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Vorschau: Grzegorz Proksa vs Sergio Mora

ESPN2s Friday Night Fights überträgt am Freitagabend einen richtungweisenden Kampf im Mittelgewicht. Der 28-jährige Pole Grzegorz Proksa steht nach seiner zweiten Niederlage schon ein wenig mit dem Rücken zur Wand, während der US-Amerikaner Sergio Mora nur zwei seiner letzten sechs Kämpfe für sich entscheiden konnte. In Florida treffen die beiden aufeinander und hoffen darauf mit einem Sieg wieder zur Spitze der Gewichtsklasse aufschließen zu können.

Grzegorz Proksa war lange Zeit ein mehr oder weniger gut gehütetes Geheimnis des europäischen Boxens. Seinen ersten wirklich großen Auftritt hatte der Pole Ende 2011 in Deutschland, als er im Kampf um den EM-Titel Sebastian Sylvester in nur drei Runden äußerst eindrucksvoll auseinander nahm. Doch es folgte sofort der erste Rückschlag in Proksas noch junger Karriere. In seiner ersten Titelverteidigung unterlag er äußerst überraschend Kerry Hope nach Punkten, was er erst vier Monate später im Rückkampf durch einen vorzeitigen Sieg wieder gerade rücken konnte. Durch diesen Sieg verdiente er sich seinen ersten WM-Kampf, doch WBA-Weltmeister Gennady Golovkin war zuviel für Proksa, der sich in fünf Runden geschlagen geben musste.

Sergio Mora hingegen ist schon etwas länger als Profi dabei und machte sich erstmals in der TV-Serie „The Contender“ einen Namen, welche er unter anderem gegen Ishe Smith, Jesse Brinkley und Peter Manfredo Jr. gewann. 2008 erarbeitet sich der ungeschlagene US-Amerikaner dann sogar einen Titelkampf, in dem er überraschend gegen Vernon Forrest triumphierte. Forrest holte sich den WBC-Leichtgewichtstitel jedoch im direkten Rückkampf schnell zurück. Für Mora war es die erste Niederlage, doch es sollten weitere folgen. Nach einem Unentschieden mit Shane Mosley zeigte sich Brian Vera 2011 und 2012 gleich zwei Mal zu stark für Mora, so dass für diesen in den letzten fünf Jahren gerade einmal zwei Siege gegen unbekannte Gegner zu Buche stehen.

Mora ist ein technisch starker Boxer mit recht schnellen Händen und einer soliden Defensive. Er bewegt sich gut durch den Ring, attackiert aus verschiedensten Winkeln und arbeitet hinter einem guten Jab. Er neigt jedoch dazu hinten heraus nachzulassen, besitzt kaum Schlagkraft, und wirkte zuletzt bereits ein wenig über seinen Zenit hinaus, obwohl er erst 32 Jahre alt ist. Auch ist er nicht immer der aktivste Boxer und hat so schon Kämpfe wegen seiner zu geringen Workrate verloren.

Grzegorz Proksa ist ein sehr schneller, reflexstarker Rechtsausleger, mit sehr guter Schlagkraft. Wenn er seinen Rhythmus findet, ist er eine exzellente Mischung aus aggressivem zuschauerfreundlichen Puncher und Defensivkünstler, doch gegen stärkere Gegner lässt ihn sein Stil, der sehr auf seiner Athletik basiert, hin und wieder im Stich. Proksa lässt die Fäuste manchmal aufreizend tief hängen und vertraut auf seine Reflexe um die Angriffe des Gegners zu negieren. Aufgrund dessen haben sich einige grundlegende technische Fehler bei ihm eingeschlichen, die er mit seiner Schnelligkeit zu kaschieren versucht.

Der Kampf ist ein interessantes Aufeinadertreffen zweier unterschiedlicher Stile. Theoretisch sollte Moras technische Klasse dem Athleten Proksa einige Probleme bereiten. Alleine schon Moras Jab sollte in der Lage sein den Rhythmus des Polens immer wieder zu stören. Andererseits halte ich Proksa insgesamt für den talentierteren Boxer. Proksa wird trotz seiner Schlagkraft wohl nicht in der Lage sein Mora zu stoppen, da dieser ein exzellentes Kinn besitzt und zudem defensiv zu gut dafür ist. Daher tippe ich auf einen engen Kampf über die volle Distanz, in dem ich im Endeffekt aber doch Grzegorz Proksa den Vorzug geben muss. Während Proksa noch jung ist und auf dem Weg nach oben ist, scheinen mir Moras Aktien doch zunehmend zu fallen.

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8 Kommentare

  1. Mayweather
    28. Juni 2013 at 02:14 —

    Insagesamt ein guter Artikel. Aber:
    “Proksa lässt die Fäuste manchmal aufreizend tief hängen und vertraut auf seine Reflexe um die Angriffe des Gegners zu negieren. Aufgrund dessen haben sich einige grundlegende technische Fehler bei ihm eingeschlichen, die er mit seiner Schnelligkeit zu kaschieren versucht”.
    Ich frage mich was diese “grundlegenden technischen Fehler” sein sollen!?

  2. Polnische Flasche leer Bier
    28. Juni 2013 at 05:26 —

    man ey endlich mal wieder ein guter kampf auf espn und dann, wird der nicht mal auf espn america übertragen.

  3. underdog-m
    28. Juni 2013 at 10:19 —

    Hahahahah das was in dem bericht geschrieben wurde über proksa hab ich im ggg bericht über ihn geschrieben 🙂 natürlich nicht so schön und so ausführlich aber im grossen und ganzen das selbe guter bericht hahaha

  4. gee
    28. Juni 2013 at 12:00 —

    Im übrigen hatte Mora den Superweltergewichts-Titel und nicht den Leichtgewichts-Titel der WBC geholt….

  5. MainEvent
    28. Juni 2013 at 13:05 —

    Proska TKO 6

  6. Bob
    28. Juni 2013 at 22:04 —

    Wo kann man den Kampf sehen?

  7. larrypint
    29. Juni 2013 at 06:09 —

    proksa ist auch kein wirklich schlagkräftiger mittelgewichtler…technisch versierter unkonventioneller stil,top reflexe,schlägt gute kombinationen aber neigt zu übermut und boxt unökonomisch

  8. Müllverbrennungstechniker
    29. Juni 2013 at 06:39 —

    Proksa has loost

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