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Vorschau: Hylon Williams Jr. vs Rances Barthelemy

Zwei ungeschlagene Leichtgewichte treffen am Freitagabend in Las Vegas aufeinander. Im Rahmen von Friday Night Fights auf dem amerikanischen Sender ESPN2 steigen der Lokalmatador Hylon Williams Jr. und der Kubaner Rances Barthelemy miteinander in den Ring.

Hylon Williams wechselte 2008 nach einer guten Amateurkarriere, in der er Reporten zu Folge 145 Siege und 20 Niederlagen einfuhr, im Alter von 17 Jahren zu den Profis. Dort ist er heute in fünfzehn Kämpfen ungeschlagen, und wurde gegen limitierte Gegner bislang kaum gefordert. Einzig gegen den zähen Journeyman Khadaphi Proctor hatte er 2009 einige Probleme, doch auch diesen Kampf gewann er im Endeffekt nach Punkten. Sein Gegner am Freitag, Rances Barthelemy, hat währenddessen schon die besseren Gegner vor den Fäusten gehabt. Der jüngere Bruder von Yan Barthelemy, welcher zusammen mit Yuriorkis Gamboa aus Kuba floh und mit mehr Hype in den Profisport startete, aber inzwischen bei 12-2 steht und einen Tag später selber einen schweren Kampf vor sich hat, besiegte zuletzt beispielsweise Alejandro Barrera, welcher bereits mit Boxern wie Rey Bautista, Alejandro Sanabria, Benoit Gaudet oder Cesar Soto im Ring stand in zwei Runden.

„Kid Blast“, wie sich Rances Barthelemy nennt, ist physisch extrem stark für sein Gewicht. Obwohl er noch im Leichtgewicht boxt, sparrt er laut eigenen Aussagen oft mit Halbmittel- und Mittelgewichtlern, und sein Trainer sieht ihn auch auf Dauer bis dahin aufsteigen. Mit 1,80 Metern Körpergröße ist er auch sehr groß für das Leichtgewicht und überragt Hylon Williams um zehn Zentimeter. Für den Kampf müssen beide Boxer bei 132 Pfund einwiegen, doch am Kampfabend sollte Barthelemy der schwerere Mann im Ring sein, auch wenn Williams in seinen bisherigen Kämpfen stets etwas höhere Gewichte beim Einwiegen hatte als der Kubaner.

Das ist jedoch nicht sein einziger Vorteil. Rances Barthelemy besitzt, ganz im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Yan, ordentlich Dampf in den Fäusten und feierte elf seiner vierzehn Siege vorzeitig. Auf der anderen Seite stehen bei Williams Jr. nur drei KO-Erfolge in fünfzehn Kämpfen gegen insgesamt wohl schwächere Gegner. Das liegt jedoch auch viel am Stil, da Williams nicht wirklich auf den KO aus ist, und durchaus über etwas mehr Schlagkraft verfügt als es diese Statistik aussagt.

Doch auch Hylon Williams besitzt einige Vorteile in diesem Kampf. Neben dem Fakt, dass er zu Hause in Las Vegas boxt, ist er vor allem im boxerischen Bereich überlegen. Während der junge US-Amerikaner technisch sehr begabt ist und zudem schnelle Hände und gute Reflexe besitzt, hat Barthelemy dort für einen Kubaner untypischerweise einige Mängel. Barthelemy kontert am liebsten und sieht teilweise amateurhaft aus, wenn er nach vorne kommt. Williams besitzt meiner Meinung nach genau den Stil um ihm das Leben schwer zu machen. Auch Williams kontert am liebsten und wird Barthelemy wohl in den Vorwärtsgang zwingen. Doch da wird der Kubaner Schwierigkeiten damit haben Williams mit seinen zwar wuchtigen, aber nicht sehr schnellen Schlägen zu erwischen, da der US-Amerikaner sehr beweglich im Oberkörper sowie schnell auf den Beinen ist. Generell legt Williams für einen jungen Boxer sehr viel Wert auf die Defensivarbeit und ist schwer klar zu treffen. Seine extrem schnellen und präzisen Konter könnten dabei Barthelemy zusätzlich frustrieren.

Stilistisch gesehen ist es ein schlechtes Match-Up für Barthelemy, in dem ich ihm wenige Chancen einräumen würde, wenn es nicht den Unterschied an Erfahrung gäbe. Hylon Williams Jr. stand noch mit keinem ansatzweise würdigen Gegner im Ring, und oft kommt es vor, dass Boxer gegen schwache Gegner überragend aussehen nur um dann beim ersten Mal, wenn sie wirklichen Widerstand erfahren, einzubrechen. Barthelemy hat sein Können sicherlich schon auf einem höheren Level bewiesen und ist daher definitiv nicht abzuschreiben. Der Kampf wird definitiv ein Härtetest für Hylon Williams Jr., doch ich glaube, dass es einer wird, den er bestehen kann, und tippe auf einen Sieg nach Punkten für den 21-Jährigen, auch wenn es mich nicht überraschen würde, wenn Barthelemy sich als ein zu plötzlicher Qualitätssprung in der Gegnerschaft herausstellen würde.

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