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Vorschau: Javier Fortuna vs Miguel Zamudio

Bei EPSNs “Friday Night Fights” treffen am kommenden Freitagabend zwei Federgewichtler im Kampf um den Interimstitel der WBA aufeinander. In Atlantic City fordert der Mexikaner Miguel Zamudio den ungeschlagenen und favorisierten Titelverteidiger Javier Fortuna aus der dominikanischen Republik heraus. Fortuna will den Gürtel zum ersten Mal erfolgreich verteidigen, nachdem er ihn Ende letzten Jahres gegen Patrick Hyland gewann.

Mit seinen 23 Jahren gilt Javier Fortuna nicht nur als eines der am höchsten gehandelten Talente des Boxsports, sondern auch schon als Publikumsliebling dank seines zuschauerfreundlichen Stils. In 22 Kämpfen ist der Rechtsausleger, der „el abejon“, die Hummel, genannt wird, unbesiegt und wurde dabei bisher kaum ernsthaft gefordert. 15 seiner 21 Siege feierte der Dominikaner vorzeitig, und auch die restlichen Punktsiege fielen größtenteils deutlich aus. Ende 2011 machte er das erste Mal wirklich auf sich aufmerksam, als er den zähen Veteran Miguel Roman nach Punkten schlug. Nur vier Monate später stoppte er den zuvor ungeschlagenen US-Amerikaner Yuandale Evans in einer Runde KO und sorgte somit für weitere Schlagzeilen. Es folgte ein Sieg über Ex-Weltmeister Cristobal Cruz in nur zwei Runden und schließlich der Titelgewinn über den bis dahin unbesiegten Patrick Hyland. Auch diesen Kampf beherrschte Fortuna recht klar ehe er hinten heraus ein wenig einbrach ohne jedoch jemals ernsthaft in Gefahr zu geraten den Sieg noch aus der Hand zu geben.

Miguel Zamudio hat seine Profikarriere hingegen viel mehr außerhalb des Scheinwerferlichts geführt. Der eher unbekannte Mexikaner erlitt bisher nur eine Niederlage in seinen 27 Kämpfen, und diese kassierte er in seinem sechsten Profikampf. Seitdem ist er zwar in 21 Kämpfen unbesiegt, jedoch stand er mit noch keinen Gegnern im Ring, die einen ernsthaften Test boten. Seine beiden besten Gegner waren wohl Eden Marquez und Gilberto Bolanos, die zusammengerechnet einen Kampfrekord von 48-29-3 zu den Zeitpunkten der Kämpfe aufwiesen. Der plötzliche Qualitätssprung zu einem Kampf gegen Javier Fortuna ist immens.

Der Mexikaner ist ein etwas unorthodoxer Boxer, der sich ordentlich durch den Ring bewegt und ein gutes Timing und ein Auge für Öffnungen besitzt. Er führt recht viel mit dem Jab, wartet aber auch gerne auf Konter. Dabei schlägt er jedoch nicht sonderlich hart und ist vor allem ziemlich langsam mit seinen Händen, was für ihn zum größten Problem werden könnte.

Denn Javier Fortuna besitzt blitzschnelle Fäuste, so dass der Unterschied in Sachen Schnelligkeit zwischen den beiden wie Tag und Nacht sein dürfte. Fortuna boxt am liebsten einen sehr aggressiven Stil, bei dem er teilweise sogar zu unvorsichtig und wild agiert. Er ist zudem schlagstark und ein exzellenter Finisher. In seinem letzten Kampf konnte ihn der unorthodoxe Patrick Hyland jedoch ein wenig zähmen und ihn zu einem eher zurückhaltenden Kampf zwingen.

Auch Zamudios leicht ungewöhnlicher Boxstil könnte Fortuna ein paar Probleme bereiten. Wenn der Dominikaner zu wild attackiert wird Zamudio definitiv seine Kontergelegenheiten bekommen. Daher muss es Fortunas Kampfplan sein seinen deutlichen Schnelligkeitsvorteil effektiv auszuspielen. So lange er technisch sauber angreift und kompakte Schläge abfeuert dürfte er in der Lage sein den Klassenunterschied, der in diesem Kampf herrschen dürfte, aufzuzeigen.

Der auf ESPN2 ausgestrahlte Kampf sollte ein großer Ansporn für Javier Fortuna sein seinen Bekanntheitsgrad weiter zu steigern, und im gut besetzten Federgewicht könnten auf den viel versprechenden 23-Jährigen in der Zukunft interessante und profitable Kämpfe warten. Mit Miguel Zamudio hat er meiner Meinung nach eine Pflichtaufgabe vor sich, bei der er sein Können gut demonstrieren werden kann. Ich denke, dass er eindrucksvoll gewinnen sollte und höchstens in den ersten paar Runden leichtere Probleme haben dürfte. In der Folge sollte er in der Lage sein den Kampf zu dominieren und früher oder später den KO zu erzwingen.

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