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Vorschau: Leonardo Zappavigna vs Ameth Diaz

Leonardo Zappavigna hat es sich auf die Fahnen geschrieben seine einzige Profiniederlage auszugleichen. Sollte der 23-jährige Australier am Freitag gegen Ameth Diaz in einem Eliminator gewinnen können, ist er erneut Pflichtherausforderer seines bislang einzigen Bezwingers, des IBF-Leichtgewichtsweltmeisters Miguel Vazquez.

Zappavigna baute sich zwischen 2006 und 2010 einen guten Kampfrekord in Australien auf und war in 24 Kämpfen ungeschlagen ehe er in einem Ausscheidungskampf der IBF auf den südkoreanischen Zuschauerliebling und KO-Künstler Ji Hoon Kim traf. Zappavigna benötigte nur 101 Sekunden und zwei Niederschläge um Kim zu stoppen und sich somit seinen ersten Titelkampf zu sichern. Doch IBF-Champ Miguel Vazquez erwies sich im März dieses Jahres als zu stark. Der Mexikaner bewies seine boxerische Überlegenheit und ließ Zappavigna oft wild und unkoordiniert erscheinen, während er mit seinem Jab und seiner technischen Klasse den Kampf dominierte. Am Ende gewann Vazquez völlig ungefährdet nach Punkten.

Ameth Diaz hingegen scheiterte bereits an Ji-Hoon Kim. Ebenfalls in einem IBF-Eliminator ging Diaz bereits in der ersten Runde gegen den Koreaner KO, der daraufhin gegen Vazquez nach Punkten verlor, bevor Zappavigna ihn KO schlug. Diaz hatte jedoch schon vor dem Kampf gegen Kim neun Niederlagen angehäuft, die prominenteste davon gegen den immer noch ungeschlagenen ehemaligen Superbantam-, Superfeder- und Leichtgewichtsweltmeister Joan Guzman. Seit der Kim-Niederlage fand der 28-jährige Panamese zu Siegesform zurück indem er mit Javier und Eric Castro zwei mittelmäßige, nicht miteinander verwandte Gegner besiegte.

Der Quervergleich scheint im ersten Moment klar für Zappavigna zu sprechen. Der Australier war immerhin KO-Sieger in der ersten Runde gegen Kim, während Diaz diesem in der ersten Runde zum Opfer fiel. Andererseits schickte Diaz den US-Amerikaner Fernando Angulo drei Mal zu Boden und besiegte ihn klar nach Punkten direkt bevor Zappavigna nur recht umstritten nach Punkten gegen Angulo gewann. Doch Quervergleiche sind generell selten aussagekräftig im Boxsport. Die Stile der beiden sprechen eindeutig für Zappapvigna. Der Australier sucht 12 Runden lang den Schlagabtausch und womöglich den KO. Einen Schritt rückwärts zu machen ist ihm fremd und anders als viele hart schlagende, aggressive Fighter startet er von der ersten Sekunde an voll durch.

Auch Diaz ist schlagstark und kann zudem auch durchaus boxen. Seine große Schwäche, und meiner Meinung nach sein Untergang in diesem Kampf, sind jedoch seine schwachen Nehmerfähigkeiten. Von seinen zehn Niederlagen erlitt er sieben vorzeitig und nur wenige davon kamen gegen Gegner, die ähnlich hart schlagen wie Leonardo Zappavigna. Er ist allerdings dem Australier technisch überlegen und sollte es daher darauf anlegen den Kampf aus der Distanz heraus zu führen und sich nicht in eine Schlacht mit seinem physisch deutlich überlegenen Gegner ziehen zu lassen.

Der Panamese kann diese Strategie ausführen, jedoch wohl eher nicht 12 Runden lang. Gegen Ji-Hoon Kim hielt diese Strategie etwa zwei Minuten lang, als er den Südkoreaner klar beherrschte und nach Belieben traf, doch ein guter Treffer von Kim änderte den Kampf komplett. Zappavigna ist zudem ein wenig schwerer zu treffen als der extrem offene Kim und wird ähnlichen Druck ausüben. Ich traue es Diaz zu, dass er eine Weile gut mithalten wird, doch das kann jederzeit kippen. Irgendwann, und ich denke, das wird eher früh als spät der Fall sein, wird Zappavigna sein Kinn knacken und ihn in der Folge stoppen. Zappavignas Stil und seine Schlagkraft gepaart mit den schwachen Nehmerfähigkeiten von Diaz und dessen Unfähigkeit einen disziplinierten Kampf über längere Zeit zu boxen, lassen in dieser Ansetzung eigentlich nur einen Ausgang zu.

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