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Vorschau: Mickey Bey vs John Molina

Im Shobox-Hauptkampf treffen am Freitagabend Mickey Bey und John Molina aufeinander. Die beiden Leichtgewichtler steigen mit unterschiedlichen Vorzeichen in den Ring. Während Mickey Bey weiterhin ungeschlagen bleiben möchte und auf einen Titelkampf hinarbeitet, braucht Molina nach zwei Niederlagen in den letzten drei Kämpfen einen Sieg um nicht in Bedeutungslosigkeit zu versinken zu drohen.

John Molina war einst einer der am heißesten gehandelten Newcomer rund ums Leichtgewicht. Nach 18 Siegen zum Auftakt seiner Profikarriere, 14 davon vorzeitig, entzauberte ihn Martin Honorio jedoch Ende 2009. Der Mexikaner ließ ihn sehr eindimensional aussehen und schlug ihn klar nach Punkten. Molina fand mit sechs Siegen auf die Gewinnerstraße zurück, einer davon gegen Henry Lundy, was ihm zu einem Titelkampf verhalf. Antonio DeMarco brauchte jedoch nur 44 Sekunden um Molina an dessen wohl schwärzestem Abend zu stoppen. Als es dieses Jahr so aussah, als würde mit Molina nach einem Sieg gegen Dannie Williams wieder zu rechnen sein, verlor er wenig später erneut. Andrey Klimov bezwang ihn im Juni knapp nach Punkten und warf damit Molinas Karriere erneut zurück.

Doch auch Mickey Bey hat Widergutmachung zu leisten. Nachdem er im Februar im Ring eine imposante Leistung gezeigt hatte und Robert Rodriguez in nur drei Siegen KO geschlagen hatte, wurde seine Leistung wenig später außerhalb des Rings durch einen positiven Test auf einen extrem erhöhten Testosteronspiegel geschmälert und hinterfragt. Bey, der bis heute auf seine Unschuld pocht, wurde für drei Monate gesperrt, und der Kampf wurde rückwirkend als No Decision gewertet. Damit fiel Bey wieder auf achtzehn Siege und ein Unentschieden zurück, doch Siege gegen wirklich starke Gegner fehlen noch. Trotz seiner herausragenden Amateurerfahrung hat seine Profikarriere aufgrund von Promoter- und Verletzungsproblemen immer noch nicht wirklich Fahrt aufgenommen. Am imposantesten waren wohl noch seine Erfolge gegen Alejandro Rodriguez (12-3) und Hector Velazquez (51-16-3), wobei er gegen letzteren zum ersten Mal zu Boden musste.

Mickey Bey ist ein sehr athletischer Boxer. Er hat extrem schnelle Hände und ist technisch sehr gut ausgebildet. Zudem hat er ordentliche, wenn auch nicht überragende Schlagkraft, vor allem mit seinem exzellenten linken Haken. Er ist von Natur aus eher ein Konterboxer und hat unter der Leitung von Floyd Mayweather Sr. eine starke Defensive entwickelt. Wenn er aus der Distanz heraus agiert, ist er schwer zu bezwingen, doch wenn er sich in eine Ringschlacht verzetteln lässt, bekommt er seine Probleme. Zudem wirft seine Inaktivität über die letzten Jahre hinweg Fragen auf.

Auf der anderen Seite ist John Molina ein komplett anderer Typ von Boxer. Molina ist ein klassischer Puncher. 20 seiner 25 Siege fuhr er vorzeitig ein, und mit seiner Schlagkraft ist er jederzeit in der Lage einen Kampf zu beenden. Er ist physisch sehr stark für einen Leichtgewichtler und sein aggressiver Stil kann seine Gegner schnell zermürben, selbst wenn er nicht regelmäßig sauber landet. In seinen Niederlagen wurde er jedoch als recht eindimensional entlarvt, und bis heute scheint er noch kein wirkliches Rezept gegen klassische Boxer mit guter Workrate gefunden zu haben, die nicht gleich beim ersten Volltreffer umfallen.

Bei den Buchmachern geht Mickey Bey Jr. als leichter Favorit in den Kampf, doch die recht engen Quoten spiegeln meiner Meinung nach eine sehr ausgeglichene Ansetzung gut wider. Bey ist eindeutig technisch stärker und hat die viel schnelleren Hände, doch Molinas körperliche Überlegenheit und seine Schlagkraft muss respektiert werden. Molina ist zudem als Profi erfahrener und er hatte die stärkeren Gegner vor den Fäusten. In Bestform ist Mickey Bey meiner Meinung nach eine Liga zu gut und stilistisches Gift für John Molina. Aus der Distanz heraus sollte er seinen langsameren Gegner recht problemlos ausboxen können. Doch die Frage ist, ob Bey, dessen Disziplin von manchen Experten hinterfragt wird, die kompletten zehn Runden lang Molina auf Distanz halten kann ohne sich zu oft stellen zu lassen. Ich habe das Gefühl, dass Mickey Bey eine starke Leistung am Freitagabend abliefern wird und vielleicht noch deutlicher gewinnen wird, als es viele erwarten, doch so richtig überraschend käme es auch nicht, wenn er dem Druck Molinas auf Dauer nicht gewachsen wäre und mit zunehmendem Kampfverlauf Probleme bekommen würde.

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1 Kommentar

  1. Arthur Abraham trägt 8oz!!!
    19. Juli 2013 at 02:56 —

    Bey ist eindeutig technisch stärker und hat die viel schnelleren Hände, doch Molinas körperliche Überlegenheit und seine Schlagkraft muss respektiert werden. Molina ist zudem als Profi erfahrener und er hatte die stärkeren Gegner vor den Fäusten. In Bestform ist Mickey Bey meiner Meinung nach eine Liga zu gut und stilistisches Gift für John Molina. Aus der Distanz heraus sollte er seinen langsameren Gegner recht problemlos ausboxen können. Doch die Frage ist, ob Bey, dessen Disziplin von manchen Experten hinterfragt wird, die kompletten zehn Runden lang Molina auf Distanz halten kann ohne sich zu oft stellen zu lassen. Ich habe das Gefühl, dass Mickey Bey eine starke Leistung am Freitagabend abliefern wird und vielleicht noch deutlicher gewinnen wird, als es viele erwarten, doch so richtig überraschend käme es auch nicht, wenn er dem Druck Molinas auf Dauer nicht gewachsen wäre und mit zunehmendem Kampfverlauf Probleme bekommen würde…

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