Top News

Vorschau: Paul McCloskey vs DeMarcus Corley

Im nordirischen Belfast trifft am Samstagabend der Heimboxer Paul McCloskey auf einen bekannten Mann, der ihn nach seiner bislang einzigen Niederlage gegen Amir Khan zurück an die Weltspitze helfen soll. In einem Zwölfrunder trifft der 32-Jährige auf den US-amerikanischen Veteran DeMarcus Corley, dessen beste Zeiten jedoch bereits weit hinter ihm sind.

McCloskey forderte vor etwa einem Jahr als ungeschlagenes Talent und amtierender Europameister im Halbweltergewicht WBA-Weltmeister Amir Khan heraus. McCloskey hatte in den ersten Runden nur wenige gute Aktionen und stand, als nach sechs Runden der Kampf aufgrund eines bösen Cuts abgebrochen wurde, als Verlierer durch technischen Punktentscheid fest. Fünf Monate später kehrte der Nordire in den Ring zurück und wagte sich an Khan-Bezwinger Breidis Prescott. Obwohl McCloskey in der ersten Runde zu Boden musste, fand er zurück in den Kampf und drehte ihn in der zweiten Kampfeshälfte. Im Endeffekt gewann er hauchdünn nach Punkten.

DeMarcus Corley steht inzwischen schon in seinem sechzehnten Jahr als Profi im Ring. Der ehemalige Halbweltergewichtsweltmeister ist seit einigen Jahren nur noch eine Art Edelprüfstein für Talente und Leute aus der zweiten Reihe und steht inzwischen bereits bei 19 Niederlagen. Nichtsdestotrotz bleibt er insgesamt ein gefährlicher Gegner und lieferte beispielsweise 2010 Marcos Rene Maidana einen extrem harten Kampf. Des Weiteren bringt er enorm viel Erfahrung mit, da er bereits mit Zab Judah, Floyd Mayweather Jr., Miguel Cotto, Junior Witter und Devon Alexander im Ring stand. Nachdem er zwischen August 2010 und Dezember 2011 sechs Niederlagen in Folge kassierte, brachte er sich zuletzt wieder selbst ins Rampenlicht. Anfang des Jahres traf er auf den ungeschlagenen Puerto Ricaner Gabriel Bracero, schlug ihn drei Mal zu Boden, während er selber einmal runter musste, und gewann am Ende nach Punkten.

Corley gilt als deutlich über seinen Zenit, ist aber immer noch ein extrem zäher Hund, der zudem so einige Tricks auf Lager hat und enorm viel Ringintelligenz besitzt. Seine einstige Schnelligkeit hat er längst verloren und seine Beweglichkeit sowieso, so dass er inzwischen mehr und mehr den offenen Schlagabtausch sucht und vor allem Probleme mit Gegnern hat die ihn auf Distanz halten. Und McCloskey ist grundsätzlich eher ein Distanzboxer, der vor allem von einem guten Jab lebt und recht schnelle Hände besitzt. Seine Deckung besteht hauptsächlich darin den gegnerischen Schlägen dank seiner guten Reflexe auszuweichen, was gegen den langsam gewordenen Corley über lange Zeit gut gehen dürfte, aber auch Risiken birgt im Laufe des Kampfes den einen oder anderen Volltreffer zu kassieren, da Corleys Timing nach wie vor gut ist.

McCloskey muss trotzdem als klarer Favorit gelten. Es bleibt zu bedenken, dass Corley, obwohl er in seinem letzten Kampf die Sensation schaffte, grundsätzlich seit langer Zeit nicht mehr auf seinem alten Niveau agierte und seit Jahren mehr Kämpfe verloren als gewonnen hat. McCloskey ist zudem eher stilistisches Gift für den US-Amerikaner und besitzt mit seiner Schnelligkeit und seinem Distanzboxen Attribute, die dem schlachtgezeichneten Corley nicht so sehr schmecken dürften. Paul McCloskey hat zwar in den letzten Jahren deutlich an Schlagkraft dazu gewonnen, doch ich denke nicht, dass er hart genug schlägt um Corley zu stoppen, weshalb ich von einem deutlichen Punktsieg für den Nordiren ausgehe.

Voriger Artikel

N’Dam N’Jikam gewinnt WBO Interimsgürtel dank starkem Sieg gegen Bursak

Nächster Artikel

Vorschau: Robert Stieglitz vs Nader Hamdan

Keine Kommentare

Antwort schreiben