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Vorschau: Ismayl Sillakh vs Ali Ismailov

Ursprünglich sollte das ukrainische Halbschwergewichtstalent Ismayl Sillakh am Freitag in Moskau gegen den US-Amerikaner Chris Henry antreten. Als dieses kein Visum bekam und absagen musste, sollte der Russe Maxim Vlasov einspringen, doch diese Woche musste auch Vlasov absagen. Nun hat man mit Ali Ismailov erneut einen ordentlichen Ersatzmann gefunden, so dass Sillakh hoffentlich doch am Freitag boxen kann.

Ismailov ist nicht ganz auf dem Level von Vlasov oder Henry, bleibt für einen kurzfristigen Ersatz aber eine gute Lösung. Mit 37 Jahren ist der Aserbaidschaner über seinen Zenit hinaus und hat bereits sieben Niederlagen auf seinem Kampfrekord, die aber stets gegen gute Gegner kamen. 2009 unterlag er sowohl WBO-Weltmeister Victor Emilio Ramirez als auch Denis Lebedev, zuletzt musste er vier vorzeitige Niederlagen in Folge hinnehmen. Yoan Pablo Hernandez, der daraufhin IBF-Weltmeister wurde, schlug ihn in einer Runde KO, die drei ungeschlagenen Talente Mateusz Masternak, David Quinonero und Dmytro Kucher brauchten etwas länger.

Ismayl Sillakh auf der anderen Seite ist noch ungeschlagen und sah zuletzt sensationell aus. Im März feierte er seinen bislang größten und am meisten beachteten Sieg. Gegen den ungeschlagenen Kubaner Yordanis Despaigne gewann er dominant nach Punkten und entzauberte dabei den hoch geschätzten Ex-Topamateur. Auch Sillakh selber war ein Topamateur mit einer überlieferten Bilanz von 302 Siegen bei 16 Niederlagen. Er ist ein technisch guter Boxer mit schnellen Händen, sehr guter Schlagkraft und enormen Potenzial. Mit seinen 26 Jahren sieht er schon fast wie ein kompletter Boxer aus. Die einzigen Kritikpunkte sind seine fehlenden Meidbewegungen und die steten Gerüchte um ein schwaches Kinn, auch wenn davon im Profibereich noch überhaupt nichts zu sehen war.

Ali Ismailov wird aber darauf hoffen müssen, dass da etwas dran ist, wenn er den Kampf gewinnen möchte. Mit seinen eigenen inzwischen bescheidenen Nehmerfähigkeiten wird es bei Sillakhs Offensivstärke schwer für ihn werden einen KO zu vermeiden, so dass er hoffen muss einen Volltreffer zu landen um für die große Überraschung sorgen zu können. Ismailov ist technisch ebenfalls gut ausgebildet, aber im Grunde in allen Bereichen eine Klasse schlechter als Sillakh. Der einzige kleine Vorteil, den er besitzt, ist das Gewicht. Seine gesamte Profikarriere wog Ismailov um die 200 Pfund, während Sillakh normalerweise im Halbschwergewichtslimit von 175 Pfund einwiegt. Da Ismailov kurzfristig eingesprungen ist wird er wohl kaum in der Lage sein sich auf 175 Pfund runter zu hungern und könnte im Ring durchaus einen beachtlichen Gewichtsvorteil haben.

Trotz dessen wäre ein Sieg des Aserbaidschaners ein Schock. Sillakh gilt als eines der größten Talente der Gewichtsklasse und als Weltmeister in der Mache, während Ismailov es nie ganz zur Weltklasse geschafft hat und schon länger auf dem absteigenden Ast ist. Man sollte davon ausgehen können, dass Sillakh diesen Klassenunterschied am Freitag deutlich macht und Ismailov dominiert ehe er ihn KO schlägt.

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1 Kommentar

  1. Tom
    3. November 2011 at 14:20 —

    Ich glaube Ismailov steht keine drei Runden!

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