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Vorschau: Lamont Peterson vs Victor Manuel Cayo

Erst letzte Woche konnte sich Amir Khan mit einer starken Leistung den IBF-Titel im Halbweltergewicht sichern, diese Woche kann er sich in Ruhe seinen nächsten Pflichtherausforderer ansehen. Dieser wird im Kampf zwischen Lamont Peterson und Victor Manuel Cayo am Freitag in Las Vegas ermittelt.

Beide Boxer haben im Bolxring einen ähnlichen Werdegang hinter sich. Lamont Peterson machte sich in den USA als Amateur einen Namen, schlug dort unter anderem Andre Dirrell und Willy Blain, und war einer der Topamateure des Landes, als er 2004 zu den Profis wechselte. Victor Cayo hatte über 300 Amateurkämpfe und galt als einer der besten Amateurboxer der dominikanischen Republik. Er wechselte 2006 ins Profilager und baute in seiner Heimat seinen Profirekord auf. 2009 traf Peterson auf Willy Blain, seinen Rivalen aus Amateurtagen, in einem Kampf zweier ungeschlagener Ex-Amateurstars. Peterson gewann durch TKO in der siebten Runde und sicherte sich damit den Interimstitel der WBO. Etwa zu der gleichen Zeit wurde auch Cayo seine ersten schwereren Gegner vorgesetzt. Den Routinier Arturo Morua schlug er ebenso wie Ex-Leichtgewichstweltmeister Julio Diaz. Im März 2010 traf er dann in seinem ersten Titelkampf auf Marcos Maidana, welcher ihn allerdings in sechs Runden stoppte. Drei Monate vorher hatte Lamont Peterson um den ersten richtigen Titel gekämpft, hatte aber gegen Timothy Bradley klar nach Punkten verloren. Seitdem meldeten sich beide mit zwei Kämpfen zurück. Cayo schlug zwei Aufbaugegner in insgesamt drei Runden KO, während Peterson einen schwächeren Gegner stoppte ehe er einen harten Kampf gegen Victor Ortiz annahm. Obwohl er zweimal in der dritten Runde zu Boden musste, sicherte sich Peterson am Ende noch ein Unentschieden gegen Ortiz, der daraufhin ins Weltergewicht wechselte, dort Weltmeister wurde, und nun bekanntlich im September gegen Floyd Mayweather Jr. ran darf.

Auch vom Stil her unterscheiden sich die beiden gar nicht mal so sehr. Beide sind schnelle, athletische Boxer mit guten Reflexen. Keiner der beiden ist ein wirklich harter Puncher, aber beide können gut genug zulangen um sich Respekt zu verschaffen, zumal beide auch schon in ihren großen Kämpfen gezeigt haben, dass ihr Kinn zwar in Ordnung aber auch durchaus anfällig ist bei den richtigen Treffern. Der größte Unterschied besteht wohl in der bevorzugten Distanz, aus der sie den Kampf führen. Cayo, der am Freitag der größere Mann sein wird, aber keine Reichweiternvorteile besitzen wird, boxt vornehmlich aus der Distanz oder zumindest aus der Halbdistanz, da er Platz braucht um seinen Schlägen die volle Wirkung zu geben, während Lamont Peterson etwas uncharakteristisch für seine physischen Attribute die Nahdistanz bevorzugt und erstaunlich häufig den Infight sucht.

In diesem stilistischen Unterschied besteht auch die Brisanz und Spannung des Kampfes. Es bleibt zu schauen, wer dem anderen seinen Stil aufzwingen kann. Gelingt es Peterson die Distanz immer wieder zu überbrücken und in der Nahdistanz gute Arbeit abzuliefern, dürfte er die Oberhand gewinnen, kann Cayo dies jedoch verhindern und den US-Amerikaner auf Distanz halten, dürfte die Asse in der Hand halten.

Beide Boxer bewiesen sich in ihrer einzigen Niederlage als nicht gut genug für die erste Reihe im Halbweltergewicht, sind aber trotzdem gute Boxer aus der zweiten Reihe, die am Freitag einen ansehnlichen Kampf liefern könnten, wenn sie sich nicht gegenseitig neutralisieren. Cayo unterlag mit Maidana einem Boxer, dessen Erfolg davon abhängt die Distanz zu überbrücken, auch wenn der Argentinier natürlich mehr Schlagkraft und mehr Druck mit sich bringt als dies Peterson am Freitag tun wird. Trotzdem könnte dies ein kleines Zeichen dafür sein, dass es Peterson eher gelingen könnte seinen Boxstil durchzusetzen. Grundsätzlich halte ich die Ansetzung für relativ ausgeglichen, sehe aber kleine Vorteile bei Lamont Peterson, der wohl über die Punkte gewinnen sollte.

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