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Vorschau: Peter Quillin vs Fernando Guerrero

Peter Quillin verteidigt am Samstagabend im Vorprogramm des Kampfes zwischen Danny Garcia und Zab Judah zum ersten Mal seinen WBO-Mittelgewichtstitel. Der ungeschlagene 29-Jährige trifft dabei auf seinen drei Jahre jüngeren Landsmann Fernando Guerrero. Während Quillin zuletzt glänzte und die an ihn gestellten Erwartungen erfüllte, blieb Fernando Guerrero hinter den seinigen zurück und steht nach seiner ersten Niederlage jetzt bereits etwas unter Zugzwang.

Peter Quillin ist mittlerweile in 28 Profikämpfen unbesiegt, von denen er 20 vorzeitig gewinnen konnte. Nach einer üblichen Aufbauphase machte er vor allem in den letzten beiden Jahren dann mit besseren Siegen auf sich aufmerksam. Den schottischen Techniker Craig McEwan stoppte „Kid Chocolate“ in sechs Runden, Ex-Halbmittelgewichtsweltmeister Winky Wright schlug er souverän nach Punkten. Zuletzt sicherte sich Quillin dann den WBO-Titel mit einem Sieg über den ebenfalls hoch gehandelten und zuvor ungeschlagenen Franzose Hassan N’Dam N’Jikam. In einem unterhaltsamen Kampf erzielte Quillin gleich sechs Niederschläge und sicherte sich so einen klaren Punktsieg.

Sein Kontrahent am Samstag, Fernando Guerrero, wurde ebenfalls lange als viel versprechendes Talent angesehen, und mit 21 Siegen in ebenso vielen Kämpfen schien er lange Zeit auch auf dem richtigen Weg zu sein, zumal er mit Ishe Smith, der inzwischen IBF-Weltmeister ist, auch schon einen etwas glücklichen Sieg über einen starken Gegner in seinem Kampfrekord hatte. Im Juni 2011 lief dann jedoch alles schief für Guerrero, als er gegen den Veteran Grady Brewer in den Ring stieg. Brewer prügelte Guerrero in der vierten Runde durch den Ring und stoppte ihn schließlich überraschend. Seitdem hat Guerrero wieder vier Siege in Folge gefeiert, die jedoch alle gegen deutlich überforderte Gegner kamen.

Guerrero ist ein zuschauerfreundlicher Boxer, der konstant nach vorne marschiert, dabei aber manchmal etwas eindimensional wirkt und große Deckungslücken lässt. Trotzdem ist er ein unangenehmer Boxer, da er zäh ist und gleichzeitig ordentlich zulangen kann. Zudem hat er eine gute Kondition und eine hohe Workrate. Zwar ist der 26-Jährige nicht der beste Techniker, doch gegen Quillin sollte er boxerische Vorteile haben und in einem taktisch-technischen Duell Vorteile haben.

Denn Peter Quillin hat bei all seinen Stärken Probleme mit puren Boxern. Er tendiert dazu zu sehr auf seine Schlagkraft zu vertrauen und vernachlässigt dabei boxerische Grundlagen. Bisher ist all das jedoch noch immer gut gegangen, da er eine gute Mischung aus schnellen Händen, explosiver Schlagkraft und guten Instinkten mit in den Ring bringt. Kommt Quillin offensiv so richtig ins Rollen ist sein Ansturm nur schwer zu stoppen, und vor allem seine rechte Gerade ist jederzeit dazu in der Lage für ein vorzeitiges Ende zu sorgen.

Meiner Meinung nach ist der Kampf eine gute und interessante Ansetzung, auch wenn Quillin zu Recht als Favorit gilt. Guerrero hat die Möglichkeiten Quillin auszuboxen, wenn er sich nicht in eine Schlacht ziehen lässt. Er muss versuchen Quillin abzukontern und die Momente voll auszunutzen, wenn Quillin sich Pausen gönnt. Guerrero ist vermutlich der stärkste Puncher, gegen den Quillin bisher angetreten ist, und wenn sich „Kid Chocolate“ wie gegen N’Dam N’Jikam häufig an die Seile zurück fallen und dort bearbeiten lässt, könnte er das schnell bereuen. Nichtsdestotrotz halte ich es für fraglich, ob Guerrero 12 Runden lang der Power von Quillin entgehen kann. Zumeist bewies Guerrero zwar ein gutes Kinn, doch seine KO-Niederlage gegen Grady Brewer ist besorgniserregend. Ich denke, dass er Quillin den Kampf über weite Strecken sehr schwer machen können wird, am Ende aber mit dessen Schlagkraft überfordert sein wird. Daher ist mein Tipp ein später KO-Sieg für Peter Quillin oder zumindest ein Punktsieg mit mindestens einem Niederschlag.

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