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Vorschau: Ovill McKenzie vs Tony Dodson

Am Freitagabend steht in Manchster ein fesselnder Kampf um den Commonwealth-Titel im Halbschwergewicht an. Mit Ovill McKenzie und Tony Dodson treffen zwei sehr unterschiedliche Boxer aufeinander, für die es beide als eine Art letzte Chance angesehen werden könnte relevant zu bleiben.

Ovill McKenzie geht als Titelverteidiger in den Kampf. Der 32-jährige Brite mit jamaikanischen Wurzeln gewann den Commonwealth-Gürtel letzten November zum zweiten Mal in seiner Karriere. 2006 war ihm das bereits mit einem Sieg über Peter Haymer gelungen, doch gleich in seiner ersten Titelverteidigung erlebte er seine schwärzeste Nacht im Profiring. Dean Francis brauchte nur 107 Sekunden um McKenzie zu stoppen und ihm seinen Titel abzunehmen. Nach zwei Niederlagen in den nächsten drei Kämpfen folgten vier ordentliche Siege, die ihm einen weiteren Titelkampf gegen den ungeschlagenen Tony Bellew einbrachte, welcher zu dieser Zeit die Ranglisten hoch kletterte. McKenzie schlug Bellew sowohl in der ersten als auch in der zweiten Runde zu Boden, wurde aber schließlich in der achten Runde von Bellew gestoppt. Nach dem actionreichen ersten Duell kam es zum direkten Rückkampf, welches enttäuschte, und in dem Bellew einen langweiligen Kampf einseitig nach Punkten gewann. McKenzie kehrte jedoch direkt mit einem weiteren Kampf um den vakanten Titel zurück und fegte Jeff Evans in gerade einmal 15 Sekunden aus dem Ring. Eine brutale Rechte von McKenzie beendete den Abend früh und eröffnete somit den Kampf mit Tony Dodson.

Dodson hat die meiste Zeit seiner Profikarriere im Supermittelgewicht verbracht und stieg erst letztes Jahr in die Klasse bis 175 Pfund auf. Nachdem er drei Mal in Folge in Kämpfen um den britischen Titel an Carl Froch, Tony Quigley und Paul Smith gescheitert war, genoss er zuletzt in der höheren Gewichtsklasse mehr Erfolg und fuhr vier Siege in Folge ein, ohne dabei jedoch auf wirklich namhafte Gegner zu treffen. Der beste dieser Siege kam wohl letzten Oktober, als er Darren Stubbs ausboxte und schließlich stoppte.

Das Fesselnde an dem Kampf ist der Stilunterschied. Tony Dodson ist ein ordentlicher Boxer mit Erfahrung und ohne herausragende Qualitäten. Er hat solide Schlagkraft, ist technisch zwar nicht besonders gut, aber auch nicht völlig unbeholfen, und besitzt ein ordentliches Kinn. Zwar musste er schon vier KO-Niederlagen hinnehmen, doch keine davon deutet ein wirklich schlechtes Kinn an. 2002 stoppte der Ringrichter gegen Albert Rybacki den Kampf, als Dodson noch aufrecht stand, ein Jahr später verlor der Brite durch TKO gegen Pierre Moreno aufgrund von einer Cutverletzung. Carl Froch schlug Dodson 2006 klar KO, doch der Talentunterschied war in diesem Kampf einfach zu groß, und Dodson fehlt einfach die Klasse der „Cobra“. Seine vierte vorzeitige Niederlage kam gegen Tony Quigley, nachdem sich Dodson in der zwölften Runde in einer guten Position befand den Kampf nach Punkten zu gewinnen.

Doch sollte Dodson am Freitagabend verlieren, wird er es wohl per KO tun. Denn Ovill McKenzie ist, auch wenn ein kurzer Blick auf seinen Kampfrekord das nicht unbedingt verrät, ein riesiger Puncher für das Halbschwergewicht. Er ist boxerisch sicherlich ziemlich beschränkt und besitzt einen Ruf eine miserable Kondition zu haben, doch gerade in den Anfangsrunden ist er enorm gefährlich, da jeder Schlag genug Power besitzt um das frühe Ende für den Gegner zu bedeuten. Das bestätigt auch seine Bilanz, dass er alle seine acht KOs in den ersten drei Runden gefeiert hat. Auch Bellew hatte er in den ersten beiden Runden am Boden, nur um danach kaum mehr gefährlich zu werden und im ersten Kampf schließlich selber gestoppt zu werden.

Der Ausgang des Kampfes hängt daher wohl enorm von den ersten zwei bis drei Runden ab. In dieser Anfangsphase muss Tony Dodson extrem aufpassen von keinen großen Schwingern erwischt zu werden. McKenzie wird wohl, wenn er gewinnen wird, nur durch KO in den Anfangsrunden gewinnen, während Dodson durch seine boxerische Überlegenheit die Oberhand haben sollte, wenn er diese übersteht. Die Buchmacher sehen McKenzie als ziemlich klaren Favoriten, doch ich sehe den Kampf als absolut ausgeglichen und offen. McKenzie hat definitiv die Power um Dodson früh zu stoppen, jedoch ist er mit seinen eher ungeraden rechten Geraden, in denen all die Kraft steckt, auch nicht so schwer auszurechnen, und Dodson boxt durchaus intelligent. Und ich glaube nicht, dass Dodson den Kampf verlieren wird, wenn er es über die dritte von zwölf angesetzten Runden hinaus schafft. In dem Fall hätte er sogar die Möglichkeit McKenzie spät im Kampf zu stoppen, wenn dessen Kondition immer mehr nachlässt.

Im Endeffekt fällt es mir schwer mich zu entscheiden, ob ich auf McKenzie früh im Kampf oder Dodson spät im Kampf tippen sollte, doch entscheide mich für die Überraschung und einen Punktsieg für Dodson nach einigen Anfangsschwierigkeiten.

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