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Vorschau: Nonito Donaire vs Jeffrey Mathebula

Der größte Kampf des Wochenendes findet am Samstagabend in Carson in Kalifornien statt. Mit Nonito Donaire und Jeffrey Mathebula treffen zwei Superbantamgewichtsweltmeister aufeinander, die den WBO und den IBF-Gürtel vereinigen wollen. Pound-For-Pound-Boxer Donaire geht als großer Favorit in den Kampf, trifft jedoch ausnahmsweise mal auf einen deutlich größeren Boxer, was für Interesse sorgt.

Während die absolute Elite des Sports mit Leuten wie Floyd Mayweather Jr., Manny Pacquiao, Bernard Hopkins, Juan Manuel Marquez oder auch Sergio Martinez aufgrund ihres Alters langsam dem Karriereende zugeht, wird die Frage nach dem nächsten Star laut. Mit Saul Alvarez oder Julio Cesar Chavez Jr. stehen zwar schon Publikumsmagneten in den Startlöchern, doch die Frage nach deren tatsächlichen boxerischen Können ist noch ein wenig offen, allen voran bei Chavez. Nonito Donaire ist wohl der heißeste Kandidat vorläufig das Erbe der Pacquiaos und Mayweathers anzunehmen. Seit seinem Überraschungssieg gegen Vic Darchinyan vor ganz genau fünf Jahren erlebte der Philippine einen kometenhaften Anstieg und einen Aufstieg sowohl durch die Pound-For-Pound-Rankings als auch durch die Gewichtsklassen. Zuletzt versuchte er sich im Superbantamgewicht, wo er in seinem ersten Kampf den vakanten WBO-Titel gegen Wilfredo Vazquez Jr. gewann.

Jeffrey Mathebula hingegen hat eine eher unbeachtete Karriere bisher geführt. In der harten südafrikanischen Szene boxte er sich von seinem Profidebüt 2001 an bis zu seinem ersten Titelkampf. Dieser kam 2009 gegen den damaligen Topboxer Celestino Caballero. Caballero gewann in seiner Heimat Panama knapp nach Punkten, obwohl viele Zuschauer den Außenseiter Mathebula vorne gesehen hatten, nachdem Caballero nach vier Runden stark nachgelassen hatte. Mathebula kämpfte sich in den folgenden Kämpfen jedoch zurück, auch wenn eine Split Decision-Niederlage gegen seinen Landsmann Takalani Ndlovu einen weiteren Dämpfer bedeutete. Doch im März dieses Jahres bekam er seinen Rückkampf mit Ndlovu, der inzwischen IBF-Weltmeister geworden war, und gewann dieses Mal per Split Decision.

Mathebula, für den dieser Kampf die größte Chance seiner Karriere ist, ist normalerweise ein höchst unbequemer Boxer. Mit 1,80 Metern ist er extrem groß für seine Gewichtsklasse, und beim Einwiegen war der Größenvorteil gegenüber Donaire schon deutlich erkennbar. Zwar besitzt er einen guten Jab, doch er benutzt diesen zu wenig um seine körperlichen Vorteile auszunutzen. Stattdessen lässt er sich regelmäßig in zuschauerfreundliche Schlachten in der Halbdistanz verwickeln, die seinen Gegnern unnötig viele Chancen geben. Er besitzt ein gutes Kinn und eine sehr hohe Workrate, aber auch nicht besonders schnelle Hände und relativ wenig Schlagkraft.

Nonito Donaire hingegen lebt natürlich hauptsächlich von seinen enorm flinken Fäusten und seiner Power in beiden Händen. Offensiv ist Donaire ein absolutes Spektakel, wenn er einen Gegner vor sich hat, der sich auf einen Kampf einlässt, wie es gegen Fernando Montiel oder Wladimir Sidorenko beispielsweise der Fall war. Versucht sein Gegner jedoch hauptsächlich eben dieses Offensivfeuerwerk zu unterbinden, wie es Omar Narvaez tat, fällt es Donaire schwer zu glänzen, da er nicht immer die nötige Präzision in seinen Schlägen hat und zudem, was seine größte Schwäche ist, eine ziemlich niedrige Workrate an den Tag legt.

Doch, obwohl Jeffrey Mathebula ein exzellenter Boxer ist, kommt er Donaire stilistisch absolut entgegen. Die Tendenz des Südafrikaners seine Größe aufzugeben und mit stets fliegenden Fäusten in den Gegner zu gehen wird Donaire etliche Kontermöglichkeiten ergeben, die dieser zu nutzen wissen wird. Der riesige Unterschied in Sachen Schnelligkeit und Schlagkraft wird dann den Unterschied zugunsten Donaires machen, der in so einer Art Kampf kein Problem haben sollte die Oberhand zu gewinnen und früher oder später Mathebula auch auszuknocken. Würde Mathebula zwölf Runden lang diszipliniert aus der Distanz mit seinem eigentlich starken Jab und einer hohen Deckung boxen, könnte er Donaire das Leben extrem schwer machen und ihn wohl sogar schlagen, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass er das durchziehen wird. Zur Freude des Publikums wird er den Zuschauern wohl spätestens nach ein paar Runden eine wahre Schlacht liefern, bei der er den Kürzeren ziehen dürfte gegen den deutlich talentierteren philippinischen Superstar.

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1 Kommentar

  1. Riza
    7. Juli 2012 at 21:17 —

    Donaire vernichtet alles und jeden

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