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Vorschau: Pedro Guevara vs Mario Rodriguez II

Am Samstagabend findet in Mexiko ein hoch interessanter Rückkampf statt, der unter dem Radar vieler Boxfans herfliegt. Pedro Guevara, der gerade erst Ex-Weltmeister Raul Garcia bezwang und laut Ring-Magazin der neuntbeste Halbfliegengewichtler der Welt ist, trifft auf Nkosinathi Joyi-Bezwinger Mario Rodriguez, den die ‚Bibel des Boxens’ als achtbesten Minimumgewichtler der Welt führt. Vor etwas mehr als zwei Jahren standen sich die beiden Mexikaner bereits einmal im Ring gegenüber und trennten sich am Ende eines sehr unterhaltsamen Duells unentschieden.

Als die beiden im Mai 2011 um den Silbertitel der WBC im Halbfliegengewicht boxten, taten sie dies unter ganz verschiedenen Vorzeichen. Der inzwischen 24-jährige Titelverteidiger Pedro Guevara war in allen seinen vierzehn Profikämpfen bis dahin siegreich geblieben und hatte zehn von ihnen vorzeitig gewonnen. Mario Rodriguez hingegen wies einen auf den ersten Blick schwachen Kampfrekord von 10-6-3 vor und hatte nur einen seiner letzten vier Kämpfe gewonnen. Er hatte allerdings auch schon früh starke Gegner wie Ivan Meneses oder WBO-Weltmeister Donnie Nietes vor den Fäusten gehabt.

Im Kampf selber erwischte der Favorit Pedro Guevara auch den besseren Start und arbeitete sich im Rückwärtsgang einen frühen Punktevorsprung heraus. Ab der fünften Runde gelang es dem Herausforderer aber zunehmend besser die Distanz zu verkürzen, und in der Halbdistanz und im Infight hatte nun Rodriguez klare Vorteile. Guevara sicherte sich in den mittleren Runden noch ein paar Punkte, während Rodriguez einen Punkt für einen Kopfstoß abgezogen bekam, doch als der Kampf daraufhin zu einem offenen Schlagabtausch wurde, bestimmte Rodriguez erneut das Geschehen. Am Ende war es extrem eng nach Punkten und das Urteil fiel im Endeffekt mit einem Unentschieden nicht ungerecht aus.

Seitdem genossen beide Boxer zwei erfolgreiche Jahre mit jeweils fünf Siegen bei einer Niederlage. Guevara verlor im IBF-Titelkampf gegen Johnriel Casimero, schlug aber zuletzt Ex-Champ Raul Garcia, während Mario Rodriguez nach dem größten Sieg seiner bisherigen Karriere, einem KO über den ungeschlagenen und hoch gehandelten Weltmeister Nkosinathi Joyi den IBF-Titel nach Punkten an Katsunari Takayama verlor. Auch waren Rodriguez vorher imposante Siege gegen Manuel Jimenez und Ex-Weltmeister Gilberto Keb Baas gelungen, während Guevara Jorle Estrada und ebenfalls Manuel Jimenez bezwungen hatte.

Die Rollen für ihr zweites Aufeinandertreffen dürften ähnlich verteilt sein wie noch vor zwei Jahren. Mario Rodriguez ist der physisch stärkere und größere Boxer, der die Halbdistanz bevorzugt und nach vorne gehen wird. Pedro Guevara dürfte erneut die Distanz suchen und im Rückwärtsgang hinter dem Jab den klassischeren Boxer mimen. Schnelligkeitsvorteile und überlegene Technik sollten leicht bei Guevara liegen, doch dieser konnte diese im ersten Kampf nicht über die kompletten zwölf Runden umsetzen. Damals war es allerdings auch sein erster Kampf, der über die vollen zwölf Runden ging, nachdem er zuvor nie mehr als acht Runden im Ring gestanden hatte. Nun geht er mit der Erfahrung in den Kampf, dass seine letzten drei Kämpfe alle über zwölf Runden gingen.

Seit dem ersten Kampf haben beide Boxer sich noch mal recht deutlich gesteigert und gute Ergebnisse gefahren. Mario Rodriguez scheint vor allem körperlich noch einmal zugelegt zu haben, auch wenn er seine letzten Kämpfe alle im Minimumgewicht hatte. Wenn er es erneut schaffen kann den Kampf in eine Schlacht zu verwandeln, sollte er die Asse im Ärmel halten, doch wenn Guevara den Kampf länger als beim ersten Mal lang und technisch halten kann, muss er als der Favorit gelten, für den ihn auch die Buchmacher halten. Ich persönlich tendiere eher zur zweiten Möglichkeit. Zwar glaube ich, dass es erneut eine ganz enge Angelegenheit werden wird, doch sollte Guevaras zusätzliche Erfahrung helfen seine boxerischen Vorteile auszuspielen. Er dürfte es Rodriguez dieses Mal nicht ganz so leicht machen ihn an den Seilen zu stellen und somit die erste Hälfte des Kampfes bestimmen können. Selbst wenn Mario Rodriguez dann später wie erwartet aufkommt, müsste sich Guevara noch die eine oder andere Runde sichern können damit es zum Punktsieg für ihn reicht.

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