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Vorschau: Javier Fortuna vs Yuandale Evans

Eine hoch spannende Ansetzung präsentiert ESPN2s Friday Night Fights am Freitagabend im Co-Feature. Die beiden ungeschlagenen Superfedergewichtler Javier Fortuna und Yuandale Evans treffen in Texas in einem Zehnrunder aufeinander. Beiden wird eine gute Zukunft im Boxsport prophezeit, doch einen der beiden wird dieser Kampf deutlich zurückwerfen, während der andere einen großen Schritt in Richtung Weltspitze machen kann.

Javier Fortuna ist 22 Jahre alt und in 19 Profikämpfen ungeschlagen. 13 seiner 18 Siege erzielte er dabei vorzeitig. Yuandale Evans ist ein Jahr älter und hat einen Kampfrekord von 16 Siegen (12 KOs) ohne Niederlagen und Unentschieden. Weder Fortuna noch Evans haben bislang allerdings richtige Herausforderungen gehabt und werden am Freitagabend jeweils den besten Gegner ihrer bisherigen Karriere vor den Fäusten haben. Evans bester Sieg bislang war wohl der TKO-Erfolg über Emmanuel Lucero, der immerhin schon mit Daniel Ponce De Leon, Jason Litzau, Rocky Juarez und sogar Manny Pacquiao im Ring gestanden hatte. Javier Fortuna sorgte vor allem mit seinem letzten Sieg für Aufsehen. Er besiegte den erfahrenen Veteran Miguel Roman, welcher unter anderem schon mit Jorge Solis und Antonio Escalante über die Runden gegangen war, klar nach Punkten, und schien teilweise sogar kurz davor zu stehen ihn als erster Boxer überhaupt vorzeitig zu schlagen, was wenig später dann Antonio DeMarco gelang.

Neben ihrem makellosen Kampfrekord und der relativen Unerfahrenheit haben beide Boxer auch ein paar stilistische Gemeinsamkeiten. Beide leben hauptsächlich von ihren schnellen Händen und von ihrer Schlagkraft. Beide boxen zudem normalerweise aus der Rechtsauslage heraus, auch wenn Evans teilweise in die Normalauslage wechselt. Der US-Amerikaner ist allerdings ein wenig eindimensionaler als Fortuna und defensiv etwas weniger beschlagen, als der Dominikaner, der teilweise sehr beweglich im Oberkörper agiert und so schwer zu treffen ist. Andererseits tendiert er häufig dazu sich in eine Schlacht ziehen zu lassen, etwas wild in seinen Angriffen zu werden, und vor allem seine überlegene Reichweite nicht auszunutzen. Dann vernachlässigt er seine Deckungsarbeit und ist leichter zu treffen. So musste er auch gegen Miguel Roman spät im Kampf einmal zu Boden, auch wenn der Niederschlag offiziell nicht gegeben wurde. Da Yuandale Evans wohl der härtere Puncher der beiden ist, muss er darauf aufpassen, dass er die Defensivarbeit am Freitagabend nicht so sehr vernachlässigt.

Aus der Distanz heraus hat Javier Fortuna in diesem engen Kampf sicherlich die Vorteile auf seine Seite, doch sollte sich diese verkürzen, sehe ich Evans mit seiner größeren Schlagkraft vorne. Insgesamt ist die Ansetzung wirklich sehr ausgeglichen und deshalb spannend, wobei Fortunas starke Leistung gegen Miguel Roman ihn für mich sogar zum leichten Favoriten machen würde, wenn eine Kleinigkeit nicht wäre:

Beim Einwiegen erreichte Javier Fortuna nicht das vereinbarte Catchweight von 128 Pfund und brauchte zwei Stunden um die überschüssigen anderthalb Pfund abzuschwitzen, während Yuandale Evans direkt beim ersten Versuch mit 128 Pfund einwog. Gerade in einem ansonsten ausgeglichenen Kampf könnte das einen entscheidenden Unterschied ausmachen. Fortuna wird beweglich bleiben müssen um Evans Schlagkraft zu neutralisieren, doch wenn er durchs Gewichtmachen beeinträchtigt ist, dürfte es für ihn schwer werden zehn Runden lang die nötige Mobilität aufzubringen. Das Einwiegen lässt mich daher Yuandale Evans leicht favorisieren, und ich glaube, dass er den Kampf in den letzten Runden zu seinen Gunsten biegen wird, ob per KO oder engem Punktsieg sei dahingestellt.

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