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Vorschau: Lucian Bute vs Jean-Paul Mendy

Während der Großteil der Supermittelgewichtselite sich im Super-Six-Turnier gegenseitig boxt, wird IBF-Titelträger Lucian Bute immer wieder kritisiert, dass er seinen Titel gegen zu schwache Gegner verteidigt. Obwohl dies auch am Samstag wohl wieder der Fall ist, ist Bute in diesem Kampf kaum ein Vorwurf zu machen, da er immerhin seinen Pflichtherausforderer Jean-Paul Mendy vor der Brust hat, auch wenn es dieser mehr durch Glück als durch Können ist.

Mendy, der mit 37 Jahren zwar noch ungeschlagen ist, aber in seiner Karriere erstaunlich lange Kämpfe gegen ordentliche Gegner herauszögerte, traf vor einem Jahr auf seinen ersten wirklich guten Gegner. In seinem dreißigsten Profikampf trat der Franzose gegen Sakio Bika an um den Pflichtherausforderer für Bute zu bestimmen. Bika ging als klarer Favorit in den Kampf, und das zu Recht, wie sich schnell zeigen sollte. Der gebürtige Kameruner brauchte nur etwas mehr als eine Minute bis er Mendy am Boden hatte, woraufhin er jedoch nachschlug und dann zu Recht disqualifiziert wurde. Mendy wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und später entlassen, als klar war, dass er keine ernsthafteren Schäden davon tragen würde. Nun darf er, obwohl Bika sicherlich der schwierigere Gegner für Bute gewesen wäre, also Lucian Bute herausfordern.

Der in Kanada lebende Titelträger kommt am Samstag nach über sechs Jahren zum ersten Mal für einen Boxkampf zurück in sein Heimatland Rumänien. In seinem bisher einzigen Profikampf dort schlug er Donny McCrary in vier Runden KO, zweieinhalb Jahre bevor er den IBF-Titel gewann. Der Kampf gegen Mendy markiert mittlerweile seine achte Titelverteidigung, von denen alle in seiner adoptierten Heimat Kanada stattfanden, wo er eine große Anzahl von Fans gewonnen hat. Zuletzt konnte Bute fünf Mal in Folge vorzeitig gewinnen, nachdem er das letzte Mal im Oktober 2008 ernsthafte Probleme in einem Kampf hatte. Librado Andrade hatte ihn damals in der letzten Runde kurz vor Schluss am Boden und stehend KO. Ringrichter Marlon Wright wurde später dafür kritisiert, dass er Bute nicht aus dem Kampf genommen hatte, und dass er ihm zu viel Zeit gegeben habe wieder auf die Beine zu kommen, so dass Bute die Runde überstand um einen klaren Punktsieg einzufahren. Im Rückkampf ein Jahr später hatte Bute dann keinerlei Probleme mit Andrade und stoppte ihn in vier Runden.

Seitdem gewann Bute eigentlich immer ohne eine Runde abzugeben, und es ist nicht zu erwarten, dass Jean-Paul Mendy das ändern wird. Mendys größte Hoffnung könnte es noch sein, dass Bute mit der Rechtsauslage des Franzosen Probleme haben wird, doch auch wenn Bute nicht viele Rechtsausleger in seiner Karriere geboxt hat, so war doch gerade sein letztes KO-Opfer, Brian Magee, noch einer. Bute selber führt auch mit der rechten Hand und ist Mendy im Grunde in allen Belangen überlegen. Er ist größer, physisch stärker, schlägt härter, hat die bessere Technik und die schnelleren Hände. Zudem sollte er ein besseres Kinn als Mendy haben. Der frühe schwere Niederschlag gegen Bika sollte ein Alarmzeichen sein, dass Mendy nicht die allerbesten Nehmerqualitäten hat, während Butes Bodenbesuch gegen Andrade vor allem darauf zurückzuführen war, dass er in der zwölften Runde konditionell am Ende war. Mendy hat den Vorteil einer etwas größeren Reichweite, doch bei Butes überlegener Technik und Schnelligkeit ist dieser zu vernachlässigen.

Der Kampf ist nicht ohne Grund in Rumänien gelandet. Niemand gibt Jean-Paul Mendy ernsthaft eine Chance, und Bute wird darauf aus sein seinen Landsleuten daheim eine gute Show abzuliefern mit einem dominanten Sieg, bevor er nach Kanada zurückkehrt um unter Umständen dort in einem Topfkampf gegen Mikkel Kessler oder Kelly Pavlik anzutreten, welche bereits beide seit längerem im Raum stehen. Lucian Bute sollte Jean-Paul Mendy auf jeden Fall vorzeitig schlagen können. Sollte Mendy auf Schadensbegrenzung aus sein, wird Butes exzellente Arbeit zum Körper ihm die Möglichkeit geben den Franzosen in den hinteren Runden öfter zu stellen. Wird Mendy seine Chance in der Offensive suchen, sollte Bute jederzeit, sobald er aufs Gaspedal drückt, in der Lage sein Mendy zu stoppen. Alles andere als ein ungefährdeter Sieg wäre auf jeden Fall eine Riesenüberraschung.

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4 Kommentare

  1. Tom
    8. Juli 2011 at 00:50 —

    Bute ist der haushohe Favorit,aber auch Favoriten haben schon verloren und wer weiß schon wie es läuft?
    Bute kämpft in seiner Heimat,das kann einen Boxer auch hemmen,bzw. zu Fehlern verleiten!

  2. Kano
    8. Juli 2011 at 04:37 —

    Nie und nimmer wird Mendy gewinnen,ich gehe von einem Tko Sieg Butes aus in den späteren Runden,trotzdem ist der Rumäne für mich zu überschätzt wie oben bereits beschrieben hatte er bisher nur fast schwache Leute vor den Fäusten selbst gegen Andrade war es ein Fehlurteil der Rumäne war stehend K.o der Ringrichter hatte sich da eine krasse Fehlentscheidung erlaubt,gegen Kessler,Froch oder gegen Ward wäre der Lutschian der klare Aussenseiter für mich,Kessler würde ihn k.o schlagen Froch wahrscheinl auch ,Ward würde ihn auspunkten und noch mehr blamieren.

  3. MainEvent
    8. Juli 2011 at 11:51 —

    Kano sagt: “……wäre der Lutschian der klare Aussenseiter …”

    Kano du klaust schon wieder! Diesmal von mir! 🙂

  4. Sugar
    9. Juli 2011 at 11:08 —

    Mendy ist nicht so schlecht wie er hier dargestellt wird.

    @ Kano

    Bute hatte fast nur schwache Leute vor den Fäusten???? AHAAA,na dann schau dir mal bei BoxRec die Liste seiner Gegner an und vor allen Dingen vergleiche die mal mit den Ggenern von Ward!
    Du schreibst hier manchmal einen Stuss.

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