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Vorschau: Merlito Sabillo vs Jorle Estrada

Mit 29 Jahren hat Merlito Sabillo bereits eine ungewöhnliche Karriere hinter sich. Der frühere Straßenkämpfer hat es entgegen aller Erwartungen Anfang dieses Jahres zum Weltmeister im Minimumgewicht geschafft. Dass das jedoch noch nicht das Ende seines ungewöhnlichen Weges ist, will der Mann von den Philippinen am Samstagabend sicherstellen, wenn er vor heimischem Publikum seinen WBO-Titel zum ersten Mal verteidigt. Ihm gegenüber steht dabei der 24-jährige Kolumbianer Jorle Estrada.

Merlito Sabillo, der eine Amateurkarriere von gerade einmal sieben Kämpfen hatte, wechselte früh vom organisierten Boxsport zu Straßenkämpfen auf dem Marktplatz von Bacolod City in den Philippinen um dort sein Geld zu verdienen indem er auf sich selber setzte. Erst 2008 wechselte er im Alter von 24 Jahren zum Profiboxen zur Sicherung seines Lebensunterhalts, wo er bis dato eine fast märchenhafte Karriere hingelegt hat. Nur rudimentär ausgebildet, aber mit Willen und Schlagkraft ausgestattet bahnte er sich einen Weg Richtung eines Titelkampfes. Sein Tag war gekommen, als er dieses Jahr eigentlich zuerst um den IBO-Titel gegen Hekkie Budler boxen sollte. Sabillo verletzte sich jedoch an der Hand und musste den Kampf absagen. Gleichzeitig stieg der WBO-Weltmeister Moises Fuentes ins Halbgewicht auf um dort um einen Titel zu boxen. Dem inzwischen geheilten Sabillo wurde ein Kampf um den Interimsgürtel angeboten, und Sabillo stoppte Luis de la Rosa in acht Runden. Moises Fuentes gelang im Halbfliegengewicht nur ein Unentschieden, doch er beschloss in der Gewichtsklasse zu bleiben, so dass Sabillo wenig später den echten WBO-Titel zugesprochen bekam.

Jorle Estradas Karriere hingegen war nicht gerade durchgehend von Erfolg geprägt. Der 24-Jährige hat einen Kampfrekord von 17 Siegen und sechs Niederlagen. Dabei hatte er nicht gerade die Elite der Gewichtsklasse vor den Fäusten, doch für vier seiner Gegner, die ihn bezwingen konnte, reichte es immerhin in ihrer Karriere zu einer Titelchance. So schafften es Walter Tello, Carlos Velarde und Pedro Guevara in WM-Kämpfe gegen Manuel Vargas, Giovani Segura, Alberto Rossel, Ryo Miyazaki und Johnriel Casimero, die sie jedoch allesamt verloren, während Carlos Buitrago nächste Woche um einen WM-Gürtel boxt. Jedes Mal wenn Jorle Estrada bisher außerhalb Kolumbiens geboxt hat, hat er verloren.

Während Estradas Kampfrekord also nicht unbedingt dafür spricht, dass er in der Lage ist einen WM-Titel zu gewinnen, tut dies sein Können im Ring auch nicht wirklich. Er ist in keinerlei Beziehung herausragend, hat aber einen ordentlichen Jab, eine gute Workrate und ein recht solides Kinn. Allerdings ist er viel zu langsam für die Weltspitze, zu löchrig mit seiner Deckung, kaum schlagstark, und besitzt vor allem ein miserables Timing. Besonders wenn er selber seine Fäuste fliegen lässt ist es viel zu einfach in seine Kombinationen hinein zu schlagen und ihn sauber zu treffen.

Auf der anderen Seite ist Merlito Sabillo ein recht athletischer Boxer mit guter Schlagkraft. Er agiert aus der Rechtsauslage heraus und ist aufgrund seiner unausgefeilten Technik noch ziemlich unorthodox. Man merkt ihn seine Vergangenheit als Straßenkämpfer durchaus noch an, wenn er immer wieder zu wild mit seinen Attacken ist. Er erinnert von seinem Stil ein wenig an die frühe ungeschliffene Version von Manny Pacquiao, auch wenn er sicherlich nicht ganz seine Klasse hat.

Dennoch sollten Sabillos Athletik, seine Schlagkraft und seine Aggressivität genug sein um seinen zu gewöhnlichen Herausforderer zu besiegen. Estrada dürfte in fast allen Belangen unterlegen sein, und seine poröse Defensive sollte leichte Beute für den verteidigenden Weltmeister sein. Ich denke sogar, dass Sabillo in der Lage sein sollte den Kampf vorzeitig zu gewinnen und so seine Erfolgsgeschichte fortzusetzen.

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1 Kommentar

  1. Allerta Antifascista!
    12. Juli 2013 at 16:24 —

    Sabillo knockt den P.enner aus! Spätestens in Runde 8 ist Feierabend!

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