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Vorschau: Kompayak Porpramook vs Koki Eto

Auch wenn Kompayak Porpramook dem westlichen Publikum größtenteils nicht bekannt ist, gehört der 31-jährige Ex-Weltmeister zu den zuschauerfreundlichsten Boxer der letzten Jahre. Am Donnerstag verteidigt der Thailänder seinen Interimstitel der WBA im Fliegengewicht gegen den japanischen Puncher Koki Eto, und die Ansetzung verspricht erneut einiges an Action und Unterhaltung.

Kompayak Porpramook erlebte den vorzeitigen Höhepunkt seiner Profikarriere im Dezember 2011. In seinem siebenundvierzigsten Kampf forderte er vor heimischem Publikum den WBC-Halbfliergengewichtschamp Adrian Hernandez heraus. In einem der besten Kämpfe, wenn nicht gar dem besten Kampf des Jahres gewann Kompayak eine absolute Ringschlacht per KO in der zehnten Runde, auf den er mit Dutzenden von Körpertreffern hingearbeitet hatte. Doch schon in seiner ersten Titelverteidigung tat der Thailänder sich schwer. Gegen den Philippinen Jonathan Taconing reicht es zwar in einer weiteren spektakulären Schlacht fünf Monate später zu einem technischen Punktsieg, doch ein Unentschieden wäre wohl gerechter gewesen, als der Kampf nach fünf Runden abgebrochen wurde, und auch ein Sieg für Taconing wäre vertretbar gewesen. Den Titel verlor Porpramook dann im Oktober 2012 im Rückkampf mit Hernandez, dieses Mal in Mexiko. Kompayak war dieses Mal chancenlos, als Hernandez ihn aus der Distanz heraus dominierte und in sechs Runden stoppte. Seitdem hat der Thailänder vier vorzeitige Siege in Serie gefeiert, wovon vor allem der letzte gegen Jean Piero Perez, welcher ihm den Interimstitel einbrachte, andeutete, dass er durchaus noch um Titel mitboxen könnte.

Koki Eto hingegen ist noch größtenteils ungetestet gegen die Elite der Gewichtsklasse. Der beste Gegner des 25-Jährigen, dessen Kampfrekord bei 13(10)-2(0)-1 steht, war der Thailänder Panomroonglek Kaiyanghadaogym, der kürzlich knapp im Titelkampf an Koki Kameda scheiterte und der Eto nach Punkten bezwang. Etos bester Sieg kam unterdessen ebenfalls gegen einen Thailänder. Im letzten November stoppte er den zuvor ungeschlagenen aber ungetesteten Denchailek Kratingdaenggym in zwei Runden.

Zwar gibt es wenig Videomaterial von Koki Eto, doch sein Kampf gegen Denchailek Kratingdaenggym zeigt einen eher ökonomischen Puncher, der nicht zwangsläufig nach vorne geht sondern auf seine Gelegenheiten wartet seine harten Treffer unterzubringen. Ansonsten prüft er mit einem Jab, den er oftmals zu langsam zurück bringt, die Distanz und versucht sein Timing hin zu bekommen. Und wenn er dann einmal mit einem Volltreffer durchkommt, wie gegen Denchailek zu Beginn mit dem Aufwärtshaken, besitzt er definitiv die Schlagkraft um seinem Gegner ernsthaft weh zu tun.

Auch Kompayak kann durchaus zulangen, wie die 35 KOs bei seinen 50 Siegen andeuten, wenn auch nicht ganz so sehr wie Eto. Vielmehr ist er ein deutlich aggressiverer Boxer, der über die Workrate kommt und in der Nah- und Halbdistanz den offenen Schlagabtausch sucht. Denn seine Defensive ist nicht gerade überragend, und auch sein Kinn ist eher mittelmäßig. Er ist technisch jedoch nicht schlecht geschult und ist konditionell extrem stark.

Die Ansetzung bietet eine interessante Mischung aus Kompayaks Verwundbarkeit und Etos Punch. Porpramook ist nicht all zu schwer zu treffen und Eto hat die Power um mit einem Treffer den Kampf zu beenden. Dennoch gilt meiner Meinung nach Kompayak als Favorit. Er ist nicht nur deutlich erfahrener und boxt vor heimischem Publikum, er ist auch insgesamt boxerisch besser. Zudem glaube ich, dass Kompayaks Kampfführung in der Halbdistanz Eto ein wenig den Platz nehmen wird um seine harten Schläge wirklich landen zu können. Der Japaner ist technisch ein wenig unsauberer und etwas langsamer als Porpramook, so dass der Thailänder wohl in den Schlagabtauschen die Oberhand behalten dürfte. Natürlich ist es jederzeit möglich, dass Kompayak in einen Volltreffer rennt, und es würde mich nicht überraschen, wenn er im Verlauf des Kampfes zu Boden muss. Doch er erholt sich normalerweise recht schnell, wenn er angeschlagen ist, und besitzt die nötige Kondition um danach wieder aufzudrehen. Deshalb denke ich, dass Kompayak Porpramook am Ende als Sieger da stehen wird, vermutlich nach Punkten, da Eto zwar boxerisch limitiert aber doch recht zäh erscheint.

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