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Vorschau: Jesus Soto Karass vs Gabriel Rosado

Sowohl Jesus Soto Karass als auch Gabriel Rosado gehören nur zur zweiten oder dritten Reihe im Halbmittelgewicht und werden beide vielleicht niemals einen WM-Titel gewinnen. Dennoch verspricht die Ansetzung mit den beiden zuschauerfreundlichen Boxern einen guten, ausgeglichenen und vor allem actionreichen Kampf.

Jesus Soto Karass ist gerade einmal 29 Jahre alt, aber trotzdem schon seit zehneinhalb Jahren Profi und stand in dieser Zeit mit einigen guten Boxern sowie zwei zukünftigen Weltmeistern in Yuri Foreman und Vince Philipps im Ring. Sechs Niederlagen hat Soto Karass auf seinem Kampfrekord stehen, wovon fünf gegen zu dem Zeitpunkt ungeschlagene Talente kamen. Zuletzt war er in vier aufeinander folgenden Kämpfen erfolglos: Zuerst unterlag er im November 2009 Alfonso Gomez durch einen technischen Punktentscheid, nicht zuletzt weil ihm zwei Punkte für Tiefschläge abgezogen wurden, im Kampf darauf kam es zu einem technischen Unentschieden gegen Gabriel Martinez wegen eines unabsichtlichen Kopfstoßes nach zwei Runden. Im November 2011 trat Soto Karass mit dem hoch gehandelten US-amerikanischen Weltergewichtstalent Mike Jones in den Ring. Nach zehn Runden wurde Jones zum Sieger durch Mehrheitsentscheidung erklärt, während viele Fans und Experten Soto Karass als wahren Sieger sahen. Der mediale Druck für einen Rückkampf war hoch, und so stiegen beide im Februar 2011 erneut in den Ring. Erneut hielt Soto Karass recht gut mit, verlor aber dieses Mal verdient nach Punkten gegen Jones, dem bald wohl ein IBF-Titelkampf ins Haus steht.

Während Soto Karass also zuletzt nicht gerade vom Erfolg verwöhnt war, konnte Gabriel Rosado zuletzt vier Siege in Folge sammeln. Auch Rosado stand in den letzten Jahren mit einigen sehr guten Gegnern im Ring und verlor unter anderem gegen Fernando Guerrero und den zukünftigen Weltmeister Alfredo Angulo. Allerdings siegte er auch gegen Ex-Weltmeister Kassim Ouma und den sehr respektablen Saul Roman. Im Juli 2010 unterlag er in einer absoluten Schlacht Derek Ennis bevor er Jose Medina, Jamaal Davis, Ayi Bruce und Keenan Collins in Folge bezwang. Diese Siege bescherten ihm bei der IBF immerhin Platz 10 in der Rangliste, was dann eventuell bald zu einem Titelkampf führen könnte.

Die Stile der beiden Boxer sollten sich im Ring sehr gut ergänzen. Beide Boxer sind sehr zuschauerfreundlich und legen definitiv mehr Wert auf Offensive denn auf Defensive. Zudem haben beide sehr gute Nehmerfähigkeiten. Während Jesus Soto Karass trotz sechs Niederlagen noch nie KO ging, wurde Gabriel Rosado nur vom unheimlich hart punchenden Alfredo Angulo gestoppt. Rosado bewegt sich mehr durch den Ring als Soto Karass, ist grundsätzlich aber auch keinen offenen Schlagabtauschen abgeneigt. Zudem besitzt er wohl den etwas besseren Punch der beiden. Denn während Rosado in der Lage ist Gegner mit Einzelschlägen zu beeindrucken oder sogar zu stoppen, ist Soto Karass mehr darauf angewiesen eine Vielzahl an Treffern zu landen, was er durch seinen sehr Energie raubenden Stil sicher stellt. Er erinnert teilweise ein wenig an Antonio Margarito, mit dem er in der Vergangenheit oft im Sparring trainiert hat, da er wie der „Tijuana Tornado“ enormen Druck ausübt und unheimlich viele Schläge abfeuert. So hat er beispielsweise 2007 in seinem Sieg über Jose Manuel Buendia einen Rekord für die meisten Schläge in einem Zehnrunder aufgestellt.

Der physische Kampf dürfte also eher Jesus Soto Karass gefallen, obwohl er es ist, der für den Kampf eine Gewichtsklasse aufsteigt, während Rosado schon seine gesamte Profikarriere im Halbmittelgewicht boxt. Trotzdem wird Rosado wohl eher die Distanz bevorzugen und versuchen sich Soto Karass ein wenig vom Leib zu halten. Ich glaube allerdings nicht, dass ihm das all zu lange gelingen wird, und über weite Strecken wird es wohl zur Freude der Zuschauer eine kleine Schlacht im Ring geben.

Es ist nicht einfach einen Ausgang zu prognostizieren, doch ich gehe davon aus, dass der Kampf über die vollen zehn angesetzten Runden gehen wird. Soto Karass ist zu hart im Nehmen um von Rosado gestoppt zu werden, und schlägt wohl seinerseits nicht hart genug um seinen größeren und schwereren Gegner auszuknocken. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Unterschied zwischen den beiden nach zehn Runden groß sein wird. Stilistisch sehe ich einen kleinen Vorteil bei Jesus Soto Karass, doch, da Soto Karass eine Gewichtsklasse hoch muss, und da Rosado sich in letzter Zeit in etwas besserer Form präsentierte, tendiere ich ganz leicht für den 26-jährigen Rosado. So lange es jedoch einigermaßen wie erwartet verläuft, dürfte der wahre Gewinner des Kampfes der Zuschauer sein, da die Ansetzung einen guten Kampf beinahe garantiert.

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