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Vorschau: Milan Melindo vs Juan Esquer

Schon seit langem gilt Milan Melindo nicht nur als eines der größten Fliegengewichtstalente, sondern auch als eines der größten philippinischen Boxtalente. Nach 25 Siegen in ebenso vielen Profikämpfen will der 23-Jährige mit einem Sieg gegen Juan Esquer endgültig den letzten Schritt Richtung Titelkampf nehmen. Sollte Melindo, der bei der WBO schon auf Platz Eins gelistet wird, den Mexikaner besiegen, könnte noch dieses Jahr ein philippinischer Topkampf mit WBO-Weltmeister Brian Viloria ins Haus stehen.

Das Ring-Magazine, dessen Ranglisten allgemein als die vielleicht zuverlässigsten gelten, führt Melindo bereits auf Platz Vier der Welt, obwohl Melindo seit Jahren immer eher kleine Schritte nach vorne macht. So steigerte er die Qualität seiner Gegner stetig von 2008, als er Carlos Melo schlug, über 2009, als der Veteran Muhammad Rachman gegen ihn den Kürzeren zog, bis 2010, als Melindo gegen Carlos Tamara, welcher im Kampf zuvor erst den IBF-Titel im Halbfliegengewicht verloren hatte, nach Punkten gewann. 2011 schließlich legte er seine letzte Reifeprüfung ab mit einem imposanten Abbruchsieg über Francisco Rosas. Rosas hatte die zweieinhalb Jahre zuvor drei Mal in WM-Kämpfen gestanden, und wurde, nachdem er deutlich über dem Limit eingewogen hatte, von Melindo in zehn einseitigen Runden gestoppt.

Juan Esquer auf der anderen Seite hatte sogar schon die besseren Gegner vor den Fäusten, fuhr dabei jedoch sehr gemischte Resultate ein. Manuel Vargas, Ivan Calderon, Carlos Tamara, Luis Concepcion oder Hernan Marquez sind nur ein paar der ehemaligen Weltmeister, mit denen der Mexikaner schon im Ring stand, doch gegen diese alle verlor er auch. Seinen besten Sieg feierte er 2007 über Ex-Minimum- und Halbfliegengewichtsweltmeister Kermin Guardia, doch ansonsten fehlen ihm vor allem in letzter Zeit solide Siege.

Esquer ist ein sehr guter Puncher, der immerhin 21 seiner 27 Siege durch feierte und eigentlich jeden seiner Gegner, wenn er klar durchkam, Respekt einflößen konnte. Außerdem legt er eine äußerst hohe Workrate an den Tag und besitzt einen kaum zu brechenden Willen, der ihn wenn nötig auch 12 Runden lang nach vorne peitscht. Dabei boxt er zwar nicht gerade lehrbuchhaft, doch versteht es trotzdem auch ihm technisch klar überlegene Gegner unter unangenehmen Druck zu setzen. Damit könnte auch Melindo seine Probleme haben, und Esquer wird sicherlich eine andere Aufgabe für ihn sein als seine letzten Gegner.

Ursprünglich machte Melindo sich als purer Boxer einen Namen, der kaum Schlagkraft besaß und mit schnellen Händen und guter Technik die Oberhand über seine Gegner behielt. Doch zuletzt scheint der 23-Jährige einiges an Schlagkraft dazu gewonnen zu haben, da seine Schläge deutlich knackiger und härter wirken und er vier seiner letzten fünf Gegner vorzeitig stoppen konnte, während es davor nur fünf von zwanzig waren. Zuletzt konnte nur der extrem zähe Carlos Tamara mit Melindo über die volle Distanz gehen. Melindo schlägt inzwischen harte Kombinationen und setzt generell seine Füße mehr um mehr Power zu generieren.

Gegen Esquer könnte er jedoch zu seinem alten beweglicheren Stil zurück wechseln, da er auf einen Gegner trifft, der garantiert davon profitieren würde, wenn es zu einem offenen Schlagabtausch käme. Melindos Taktik für Samstag dürfte es sein im Rückwärtsgang den eher kruden Esquer auszuboxen und dann möglicherweise gegen Ende, wenn der Mexikaner schon vom Kampf gezeichnet ist, doch noch seine neu erworbene Schlagkraft zur Schau zu stellen. Der Kampf ist auf 12 Runden angesetzt und ich denke die Chancen stehen ganz gut, dass wir diese auch komplett zu sehen bekommen. Esquer ist gefährlich genug um Melindo eine verhaltenere Kampfführung aufzuzwingen, doch auch mit dieser muss der Philippine als klarer Favorit gelten. Vom boxerischen her liegen Welten zwischen den beiden, und das kann auch das riesige Kämpferherz von Juan Esquer wohl kaum überwinden. Milan Melindo sieht nach einigen harten Jahren als Profi den Traum vom Titelkampf so nahe wie noch nie zuvor und wird sich den Kampf am Samstag wohl kaum zum Stolperstein machen lassen.

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