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Vorschau: Miguel Vazquez vs. Ricardo Dominguez

Miguel Vazquez brachte sich durch seinen klaren Punktsieg über KO-Künstler und Publikumsliebling Ji Hoon Kim vor drei Monaten auf die Leichtgewichtslandkarte. Den vakanten IBF-Titel gewann er dabei nebenbei auch, den er nun am Wochenende das erste Mal verteidigen will. Sein Gegner dabei ist sein mexikanischer Landsmann Ricardo Dominguez.

Obwohl es um einen Leichtgewichtstitel geht, wird dem Kampf international relativ wenig Beachtung geschenkt. Miguel Vazquez ist beim Ring Magazine zwar immerhin auf Rang Neun im Leichtgewicht gerankt, doch beim durchschnittlichen Fan noch weitestgehend unbekannt, während Dominguez höchstens durch seine Niederlage gegen Humberto Soto ein wenig Bekanntheit erlangte. Vor einem halben Jahr forderte er den WBC-Titelträger im Leichtgewicht in dessen erster Titelverteidigung und verlor deutlich nach Punkten. Seitdem besiegte er Journeyman Adailton De Jesus in zwei Runden und es ist etwas fraglich, was ihn genau für ihn einen weiteren Titelkampf qualifiziert.

Vielleicht ist es seine Zuschauerfreundlichkeit, denn an Dominguez wird es nicht liegen, wenn es kein unterhaltsamer Kampf werden sollte. Der 25-Jährige boxt aggressiv, etwas ungerundet und gerade raus. Bei ihm weiß man, was man zu erwarten hat, wenn er in den Ring steigt. Er geht nach vorne, kämpft mit viel Herz und versucht den Gegner niederzuringen. Stilistisch dürfte ihm Miguel Vazquez allerdings nicht liegen.

Dieser ist aggressive Boxer gewohnt, boxte er doch zuletzt gegen zwei krude Puncher, die etwas unbeholfen nach vorne gingen mit dem einzigen Ziel den KO-Schlag zu landen. Vor 16 Monaten bezwang er Breidis Prescott, bekannt durch seinen Erstrunden-KO-Sieg über den britischen Superstar Amir Khan, trotz enger Punktkarten relativ klar nach Punkten, zuletzt ließ er Ji Hoon Kim, der einen Lauf von 11 KO-Siegen in Folge hatte, 12 Runden lang alt aussehen.

Dominguez hat zwar eine etwas andere Herangehensweise als diese beiden, da er kein purer Puncher ist, sondern eher versucht den Gegner zu zermürben, doch seine Aggressivität und fehlende boxerische Finesse ist vergleichbar mit Prescott und Kim, und Vazquez sollte eine ähnliche Strategie wie in diesen beiden Kämpfen erfolgreich anwenden können. Der 23-Jährige ist beweglich, mit relativ schnellen Händen gesegnet und hat ordentliche Reflexe, die ihn schwer zu treffen machen. Zudem hat er lange Arme und ist ein guter Konterboxer. Gegen den langsameren und aggressiven Dominguez dürfte er einige Kontermöglichkeiten bekommen und ich gehe davon aus, dass seine Schnelligkeit und technische Überlegenheit den Ausschlag geben dürfte.

Beide Boxer haben in der Vergangenheit leichte Schwächen bezüglich ihrer Nehmerfähigkeiten offenbart. Vazquez ging gegen Prescott in der ersten Runde nach einem Jab zu Boden, war jedoch nicht angeschlagen, und der Niederschlag war größtenteils ein Resultat daraus, dass Vazquez keine Balance in der Situation hatte. Dominguez ging Anfang 2008 gegen Zahir Raheem in gerade mal 78 Sekunden KO, obwohl Raheem ein eher durchschnittlicher Puncher ist, zeigte dafür seine Toughness in einem harten Zehnrundenkampf gegen den hoch gehandelten Brandon Rios.

Wenn einem der beiden ein KO in diesem Kampf gelingen sollte, tendiere ich zu Dominguez, der einfach da drin seine Chancen suchen muss, während Vazquez von Anfang an boxen wird um sich Runden zu sichern. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass Dominguez der KO gelingen wird. Vazquez ist eine Klasse besser als er und hat sich mit seinen 23 Jahren in letzter Zeit von Kampf zu Kampf noch gesteigert. Ich erwarte, dass er Dominguez recht locker ausboxt und abkontert und einen klaren Punktsieg einfährt. Sollte ihm ein KO-Sieg gelingen, was ich nicht für ganz ausgeschlossen halte, wäre das schon ein kleines Ausrufezeichen.

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