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Vorschau: Julio Cesar Miranda vs Brian Viloria

Am Samstagabend findet in Hawaii ein hochinteressanter Kampf im Fliegengewicht statt, wenn WBO-Titelträger Julio Cesar Miranda auf Ex-Halbfliegengewichtstitelträger Brian Viloria trifft.

Für Miranda soll es die vierte erfolgreiche Titelverteidigung werden, nachdem er den Titel vor etwas mehr als einem Jahr gegen Richie Mepranum durch einen KO in der fünften Runde gewann. Seine drei Herausforderer fertigte er daraufhin in zusammengerechnet 14 Runden ab, doch am Samstag steht ihm der beste Gegner seit seinen zwei letzten Niederlagen gegenüber. 2009 verlor er klar gegen Pongsaklek Wonjongkam sowie gegen Moruti Mthalane, was jeweils keine große Schande ist. Jedoch wartet mit Viloria ein Gegner, der vom Können her zumindest mit Mthalane locker mithalten kann.

Brian Viloria, der „Hawaiian Punch“, galt schon früh und lange Zeit als einer der talentiertesten Boxer der unteren Gewichtsklasse, und Fachleute versprachen sich einiges von ihm. 2005 schlug er Eric Ortiz im Kampf um die WBC-Krone im Halbfliegengewicht in einer Runde KO, eine Leistung, die Miranda im Übrigen 2009 wiederholte, bevor er diese jedoch nur einmal verteidigen konnte. Omar Nino Romero schlug ihn 2006 gleich zwei Mal nach Punkten. Während der Titel für Viloria Pfutsch war, konnte Romero ihn auch nicht lange behalten, da er nach dem zweiten Kampf gegen Viloria positiv auf eine verbotene Substanz testete. Viloria durfte um den vakanten Titel boxen, musste jedoch dieses Mal gegen Edgar Sosa seine nächste Niederlage hinnehmen. Anfang 2008 fing er an seine Karriere wieder langsam neu aufzubauen, und im April 2009 sah es so aus sei Viloria wieder richtig zurück, als er Ulisses Solis eindrucksvoll KO schlug und den IBF-Titel gewann. Auch Jesus Iribe stellte in Vilorias erster Titelverteidigung kein Problem dar, doch Anfang 2010 verlor er dann den Titel erneut. Dieses Mal an den Riesenaußenseiter Carlos Tamara, der zum Schluss aufdrehte und Viloria hinten heraus in der letzten Runde stoppte.

Brian Viloria machte sich so einen Namen als einer der unzuverlässigsten und unvorhersagbarsten Boxer zurzeit. Teilweise sah er in Kämpfen fantastisch aus. Mit sehr schnellen Händen, guter Technik, starkem Auge und sehr ordentlicher Schlagkraft ließ er Gegner teilweise drittklassig aussehen, während er im nächsten Kampf selbst nicht viel besser aussah und kaum wieder zu erkennen war. Bei Julio Cesar Miranda hingegen wusste man schon immer, was man bekommt, und besonders seit dem Titelgewinn zeigte der Mexikaner Konstanz auf hohem Niveau. Er ist einer der härtesten Puncher im Fliegengewicht und versteht es klugen Druck auf den Gegner auszuüben. Er wird im Ring am Samstag die langsameren Fäuste haben und vermutlich oft Probleme haben Viloria zu treffen, wenn dieser sich beweglich zeigt. Doch Mirandas Plan sollte es sowieso sein es gar nicht erst in Vilorias Heimat bis zu den Punktzetteln kommen zu lassen.

Sollte sich Viloria in Bestform zeigen hat er mit Sicherheit das Zeug Miranda auszuboxen. Er darf sich nur nicht in offene Schlagabtausche ziehen lassen, sondern muss seine schnelleren Hände in Kombinationen anbringen um dann wieder aus dem Weg zu sein. Kann er diese Strategie erfolgreich umsetzen, sollte ein ähnlich ungefährdeter Punktsieg für ihn drin sein, wie ihn Wonjongkam feiern konnte. Miranda ist jedoch jederzeit für einen Schlag gut, der den Kampfverlauf auf den Kopf stellen kann. Außerdem trägt sein Druck dazu bei, dass die Wahrscheinlichkeit für diesen Schlag von Runde zu Runde höher wird. Brian Viloria fiel gegen Carlos Tamara in den hinteren Runden völlig ab und gegen Miranda, der eine Liga besser boxt, würde wohl noch früher Schluss sein, wenn Viloria ähnlich unvorbereitet in den Ring steigt.

Da man nicht weiß welcher Viloria am Samstag im Ring stehen wird, ist es schwer eine konkrete Voraussage zu treffen, aber ich kann mir schon durchaus vorstellen, dass der US-Amerikaner mit philippinischen Wurzeln die ersten Runden richtig gut aussehen wird und Miranda beinahe vorführen wird. Da er jedoch immer wieder mal viel zu offen ist und zudem auf seinen ersten richtig guten Gegner im Fliegengewicht trifft, wo er noch nicht gezeigt hat, wie gut er Schläge hinnehmen kann, tendiere ich schon dazu, dass Miranda irgendwann den Schlag landen wird, der es für ihn dreht. Brian Viloria mag ein besserer Boxer als Julio Cesar Miranda sein, aber nach den bisherigen Karrieren der beiden zu urteilen ist der Mexikaner der bessere Fighter, was irgendwann innerhalb der 12 Runden der entscheidende Faktor sein wird.

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