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Vorschau: Guillermo Jones vs Michael Marrone

Dass die WBA ihrem Cruisergewichtsweltmeister Guillermo Jones den Titel noch nicht abgenommen hat, grenzt an ein Wunder. Der 39-jährige hat seit seinem Titelgewinn vor mehr als drei Jahren gerade einmal einen Kampf abgeliefert, doch an diesem Samstag soll tatsächlich der Zweite folgen. Sein Gegner ist Michael Marrone, dessen Qualifikation für einen Titelkampf fragwürdig bis nicht erklärbar ist.

Denn Marrone hat in seiner gesamten Karriere noch nicht ein einziges Mal im Cruisergewicht geboxt. Zwischen 2004 und 2011 schwankte er zwischen einem Gewicht von 205 und 226 Pfund und bestritt seine Kämpfe im Schwergewicht. Zudem ist es bei weitem nicht so, dass er sich dort einen Namen durch gute Siege gemacht hätte. Von seinen letzten fünf Kämpfen konnte er gerade einmal zwei gewinnen, beide gegen Gegner mit negativem Kampfrekord, und selbst die Niederlagen kamen gegen Leute, die doch noch ein Stück von einem Titelkampf entfernt waren und sind. Wie in aller Welt es der 26-jährige US-Amerikaner also plötzlich auf Platz 14 der Cruisergewichtsliste der WBA schaffte, bleibt also das Geheimnis des Verbandes.

Ebenso wie die Antwort auf die Frage, warum Guillermo Jones sich noch immer Weltmeister nennen darf, obwohl er die in den Richtlinien der WBA vorgeschriebene Zeit für eine Titelverteidigung von neun Monaten zwei Mal deutlich überschritt. Zwischen dem Titelgewinn im September 2008 gegen Firat Arslan und seiner bislang einzigen Titelverteidigung gegen Valery Brudov lagen ganze 25 Monate. Seitdem sind nun weitere 13 Monate vergangen. Stattdessen ließ die WBA im Februar einen Interimtitel zwischen Yoan Pablo Hernandez und Steve Herelius ausboxen, den der Sieger Hernandez nicht behielt und der nun einen Tag vorm Kampf zwischen Jones und Marrone für Denis Lebedev und James Toney auf dem Spiel steht, wobei Toney ähnlich wie Marrone die letzten Jahre ausschließlich im Schwergewicht unterwegs war.

Trotz allen Ungereimtheiten bleibt es am Samstag ein recht interessantes Duell zwischen zwei Boxern, die zwar trotz des Titels nicht zur absoluten Weltklasse zählen, aber immerhin zum erweiterten Kreis. Das Ring Magazin listet Guillermo Jones immerhin auf Platz 10 im Cruisergewicht. Jones, der eine ungewöhnliche Karriere vom Weltergewicht bis ins Schwergewicht und dann zurück ins Cruisergewicht hinter sich hat, ist ein wirklich guter Boxer, der vor allem darunter gelitten hat, nie eine wirkliche Publikumsattraktion zu sein. Schon 1998 hatte er zweimal Pech in Kämpfen gegen Laurent Boudouani nicht den WBA-Halbmittelgewichtstitel zugesprochen zu bekommen, und 2002 hatte jeder Zuschauer ihn gegen Cruisergewichtsweltmeister Johnny Nelson vorne gesehen, nur die Punktrichter schenkten dem Heimboxer ein Unentschieden. Auch seine letzte Niederlage, gegen Steve Cunningham, war unglücklich und hätte auch anders ausgehen können. Er ist technisch kompetent und besitzt ordentliche Schlagkraft und einer guten Workrate. Gegen die meisten seiner Gegner spielte er seinen Reichweiternvorteil aus, doch der aus dem Schwergewicht kommende Michael Marrone wird ihm in diesem Bereich in etwa ebenbürtig sein. Auch legt Marrone eine ähnlich hohe Workrate an den Tag wie Jones und kann ebenfalls ganz gut zulangen. Der größte und entscheidende Unterschied zwischen den beiden ist jedoch, dass Marrone viel zu leicht zu treffen ist. Er attackiert seinen Gegner gerade heraus ohne dabei großartig verschiedene Winkel zu nutzen und vernachlässigt gleichzeitig seine Deckungsarbeit.

