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Vorschau: Ismayl Sillakh vs Denis Grachev

Einer der am heißesten gehandelten Talente im heutigen Boxsport gewichtsklassenübergreifend ist der 27-jährige Ukrainer Ismayl Sillakh. Mit 17 Siegen in 17 Kämpfen befindet er sich seit seinem Profidebüt im Juli 2008 auf dem schnellen Weg Richtung WM-Titel, den ihm viele seit längerer Zeit prophezeien. Am Freitagabend ist sein nächster Test der 29-jährige Russe Denis Grachov, welcher ebenfalls noch ungeschlagen ist in seiner Profikarriere.

Während Sillakh jedoch schon einige starke Gegner geboxt hat, ist Grachevs Karriere bislang eher unbeachtet verlaufen, da er sich noch an keine echten Härtetests heran getraut hat. Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass er sich gleichzeitig im Boxsport, in MMA und in Muay Thai versucht, was sicherlich kein gutes Rezept ist um sein volles Potenzial in einer der drei Sportarten zu verwirklichen.

Ismayl Sillakh hat da schon einiges mehr vorzuweisen. Sein erstes richtiges Ausrufezeichen setzte er in seinem zwölften Profikampf, als er im April 2010 Daniel Judah beeindruckend deklassierte und in zwei Runden stoppte. Ein Jahr später folgte sein bislang wohl größter Sieg, als er auf den ungeschlagenen, ebenfalls hoch gehandelten Kubaner Yordanis Despaigne traf. Sillakh machte den Kampf überraschend einseitig, schlug Despaigne nieder und gewann klar nach Punkten. Zuletzt benötigte er zudem nur vier Runden für Ali Ismailov, welcher zwei Jahre zuvor noch um den WBO-Titel im Cruisergewichtstitel geboxt hatte, und nur knapp nach Punkten unterlegen gewesen war.

Die Favoritenrolle ist jedoch nicht nur wegen der bisherigen Ergebnisse beider Boxer klar verteilt. Beinahe schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass Ismayl Sillakh ein enorm viel versprechendes Talent ist. Er ist technisch hervorragend, hat schnelle Hände, eine solide Deckungsarbeit und Power in beiden Händen. Zudem hat er durch seine lange und erfolgreiche Amateurlaufbahn, in der er einen Kampfrekord von 302-16 anhäufte und einige Preise abstaubte, weitaus mehr Erfahrung vorzuweisen als es sein relativ kurzer Profikampfrekord offenbart. Grachev hingegen wirkt rundum höchstens solide und profitiert hauptsächlich von seiner Schlagkraft. Sieben seiner elf Siege erzielte er vorzeitig, doch wenn es über die Punkte ging, wurde es meistens eng. So reichte es die letzten drei Male gegen eher schwache Gegner in dem Fall zweimal nur zu einer Mehrheitsentscheidung und ein Mal sogar nur zu einem Unentschieden. Wenn man ihn boxen sieht, merkt man auch, woran das liegt. Er übt zwar meist Druck auf seinen Gegner aus, lässt dabei aber seine Fäuste nicht genug fliegen und wirkt generell ein wenig steif in seinen Bewegungen. Gegen den flüssigen Kombinationsboxer Sillakh ist er daher der glasklare Außenseiter.

Normalerweise fängt Sillakh etwas langsamer an und baut den Kampf langsam hinter seinem Jab auf, dürfte dabei aber von Anfang an gegen Grachev absolut in Kontrolle sein. Sobald er dann langsam mehr aufdreht, erwarte ich, dass der Kampf immer ungleicher wird bevor Sillakh Grachev dann stoppt. Denis Grachev ist kein schlechter Boxer, aber Ismayl Sillakh spielt in einer anderen Liga und ist für mich bereits zu diesem Zeitpunkt ein erschreckend kompletter Boxer, der kaum wirkliche Schwächen offenbart. Ich gehe davon aus, dass er am Freitagabend in einem einseitigen Kampf die hohen Meinungen, die auf ihn gehalten werden, nur noch weiter unterstreichen wird, und Grachev vermutlich innerhalb der ersten sechs Runden stoppen wird.

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3 Kommentare

  1. Mr. Wrong
    27. April 2012 at 17:47 —

    Benjamin, deine Artikel treffen den Nagel immer auf den Kopf!

    stimme dir in allen Punkten zu.

  2. johnny l.
    27. April 2012 at 18:39 —

    erschreckend komplett … schön formuliert. würde ihn gerne gegen den sieger aus b-hop/dawson sehen

  3. UpperCut
    28. April 2012 at 05:39 —

    UNFASSBAR DUMM!!!!! wie kann ein so guter boxer mit so viel talent so verdammt dumm boxen. unfassbar. grachev war doch schon laensgt besiegt und dann ist er so dumm und geht nicht mal aufs knie sondern versucht stehen zu bleiben.

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