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Vorschau: Leonard Bundu vs Daniele Petrucci II

Der vakante Europameistertitel im Weltergewicht steht am Freitag in Florenz auf dem Spiel wenn zwei ungeschlagene Italiener aufeinander treffen. Leonard Bundu und Daniele Petrucci liefern sich einen Rückkampf, nachdem ihr Gefecht im Juni nach acht Runden in einem technischen Unentschieden geendet hatte.

Der Kampf war einer der am heißesten erwarteten Kämpfe in Italien seit Jahren. Beide Boxer gehören zu den fünf besten derzeitigen italienischen Boxern, sind ungeschlagen und zudem nicht all zu weit von der Weltspitze entfernt. Des Weiteren ist vor allem Leonard Bundu in Italien sehr populär. Beide Boxer kamen in den Kampf mit ein paar guten Siegen in ihrem Kampfrekord. Bundu hatte unter anderem 2009 den damals noch ungeschlagenen Deutschen Frank Shabani besiegt, Petrucci hatte 2008 einen KO-Sieg gegen den soliden Briten Craig Watson für sich verbuchen können. Es war klar, dass der Sieger des Kampfes sich im Anschluss weiter an die Weltklasse heranpirschen würde, während für den Verlierer die europäische Klasse die Grenze bleiben würde. Ein sehr guter Kampf nahm dann allerdings ein unbefriedigendes Ende, als nach acht Runden ein technisches Unentschieden erklärt wurde. Bundu hatte sich in Runde Zwei bei einem unabsichtlichen Kopfstoß eine Schwellung zugezogen, die immer schlimmer wurde und schließlich zum Abbruch führte. Die Punktkarten wurden dazu genommen und ein Unentschieden war ein faires Urteil.

Nun gibt es fünf Monate später den heiß erwarteten Rückkampf. Nicht nur der EM-Titel, den beide bereits einmal besaßen, steht für beide Boxer auf dem Spiel, sondern ihre gesamte Zukunft als Profiboxer. Bundu ist bereits 36 Jahre alt und dürfte es bei einer Niederlage schwer haben weitere lukrative Kämpfe zu bekommen, und auch Petrucci ist mit 30 Jahren nicht mehr der jüngste. Im ersten Kampf hat man beiden den unbedingten Willen zu gewinnen angemerkt. Bundu und Petrucci trafen sich in der Mitte des Rings und ließen es Schläge hageln. Bundu war wie gewohnt sehr aktiv, doch Petruccis Schläge kamen etwas präziser. Ähnliches wird auch dieses Mal zu erwarten sein. Bundu, der eigentlich Rechtsausleger ist, aber regelmäßig im Kampf die Auslage wechselt, wird keinen Schritt zurück machen und in der Nahdistanz seine hohe Workrate ausspielen wollen, während Petrucci die etwas präziseren und etwas härteren Treffer aus der Halbdistanz landet. Beide Boxer haben relativ niedrige KO-Quoten und vor allem Leonard Bundu ist wohl kaum dazu in der Lage Petrucci auszuknocken, da er seinen Körper so gut wie gar nicht in seine Schläge hinein dreht. Petrucci hingegen gelang es im ersten Kampf tatsächlich in der dritten Runde Bundu mit einem linken Haken etwas anzuklingeln. Dennoch ist wohl davon auszugehen, dass der Kampf über die volle Distanz geht, es sei denn es wiederholen sich die Vorfälle vom Juni.

Nach acht Runden hatten im ersten Kampf beide Boxer vier Runden gewonnen und ich halte es für wahrscheinlich, dass es am Freitag zu dem Zeitpunkt im Kampf wieder ähnlich eng sein wird. Die Frage dürfte sein wer dann in der Lage ist die letzten vier Runden für sich zu entscheiden, und ich sehe da die besseren Karten bei Leonard Bundu. Bundu ist es gewohnt ein enorm hohes Tempo zu gehen und seine Ausdauer und seine hohe Workrate sind seine größten Stärken. Das könnte der kleine entscheidende Unterschied am Ende sein, in einem Kampf, der mit Sicherheit wieder sehr eng und auf Augenhöhe geführt sein wird.

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