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Vorschau: Julio Diaz vs. Herman Ngoudjo

Am Freitagabend treffen in Nevada zwei Boxer aufeinander, die am Scheideweg stehen. Sowohl Julio Diaz als auch Herman Ngoudjo können sich mit ihren 30 Jahren keine weitere Niederlage leisten, wollen sie nicht praktisch in die Bedeutungslosigkeit verschwinden. Der Sieger kann allerdings noch einmal im Halbweltergewicht weiter oben angreifen.

Julio Diaz war bereits zweimal Leichtgewichtsweltmeister, musste den Gürtel aber beide Male relativ schnell wieder hergeben. Kurz nachdem er 2004 den IBF-Titel von Javier Jauregui gewonnen hatte, gab er den Titel auf um gegen die wahre Nummer Eins, WBC-Weltmeister Jose Luis Castillo zu boxen, und verlor dort durch TKO in der zehnten Runde. 2006 sicherte er sich erneut den IBF-Gürtel, verlor aber zwei Kämpfe später in einer Titelvereinigung gegen Juan Diaz in Runde Neun.

Herman Ngoudjo hingegen war noch nie im Besitz eines WM-Titels, sondern scheiterte bereits zweimal beim Versuch den IBF-Titel im Halbweltergewicht zu gewinnen. 2008 punktete ihn Paulie Malignaggi ganz knapp aus, ein Jahr später war Juan Urango zu stark für ihn. Seine einzige andere Niederlage kam 2007 nach einem sehr engen Kampf gegen Jose Luis Castillo.

Der aus Kanada boxende Kameruner ist sehr ausdauernd und robust und ging noch nie KO. In seinem Kampf gegen Urango musste er zwar in der dritten Runde zwei Mal zu Boden und zog sich, wie sich später herausstellte, dabei einen Kieferbruch zu, hielt jedoch die restlichen neun Runden durch und lieferte dem Weltmeister einen engeren Kampf, als die Punktkarten ihn darstellen, und auch gegen den unheimlich schlagstarken Randall Bailey überstand er einen Niederschlag in der zweiten Runde um den Kampf nach Punkten zu gewinnen. Er besitzt nicht unbedingt viel Schlagkraft, ist aber sehr aktiv, hartnäckig und willensstark. Er ist ein rundum unangenehm zu boxender Gegner, da er zu keinem Zeitpunkt des Kampfes aufsteckt und fit genug ist um seinen Gegenüber alle drei Minuten aller zwölf, oder in diesem Fall zehn, Runden zu fordern.

Der Mexikaner Julio Diaz auf der anderen Seite ist nicht unbedingt der Zäheste. Lange Zeit war er ein absoluter Topmann im Leichtgewicht und galt früh als viel versprechendes Talent mit guten Boxanlagen und sehr ordentlicher Schlagkraft. Doch zuletzt schien er bereits nachgelassen zu haben. Letzten April hatte er als klarer Favorit vier ordentliche Runden gegen Rolando Reyes, bevor dieser ihn überraschend ausknockte, und zuletzt wurde er vom damals ungeschlagenen Victor Cayo klar ausgepunktet.

Diaz ist der besser Boxer der beiden. Er hat die schnelleren Hände und ist technisch besser. Trotzdem muss er hier für mich als Außenseiter gelten. Seine beiden vorzeitig verlorenen Titelkämpfe kamen gegen Gegner, die viel Druck ausübten und Diaz so bis zum Abbruch zermürbten. Ngoudjo wird den gleichen Plan verfolgen. Zwar besitzt er nicht die Qualität von Juan Diaz oder Jose Luis Castillo, aber Julio Diaz ist auch nicht mehr so gut wie damals. Er wird in den ersten Runden möglicherweise ganz gut aussehen und die Runden gewinnen, aber nach etwa drei, vier Runden gehe ich stark davon aus, dass Ngoudjo die Kontrolle übernimmt und Diaz mit seinem Druck erstickt. Diaz weiß nicht wirklich damit umzugehen, und er sollte entweder nach Punkten recht deutlich verlieren, oder möglicherweise in den hinteren Runden KO gehen. Julio Diaz müsste schon überraschenderweise zu alter Form zurück finden um den Kampf für sich entscheiden zu können, doch das darf stark bezweifelt werden.

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