Top News

Vorschau: Jean Pascal vs Aleksy Kuziemski

Mit einem Rückkampf mit Halbschwergewichtschamp Chad Dawson in Aussicht kehrt Jean Pascal am Freitag von einer 19-monatigen Auszeit zurück um seinen Platz in der Elite der Gewichtsklasse zurück zu erobern. In seinem Tune-Up-Kampf trifft er vor heimischem Publikum in Montreal als klarer Favorit auf den Polen Aleksy Kuziemski.

Im August 2010 feierte Jean Pascal seinen bislang besten Sieg in seiner Profikarriere. Der gebürtige Haitianer bezwang in der dritten Titelverteidigung seines WBC-Gürtels den zuvor ungeschlagenen Chad Dawson, welcher zu dieser Zeit als ungekrönte Nummer Eins der Gewichtsklasse galt, durch technischen Punktentscheid. Die Freude wehrte für Pascal, der im Halbschwergewicht anscheiend zu seiner wahren Klasse gefunden hatte, jedoch nicht all zu lange. Zwar reichte es vier Monate später offiziell zu einem Unentschieden gegen Bernard Hopkins, doch außer den drei Punktrichtern hatten so gut wie alle Zuschauer den damals 45-jährigen US-Amerikaner vorne gesehen, trotz zweier Niederschläge, die Pascal früh im Kampf erzielt hatte. Es kam zum direkten Rückkampf fünf Monate später. Erneut war Hopkins besser und bekam dieses Mal den Sieg auch zugesprochen. Seitdem stand Jean Pascal nicht mehr im Ring, da mehrere Verletzungen unter anderem einen Showdown mit IBF-Weltmeister Tavoris Cloud verhinderten.

Auf den großen Bühnen, auf denen Pascal in den letzten Jahren auftrat, fand sich Aleksy Kuziemski bislang noch nicht wieder. Der 35-jährige Pole verbrachte seine gesamte Karriere lang auf internationalem Niveau ohne je wirklich an die erweiterte Weltspitze anklopfen zu können. Zwar reichte es für den früheren Olympioniken nach siebzehn Siegen zum Auftakt seiner Profikarriere zum Titelkampf gegen Jürgen Brähmer, den er jedoch durch technischen KO in der elften Runde verlor. Auch in der Folge scheiterte er stets, wenn seine Gegner etwas mehr Format hatten. Dmitry Sukhotsky stoppte ihn 2010 in sechs Runden, Nathan Cleverly 2011 in vier, und dreizehn Monaten besiegte ihn schließlich der Franzose Doudou Ngumbu nach Punkten. Neben diesen vier Niederlagen fuhr Kuziemski 23 Siege ein, konnte jedoch noch keinen wirklich bekannten Gegner bezwingen.

Kuziemski ist ein relativ typischer osteuropäischer Boxer. Er besitzt gute technische Grundlagen und boxt verhalten aggressiv aus der Distanz. Sein Jab bereitet die rechte Gerade vor, doch etwas Außergewöhnliches ist bei ihm nicht zu erkennen. Er ist nicht besonders schnell und die Deckungsarbeit ist oft mangelhaft. Auch besitzt er nicht besonders viel Schlagkraft.

Jean Pascal hingegen ist vor allem für seine schnellen Hände bekannt. Zudem boxt er ein wenig unorthodox, besitzt aber ein gutes Auge, gutes Timing und präzise Hände, in denen zudem zumindest ordentliche Power steckt. Außerdem ist er beweglich und besitzt gute Reflexe und ein starkes Kinn.

Generell ist Pascal natürlich in einer anderen Klasse anzusiedeln und glasklarer Favorit. Vor allem der Schnelligkeitsunterschied dürfte wohl massiv sein, und ich sehe im Grunde so gut wie gar keine Chance für Aleksy Kuziemski. Natürlich steht immer ein Fragezeichen hinter einem Boxer, der so lange aus dem Ring war wie es Jean Pascal zuletzt war, vor allem, wenn er, wie Pascal, von seiner Athletik lebt und mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Trotzdem ist der Kanadier gerade einmal 30 Jahre alt und es wäre schon sehr überraschend, wenn er auf einmal so drastisch nachgelassen hätte, dass es für ihn nicht mehr zu einem Sieg über Aleksy Kuziemski reichen würde. Ich denke, dass Pascal den Kampf klar dominieren wird und in den letzten der zehn angesetzten Runden möglicherweise sogar vor heimischem Publikum einen KO-Sieg feiern werden kann.

Voriger Artikel

Vorschau: Lee Haskins vs Stephane Jamoye

Nächster Artikel

Verdacht auf HIV bei Kratingdaenggym: Kampf gegen Rigondeaux abgesagt

4 Kommentare

  1. Tom
    14. Dezember 2012 at 10:23 —

    Guter Beitrag!

  2. Markus
    14. Dezember 2012 at 10:49 —

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Kuziemski über die Runden kommt. Ausgeknockt haben ihn nur Brähmer (in 11 Runden) und der enorm schlagstarke Sukhotsky. Gegen Cleverly sah er eigentlich nicht schlecht aus, das Ende kam da durch eine Cutverletzung. Pascal ist für mich kein wirklich Knockouter, zudem dürfte er ziemlich rostig sein nach der langen Pause. Kann aber auch gut sein, dass der Klassenunterschied einfach doch zu groß ist.

  3. KO
    14. Dezember 2012 at 19:27 —

    psal wird den schlechten und alten kuziemsky ausnocken

  4. Timo
    15. Dezember 2012 at 02:03 —

    Angeblich Pascal war verletzt .
    Naja ich wurde Pascal gegen clound sehen, dann der Gewinner gegen Murat .

Antwort schreiben