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Vorschau: Ji Hoon Kim vs Yakubu Amidu

Ursprünglich sollte am Freitagabend das usbekische Leichtgewichtstalent Alisher Rahimov eine Chance bekommen sich im nationalen US-Fernsehen gegen den immer unterhaltsamen Brawler Ji Hoon Kim einen Namen zu machen, doch Rahimov musste leider absagen. Nun wird Kim, der als Außenseiter in diesen Kampf gegangen wäre, als Favorit in den Ring steigen, wenn sein neuer Gegner Yakubu Amidu heißt.

Der 25-jährige Südkoreaner Ji Hoon Kim hat sich in den letzten Jahren mit seinem sehr zuschauerfreundlichen Stil schnell einen Namen gemacht, auch wenn es bei ihm zur absoluten Weltklasse wohl nie reichen wird. Nach fünf Niederlagen früh in seiner Karriere sammelte Kim einige Siege in Folge und überzeugte schließlich 2010 zwei Mal in Folge in den USA. Zuerst stoppte er Tyrone Harris in fünf Runden ehe er Ameth Diaz in einer Runde KO schlug. Damit sicherte er sich zudem das Recht um den IBF-Titel im Leichtgewicht zu boxen. In diesem Kampf erwies sich jedoch Miguel Vazquez als mindestens eine Klasse zu gut, und Kim verlor einseitig nach Punkten. In einem weiteren Eliminator für den IBF-Titel trat er daraufhin gegen Leonardo Zappavigna an und stand dieses Mal auf der falschen Seite eines KOs in der ersten Runde. Zuletzt tat sich Kim in Südkorea mit Dong-Hyun Kim schwer, der erst seinen vierten Profikampf bestritt, doch Ji Hoon Kim gewann nach zehn Runden durch Split Decision.

Während Kim mit Ameth Diaz immerhin schon einen Gegner besiegt hat, der daraufhin noch um einen WM-Titel geboxt hat, unterlag Yakubu Amidu in seinen beiden Kämpfen, in denen er mal einen größeren Brocken vorgesetzt bekam. 2007 schlug sich der Ghanaer sehr achtsam gegen den Südafrikaner Ali Funeka, der sich bald darauf als Topmann etablierte, verlor aber knapp nach Punkten. Anderthalb Jahre später wurde er vom heutigen WBO-Leichtgewichtschamp Ricky Burns in sieben Runden gestoppt. Ansonsten fehlte es allen seinen Gegnern im Grunde an Klasse.

Dabei ist Amidu, dessen Manager der Schauspieler Vince Vaughn ist, kein ganz Schlechter. Er ist ein solider Boxer, der weitaus weniger ein Puncher ist als es sein Kampfrekord von 18 KOs bei 20 Siegen vermuten lässt. Trotz deutlich höherer KO-Quote schlägt er längst nicht so hart wie Kim, ist dafür aber der bessere Boxer. Er ist technisch solide und versucht aus der Distanz heraus zu boxen und den ganzen Ring auszunutzen. Gegen Kim ist das jedoch meist leichter gesagt als getan. Denn der Südkoreaner boxt so wenig lehrbuchmäßig wie kaum ein anderer. Er kümmert sich absolut nicht um die Defensive und stürmt beinahe blind in den Gegner um dort ungestüme, aber extrem harte Schläge aus allen Ecken abzufeuern. Sein Kinn ist nicht das Allerbeste und seine Deckung nicht vorhanden, doch Kims Motto ist es wohl eher seinen Gegner auszuknocken bevor dieser die Chance hat ihn auszuknocken.

Ein Feuerwerk im Ring ist bei seinen Kämpfen fast immer garantiert und der Kampf am Freitag dürfte keine Ausnahme bilden. Der Ausgang ist schwer vorherzusagen, da Kim Amidu jederzeit KO schlagen kann, aber auch in jedem Moment Gefahr läuft offen in die Schläge vom Ghanaer rein zu laufen. Alles ist möglich, dennoch glaube ich eher daran, dass Kim den Kampf gewinnen wird. Möglicherweise wird er ein paar Runden lang mit dem boxerisch etwas besseren Amidu haben um dann fast aus dem Nichts heraus den Kampf zu drehen, doch im Endeffekt sehe ich bei ihm einfach die höheren Chancen bei ihm, da Amidus eher durchschnittliches Kinn keine gute Paarung mit Kims Schlagkraft ist.

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