier dieser Art.

Liam Shinkwin 6(0)-0-1
Liam Shinkwin ist ungeschlagener Southern-Area-Champ im Leichtgewicht, und hat zuletzt einen guten Sieg über Ryan Taylor eingefahren. Der 27-Jährige hatte jedoch bereits Probleme gegen Journemyan Sid Razak (Kampfrekord 7-70), der ihn in der ersten Runde am Boden hatte. Er ist dank einer ordentlichen Amateurkarriere technisch gut geschult und hat recht schnelle Hände, doch besitzt kaum Punch und ist alles andere als schwer zu treffen.

Eren Arif 3(0)-0
Der 27-jährige Arif ist der mit Abstand unerfahrenste Boxer im Aufgebot. Er hat gerade einmal drei Profikämpfe in seinem Kampfrekord, die er alle in vier Runden nach Punkten gewann. Er ist ein kleiner kompakter Slugger, der sich viel im Oberkörper bewegt und überfallartig attackiert. Defensiv offenbart er noch einige Deckungslücken. Die Buchmacher sehen Arif zusammen mit Matty Tew als absoluten Außenseiter.

Tony Owen 14(2)-1(1)
Mit fünfzehn Profikämpfen ist der 26-jährige Rechtsausleger der erfahrenste Boxer des Turniers. Owen ist ein aggressiver Boxer, der über eine hohe Workrate kommt. Er hat relativ schnelle Hände, kaum Punch, und wirkt oft noch zu wild, wenn er seine eigentlich ordentliche Technik vergisst.

Chris Jenkins 7(4)-0
Der 24-jährige Waliser sprang für Chris Evangelou ein, der ursprünglich hätte teilnehmen sollen. Jenkins ist in sieben Profikämpfen unbesiegt und kann auf eine gute Amateurkarriere zurückblicken, in der er es sogar zu den Weltmeisterschaften schaffte. Die Buchmacher sehen Jenkins als knappen Topfavoriten für den Titel an, und wenn man ihn boxen sieht wird deutlich warum. Er hat sehr schnelle Hände, ist gut auf den Füßen, technisch stark und hat ordentliche Reflexe. Zudem schlägt er sehr spektakulär in Kombinationen, auch wenn er dabei noch hin und wieder etwas übermotiviert und wild wirkt.

Im ersten Kampf trifft Danny Connor auf Charlie Rice. Connor muss als Favorit gelten, doch er darf es sich nicht erlauben wie gewohnt langsam zu beginnen. Wenn Connor die Distanz halten kann, sollte er jedoch Rice ausboxen können, der diese unbedingt überbrücken muss um Erfolg zu haben. Rice hat jedoch eine gute Außenseiterchance. Daraufhin tritt Ryan Taylor gegen Matty Tew an. Taylor ist meiner Meinung nach der klar bessere Mann und sollte hier vielleicht sogar einen Klassenunterschied offen legen, zumal das Turnierformat Matty Tew nicht unbedingt liegen sollte. Im dritten Kampf duellieren sich Liam Shinkwin und Eren Arif in einer relativ ausgeglichenen Ansetzung. Shinkwins Erfahrung und seine hohe Workrate geben jedoch meiner Meinung nach den Ausschlag, so dass er sich durchsetzen sollte. Zum Schluss der Vorrunde gibt es das vielleicht qualitativ beste Duell zwischen Tony Owen und Chris Jenkins. Owen kommt die kurze Rundenanzahl sicherlich entgegen, da er enorm viel arbeitet und so allein durch ein hohes Tempo Punkte sammeln kann. Mit Jenkins trifft er aber meiner Meinung nach auf den boxerisch besten Mann des Turniers. Ich gehe sogar so weit, dass ich den Waliser für einen kleinen Rohdiamanten halte, der bei dem Turnier für Aufsehen sorgen könnte. Klasse setzt sich meistens über längere Zeit hinweg durch, so dass in einem Dreirunder auch mal der Wille ausschlaggebend sein kann, doch ich denke, dass Jenkins mit seinen schnellen Händen auch den unbequemen Owen auspunkten können sollte.

Ab der nächsten Runde wird es dann zur puren Spekulation, da eine Überraschung die Ansetzungen schnell verändern kann. Meiner Meinung nach haben Chris Jenkins und Danny Connor die größten Chancen das Turnier und die 32 Tausend Pfund am Ende zu gewinnen. Da das Feld ausgeglichen ist, ist es jederzeit möglich, dass sie ausscheiden, doch es würde mich nicht überraschen, wenn die beiden im Finale aufeinander treffen. Jenkins ist jedoch für mich der endgültige Tipp für den Gesamtsieg, da er meiner Meinung nach um einiges talentierter ist als der Rest des Feldes.

Voriger Artikel

Erol Ceylan: "Mikhalkin kann ein Großer werden!"

Nächster Artikel

Vorschau: David Price vs Tony Thompson II

1 Kommentar

  1. Arthur Abraham trägt 8oz!!!
    6. Juli 2013 at 10:41 —

    Eure P4p liste!!!

    Schwergewicht David Haye natürlich.
    Cruisergewicht Marco Huck.
    Halbschwergewicht Bernard Hopkins.
    Supermittelgewicht Andre Ward.
    Mittelgewicht Martínez oder GGG.
    Halbmittelgewicht Floyd Mayweather.
    Weltergewicht Manny Pacquiao.
    Juniorfliegengewicht Denies Lebedev oder Rakhim Chakhkiev.
    Minimumgewicht die klitschko Nu.tt.en.

Antwort schreiben