Top News

Vorschau: Jhonny Gonzalez vs Elio Rojas

Das Federgewicht bleibt nach wie vor eine der interessantesten Gewichtsklassen derzeit, da sich in ihr und rund um sie eine Reihe hochkarätiger Boxer tummeln. Nur ganz langsam wird aber auch vermehrt Jhonny Gonzalez zu dieser Gruppe gezählt, obwohl nur wenige Boxer in den letzten Jahren so imposante Ergebnisse gesammelt haben wie er. Am Samstagabend verteidigt er in Mexiko seinen WBC-Gürtel gegen den ehemaligen Weltmeister Elio Rojas.

Gonzalez ist schon seit einer gefühlten Ewigkeit Profiboxer und teilte schon mit so einigen goßartigen Boxern den Ring. So war er 2006 der letzte Mann, der gegen Mark “Too Sharp” Johnson antrat, nachdem er den WBO-Titel im Bantamgewicht von Ratanachai Sor Vorapin gewonnen hatte und bevor er ihn erfolgreich gegen Fernando Montiel verteidigte. Trotz dieser Reihe von Weltklassegegnern stieg er daraufhin direkt ins Superbantamgewicht auf um Israel Vazquez herauszufordern, welcher ihn jedoch in zehn Runden stoppte. In den nächsten Jahren ging er in zwei von drei weiteren Titelkämpfen leer aus, als ihn Gerry Penalosa und Toshiaki Nishioka KO schlugen. Als viele schon davon ausgingen, dass Gonzalez auf das Ende seiner Karriere hin steuerte, läutete der inzwischen 30-Jährige die vielleicht beste Phase seiner Karriere ein. Seit der Niederlage gegen Nishioka im Jahre 2009 hat Gonzalez elf Siege eingefahren, die allesamt per KO in der ersten Kampfeshälfte zustande kamen. Zwar befanden sich unter den Gegner vor allem anfangs auch eher Aufbaugegner, doch zuletzt entthronte er zuerst WBC-Federgewichtweltmeister Hozumi Hasegawa, ehe er den Titel gegen Tomas Villa, Rogers Mtagwa und Roinet Caballero erfolgreich verteidigte.

Elio Rojas könnte jedoch möglicherweise sein bester Gegner seit Hasegawa werden. Der29-jährige Dominikaner verbrachte die frühe Zeit seiner Profikarriere völlig unbeachtet, auch wenn er eine Reihe an Siegen anhäufte. Nach guten Siegen über Luis Bolano und Johnnie Edwards verdiente er sich dann 2007 schließlich seinen Platz in einem Eliminator der WBC. Gegen Gamaliel Diaz verlor er jedoch umstritten knapp nach Punkten. Diaz vergeigte seine Titelchance gegen Jorge Linares, während Rojas gleich seinen nächsten Eliminator boxte und dieses Mal Hector Velazquez dominant nach Punkten besiegte. In den Titelkampf gegen Takahiro Aoh ging Elio Rojas als Außenseiter, doch kam als neuer Weltmeister heraus, nachdem er den Japaner komfortabel ausgepunktet hatte. Die erste Titelverteidigung gegen Guty Espadas Jr. glückte problemlos, doch in der Folge plagten ihn Verletzungen, die sowohl geplante Kämpfe gegen unter anderem Yuriorkis Gamboa sabotierten, als auch ihn schließlich den Titel wegen Inaktivität kosteten. Im September 2011 boxte er schließlich noch einmal und besiegte Arturo Gomez in einem leichten Rückkehrkampf.

Die langen Pausen sind jedoch die wohl größte Sorge, was die Leistungsfähigkeit von Elio Rojas angeht. In den Kämpfen gegen Velazquez, Aoh und Espadas Jr. sah Rojas phasenweise sensationell gut aus und überzeugte mit pfeilschnellen Händen, explosiven Reflexen und einem generell sehr flüssigen und zuschauerfreundlichen Stil. Zwar ist er nicht der größte KO-Puncher, doch seine Schnelligkeit und gute Technik brachten ihm zumindest genug Power, dass seine Gegner diese respektierten. In den Jahren 2008, 2009, 2010 und 2011 stand Rojas jedoch jeweils nur ein einziges Mal im Ring, was viel zu wenig ist um in Topform zu bleiben und an der absoluten persönlichen Leistungsgrenze zu performen.

Vor allem gegen den extrem erfahrenen und viel aktiveren Jhonny Gonzalez wäre dies wichtig gewesen. Gonzalez stand im Vergleich in der Zeit, in der Rojas seine letzten vier Kämpfe bestritt, ganze 19 mal im Ring. 45 seiner 51 Siege hat der mexikanische Veteran vorzeitig eingefahren, was für eine seiner größten Stärke, seine Schlagkraft, spricht. Zudem ist er ein guter Boxer mit sehr starker Technik und nur schwer auszuboxen. Seine größte Schwäche ist jedoch sein unzuverlässiges Kinn, welches ihm schon drei KO-Niederlagen und einige Niederschläge einbrachte.

Keiner der beiden Boxer besitzt signifikante Größen- oder Reichweitenvorteile und so denke ich, dass sich die Taktik nach den bevorzugten Stilen der beiden richten wird. Rojas wird wohl versuchen die Distanz zu halten und seine schnelleren Hände zu nutzen, während ich Gonzalez als Aggressor erwarte, der darauf aus sein wird den KO-Schlag zu landen, wenn möglich aus der Halbdistanz heraus. Einen Elio Rojas in absoluter Topform würde ich dank seiner Schnelligkeit und seinen katzenartigen Reflexen zum leichten Favoriten gegen Jhonny Gonzalez machen, doch man kann nicht davon ausgehen, dass man diesen Elio Rojas am Samstag zu Gesicht bekommen wird. Lange Auszeiten aus dem Ring hinterlassen ihre Spuren, und das besonders anfänglich in einem Kampf. Jhonny Gonzalez hat das letzte Dutzend an Gegnern mit fast beängstigender Konstanz schon früh in den Kämpfen abgeschossen, und ich befürchte, dass Elio Rojas dasselbe Schicksal ereilen könnte, wenn er mit dem fast schon zwangsläufigen Ringrost in den Ring tritt. Schafft Rojas es jedoch die ersten Runden unbeschadet zu überstehen, kann er mit seinem unbestreitbaren Talent für einen extrem spannenden Kampf sorgen.

Voriger Artikel

Vorschau: Juan Carlos Salgado vs Martin Honorio

Nächster Artikel

Vorschau: Roman Gonzalez vs Ramon Garcia Hirales

1 Kommentar

  1. Ferenc H
    28. April 2012 at 13:30 —

    Wird bestinmmt ein gute Ringschlacht, Ich hatte TKO 11 für Gonzales

Antwort schreiben