Und genau das sollte am Samstag den Unterschied ausmachen, solange Jones durch seine spärlichen Kämpfe nicht zu viel Ringrost angesetzt hat. Der Panamese sollte keine all zu großen Probleme haben seine Treffer zu landen, was Marrone, der auch nur ein durchschnittliches Kinn besitzt, nicht schmecken dürfte. Ich halte es für durchaus möglich, dass Guillermo Jones ringrostbedingt ein paar Runden braucht um in den Kampf zu finden, doch dann sollte er ihn klar bestimmen und schließlich in der zweiten Kampfeshälfte seinen doch überforderten Gegner ausknocken.

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12 Kommentare

  1. SemirBIH
    4. November 2011 at 17:39 —

    Das ist eine Frechheit von der WBA dass ihm der Titel noch nicht aberkannt wurde. Dann wird so ein Gegner zur Verteidigung verpflichtet … unglaublich. Wie kann so ein billiger Boxer in der Top 15 eines Weltverbandes (!) sein … Ich zähle die WBA gar nicht mehr als Weltverband weil es nur ein Drecks-Verband ist !!

  2. Han Anuk
    4. November 2011 at 18:16 —

    Die Antwort,liegt im detail.
    Guillermo Jones kommt aus Panama,und die WBA hat ihren Hauptsitz auch
    in Panama.
    Und es ist ja bekannt das die WBA zu ihren Landsleuten,
    sehr tollerrant sind.

  3. Tom
    4. November 2011 at 20:06 —

    @ Han Anuk

    Mit deinem Kommentar hast du vermutlich leider ins Schwarze getroffen!

  4. Han Anuk
    4. November 2011 at 23:06 —

    @ Tom

    Ich gehe sogar noch ein Schritt weiter.
    Guillermo Jones wird nach seiner aktiven Karrierer,als WBA funtionär
    den Boxsport erhalten bleiben.;-)

  5. ghetto obelix
    4. November 2011 at 23:26 —

    Hat Jones genug Geld oder braucht er keins oder warum kämpft der Kerl nie ???

  6. Tom
    4. November 2011 at 23:33 —

    @ ghetto obelix

    Das könnte u.a. daran liegen das Jones ein D.King-Boxer ist,das zieht sich durch wie ein roter Faden das dessen Boxer meist nur recht selten kämpfen,Chris Byrd konnte davon ein Lied singen!

    Viele haben auch in der Vergangenheit mit Absicht verloren,nur damit sie von King los kommen,denn das meiste Geld für einen Kampf schöpft King ab.

    Allerdings kommt bei Jones noch dazu das der nach wie vor mit dem Schwergewicht liebäugelt!

  7. ghetto obelix
    4. November 2011 at 23:45 —

    @ tom

    ja, aber ich finde dass er sogar für einen King-Boxer recht selten kämpft, da steigt ja sogar noch Ray Austin noch öfter in den Ring!!! 🙂
    Und als Weltmeister könnt doch King mit ihm gut Geld verdienen, wenn er seinen Titel mal verteidigen würde.
    Mit 39 noch ins Schwergewicht, dass hätte er auch noch früher machen können bevor er solange inaktiv bleibt, figosport schreibt aber er wäre 1 jahr verletzt gewesen…

    Warum die Don King Boxer nur so selten kämpfen verstehe ich nicht…

  8. Mr. Wrong
    4. November 2011 at 23:48 —

    Guillermo ist ein cooler Typ, ist schön 2 Jahre am chillen, macht dann seinen Kampf z.B gegen Brudov in Topform mit super Kondtion.
    Bei dem ist echt alles möglich.

  9. Tom
    5. November 2011 at 00:01 —

    @ ghetto obelix

    Lese mal das Buch über Don King,Titel Harte Bandagen,da wird dir einiges verständlicher!

    @ Mr.Wrong

    Das hast du schon recht,nur in jedem anderen Verband wäre er seinen Titel schon los!

  10. Sandro
    5. November 2011 at 03:09 —

    guliermo jones will angeblich ins schergewicht aufsteigen ist da was wares dran weil ich glaub jones hätte mehr chancen als mormeck

  11. Kano
    5. November 2011 at 04:10 —

    @Sandro
    Ob er von sich selbst ins Schwergewicht aufsteigen will bezweifle ich mal ich denke D.King sein Promoter und Assgeier fordert es von ihm,Jones ist lächerlich boxt in drei Jahren nur einmal und ruht sich auf seinem Titel aus,die WBA ist an lächerlichkeit nicht mehr zu überbitten,demm Typen gehörte sich der Titel schon seit einiger Zeit aberkannt.

  12. willi 54
    5. November 2011 at 19:29 —

    Die Gegner von Marco Huck haben die selben Qualifikationen, Minto und Richards, Nakash usw. So wo ist das Problem?

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