Top News

Vorschau: Ivan Calderon vs. Jesus Iribe

Ivan Calderon gilt seit fast einem Jahrzehnt als einer der besten puren Boxer der Welt, doch seine Gegnerschaft lässt mehr und mehr zu wünschen übrig. Am Samstag verteidigt der ungeschlagene Puertoricaner in seinem neunzehnten Titelkampf gegen Jesus Iribe, der zum dritten Mal nach einem Titel greift.

Es steht außer Frage, dass Ivan Calderon boxerisch absolut Weltklasse ist und ein Ausnahmetalent darstellt, aber es sieht mehr und mehr so aus, als werde man ihn wohl nicht mehr wirklich getestet sehen. Seine letzten Gegner legitimierten sich im Nachhinein zwar etwas mehr, da Rodel Mayol, den Calderon in den letzten zwei Kämpfen boxte, daraufhin den WBC-Titel gewann, und sein zweimaliger Gegner Hugo Cazares zuletzt im Superfliegengewicht Weltmeister wurde, doch insgesamt bleibt der Eindruck, dass er seine beste Zeit mit eher durchschnittlichen Herausforderern vergeudet. Und in letzter Zeit häufen sich zudem die Anzeichen, dass seine beste Zeit bereits vorüber ist, und er immer mehr nachlässt. Besonders gegen Mayol war schon zu erkennen, dass seine exzellenten Reflexe nicht mehr ganz so überragend sind, und dass seine schnellen Hände bereits einen Tick langsamer geworden sind. Er ist immer noch die klare Nummer Eins im Halbfliegengewicht, doch in einem für die unteren Gewichtsklassen fast biblischem Alter von 35 Jahren scheint es fast nur noch eine Frage der Zeit, wann er überraschend entthront wird. Gegen WBA-Weltmeister und KO-Künstler Giovanni Segura würde er zum Beispiel längst nicht mehr so klar als Favorit gelten wie noch vor ein paar Jahren. So bleibt auch Jesus Iribe die Hoffnung, dass Calderon inzwischen so stark nachgelassen hat, dass er für die Überraschung sorgen kann.

Doch ob Iribe dazu in der Lage ist, muss man eher bezweifeln. Der Mexikaner mit einem durchwachsenen Kampfrekord von 16 Siegen bei 6 Niederlagen und 5 Unentschieden hat bislang jedes Mal den Kürzeren gezogen, wenn er gegen Weltklasseleute angetreten ist. Sowohl Raul Garcia, als auch Edgar Sosa und Brian Viloria besiegten ihn deutlich. Iribe boxt rundum unspektakulär und hat nichts zu bieten, was Calderon nicht schon gesehen hat. Er ist nicht gerade schnell, schlägt ordentlich hart zu, aber auch nicht überragend, und ist boxerisch gerade mal solide ausgebildet.

Calderon ist hingegen immer noch extrem schnell und vor allem reaktionsstark. Er bewegt sich so gut im Ring wie kaum ein anderer Boxer derzeit und besitzt ein exzellentes Distanzgefühl und Timing. Ihm fehlt es natürlich völlig an Schlagkraft, doch trotzdem fällt es seinen Gegnern schwer an ihn heranzukommen. Man ist wohl auf der sicheren Seite anzunehmen, dass Calderon Iribe von außen boxen wird. Er wird sich viel bewegen und Iribes Schläge ins Nichts gehen lassen. Dann bringt er ein, zwei blitzschnelle Schläge an und verschwindet eben so schnell wieder außer Reichweite. Da sich dieses Muster über die 12 Runden immer wieder wiederholen sollte, verspricht es kein sonderlich atemberaubender Kampf zu werden, sondern vielmehr, wie so oft bei Calderon, eine Boxdemonstration. Ich sehe bei Iribe einfach überhaupt keine Mittel Calderon irgendwie Paroli zu bieten. Schon Brian Viloria war deutlich zu schnell für ihn, und Calderon ist mindestens eben so schnell und vereint das noch mit überragender Technik, Beinarbeit und Präzision. Alles andere als ein klarer Punktsieg für Calderon wäre am Samstagabend im Madison Square Garden eine Sensation.

Voriger Artikel

Vorschau: Julio Cesar Miranda vs. Richie Mepranum

Nächster Artikel

Vorschau: David Lemieux vs. Elvin Ayala

Keine Kommentare

Antwort schreiben