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Vorschau: Juan Manuel Marquez vs Likar Ramos

Am 12. November diesen Jahres soll es endlich soweit sein. Pound-For-Pound-King Manny Pacquiao soll zum dritten Mal auf seinen Erzrivalen Juan Manuel Marquez treffen. Der WBO-Weltergewichtsweltmeister verteidigt seinen Titel gegen den Leichtgewichtschamp im vielleicht größten Kampf des Jahres. Zur Vorbereitung boxt Marquez, der seit letztem November nicht mehr im Ring stand am kommenden Samstag in Mexiko gegen Likar Ramos.

Seitdem Juan Manuel Marquez im Mai 2004 gleich drei Mal von Niederschlägen in der ersten Runde gegen Manny Pacquiao hoch kam um den Philippino in den folgenden elf Runden größtenteils auszuboxen und ein Unentschieden zu erreichen, sind Manny Pacquiaos und Juan Manuel Marquezs Namen für ewig miteinander verbunden. Ein Rückkampf wurde lange gefordert und schließlich im März 2008 ausgefochten. Dieses Mal musste Marquez nur ein Mal zu Boden und verlor am Ende eine Split Decision, während viele Zuschauer den Mexikaner nach Punkten vorne gesehen hatten. Pacquiao stieg in der Folge die Gewichtsklassen auf und hatte seitdem keinen auch nur halbwegs engen Kampf mehr gegen Boxer wie Ricky Hatton, Oscar De La Hoya, Miguel Cotto, Antonio Margarito oder Shane Mosley. Durchaus logisch, dass da ein gewisses Verlangen nach einem dritten Kampf der beiden bleibt.

Zumal Juan Manuel Marquez in der Zwischenzeit auch nicht gerade untätig war. Zwischen dem ersten und zweiten Pacquiao-Kampf feierte er unter anderem Siege gegen Orlando Salido, Marco Antonio Barrera und Rocky Juarez in Feder- und Superfedergewichtstitelkämpfen, auch wenn er zwischendurch seinen Titel an Chris John verlor, als er für Peanuts in Indonesien gegen einen chronisch unterschätzten Gegner antrat. Nach dem zweiten Duell mit Pacquiao stieg Marquez dann ins Leichtgewicht auf um die Boxlandschaft dort schnell aufzuräumen. Hatte Pacquiao im Leichtgewicht nur kurz Halt gemacht und mit David Diaz einen der schwächeren Weltmeister der letzten Jahre entthront, nahm sich Marquez den echten und linearen Champ in Joel Casamayor vor und knockte ihn in elf Runden aus. Direkt darauf folgte der ehemalige WBA-, WBO- und IBF-Champ Juan Diaz, der immer noch als Top-Herausforderer galt. Erneut gewann Marquez vorzeitig, dieses Mal in neun Runden. Das große Geld winkte in einem Weltergewichtskampf gegen Floyd Mayweather, der sich als eine Nummer zu groß erwies, bevor Marquez erneut ins Weltergewicht zurück ging um Juan Diaz auch im Rückkampf zu schlagen und daraufhin mit Michael Katsidis einen weiteren Topmann vorzeitig zu besiegen.

Likar Ramos reiht sich nicht nahtlos in die Reihe der Topgegner von Juan Manuel Marquez ein, was aber auch logisch ist, wenn man bedenkt, dass es als ein Vorbereitungskampf geplant ist. Der 25-jährige Kolumbianer hielt zwischen November 2009 und Februar 2010 kurz einen Interimstitel im Superfedergewicht, hat ansonsten aber wenig auf seinem Kampfrekord vorzuweisen. Beim Titelgewinn punktete er den wenig dekorierten Angel Granados aus, Jorge Solis nahm ihm den Titel daraufhin in sieben Runden wieder ab. Ansonsten sucht man in seinem Kampfrekord bekanntere Namen vergeblich.

Dabei ist Ramos kein ganz Schlechter. Der 25-jährige Kolumbianer boxt, wie es sich zur Vorbereitung auf Manny Pacquiao anbietet, aus der Rechtsauslage, weist ansonsten aber eher wenige Gemeinsamkeiten mit ihm auf. Er besitzt einigermaßen schnelle Hände und beginnt seine Angriffe zumeist mit dem Jab. Normalerweise boxt er im Vorwärtsgang, während er weniger gut aussieht, wenn er in die Defensive gedrängt wird. Ramos folgt einer langen Tradition von kolumbianischen Punchern, was auch 18 KOs in 24 Siegen andeuten. Seine Nehmerfähigkeiten sind zumindest kritisch zu hinterfragen, nachdem Jorge Solis ihn drei Mal am Boden hatte. Der letztendliche KO in dem Kampf kam durch einen linken Haken zum Körper und lässt daher keine Rückschlüsse auf Ramos Kinn zu.

Obwohl Likar Ramos nicht gerade ein dahergelaufener Straßenboxer ist und man ihn unter Umständen sogar zur stark erweiterten Weltklasse zählen kann, sollte der Kampf gegen Juan Manuel Marquez ein ungleiches Gefecht sein. Marquez ist ein zukünftiger Hall of Famer und einer der besten Boxer seiner Generation. Und auch wenn er sich mit inzwischen schon 37 Jahren auf dem Buckel eher in der Schlussphase seiner Karriere befindet, ist er immer noch uneingeschränkte Weltklasse. Er ist technisch herausragend, kämpft mit dem typisch mexikanischen eisenharten Willen und hat generell alles, was ein Topboxer braucht. Zudem ist er der vielleicht beste Konterboxer der Welt derzeit.

Ramos boxte eigentlich zuletzt immer im Superfedergewicht, und auch wenn er mit 140 Pfund am Freitag zwei Pfund schwerer einwog, ist Juan Manuel Marquez, der sich inzwischen gut dem Leichtgewicht akklimatisiert hat, eindeutig der körperlich überlegene Mann im Ring. Um so mehr spricht also alles für einen klaren Sieg von Marquez, der alle Trümpfe hält. Ich könnte mir vorstellen, dass er etwas mehr zu seinem Konterstil zurück kehrt als es gegen Katsidis und Diaz zuletzt der Fall war, wo er sich teilweise in echte Schlachten ziehen ließ, um sich besser auf Manny Pacquiao vorzubereiten. Der Stil von Ramos dürfte ihm dabei sogar noch entgegen kommen, so dass man davon ausgehen darf, dass Ramos nach vorne gehen wird nur um hart und sehr präzise von Marquez abgekontert zu werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Likar Ramos es am Samstag über die Runden schafft, wenn Marquez das erste Mal in seinem Heimatland Mexiko seit sage und schreibe 17 Jahren boxt, und darauf aus sein wird den vielen Heimfans eine Show zu bieten. Am wahrscheinlichsten erscheint mir ein einseitiger, anscheinend leichter Kampf für Marquez mit dem Abbruch um die fünfte Runde herum.

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1 Kommentar

  1. Ferenc H
    16. Juli 2011 at 11:45 —

    @Benjamin

    Das große Geld winkte in einem Weltergewichtskampf gegen Floyd Mayweather, der sich als eine Nummer zu groß erwies, bevor Marquez erneut ins “Weltergewicht” zurück ging….Ein kleinen Tippfehler endeckt aber sonst ein guter Artikel. Hoffe natürlich das der dritte Kampf Manny Pacqiao Vs Juan manuel Marquess kein Missmatch wird

    Mfg

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