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Vorschau: George Groves vs Glen Johnson

Englands Supermittelgewichtshoffnung George Groves erwartet am Samstagabend ein Härtetest, wenn er in London vor heimischem Publikum seinen Commonwealthtitel verteidigt. Der ungeschlagene 24-Jährige trifft nämlich auf den viel gereisten und extrem erfahrenen Jamaikaner Glen Johnson, der zwar seine letzten drei Kämpfe verloren hat, aber normalerweise jedem Gegner einiges abverlangt.

Für George Groves lief bisher in seiner Profikarriere alles nach Plan. In 15 Kämpfen ist er unbesiegt und gewann dabei gleich 12-mal vorzeitig. Nach einer guten Amateurkarriere hätte er sich den Übergang zu den Profis sicherlich kaum besser vorstellen können, zumal er letztes Jahr noch einen viel umjubelten Sieg über einen alten Rivalen aus Amateurzeiten feierte. Im Mai 2011 besiegte er nämlich knapp nach Punkten seinen bis dato unbesiegten Landsmann James DeGale, der für Großbritannien 2008 Olympiagold gewonnen hatte, als Amateur jedoch auch schon von Groves geschlagen worden war. Seitdem bewegte sich Groves weiterhin auf internationalem Niveau mit KO-Siegen über Paul Smith und Francisco Sierra ohne jedoch bereits den Schritt zur Weltklasse zu wagen. Glen Johnson könnte da ein erster Schritt in die Richtung sein.

Denn der 43-Jährige tummelte sich vor allem in den letzten Jahren ausschließlich in der absoluten Weltklasse rund ums Supermittel- und Halbschwergewicht. Nachdem der „Road Warrior“ lange Zeit vor allem als einer der am meisten betrogenen Boxer der Welt galt, der in den Hinterhöfen seiner Gegner um die Siege gebracht wurde und nur den Hardcorefans als Weltklassemann bekannt war, boxte er zuletzt nur noch absolute Topleute in viel beachteten Kämpfen. Obwohl er zwei Mal gegen Chad Dawson den Kürzeren zog und gegen Carl Froch, Lucian Bute und Tavoris Cloud verlor, lieferte er allen, bis auf Bute, der ihn relativ klar beherrschte, enge und schwierige Kämpfe. Zudem besiegte er zwischendurch mit Allan Green und Yusaf Mack zwei gute Contender durch KO, was ihm die großen Kämpfe weiter einbrachte. Zuletzt zeigte Johnson jedoch sein Alter, als er gegen Andrzej Fonfara deutlich nach Punkten verlor, woraufhin er seinen Rücktritt bekannt gab.

Wie so viele Boxer entschied sich Johnson allerdings jetzt dazu noch einmal zurück zu kommen, da er glaubt immer noch gut genug zu sein um es mit den jungen Hüpfern aufzunehmen. Während es fraglich ist, ob er wirklich noch die nötigen Fähigkeiten mit sich bringt, wird er sich dabei aber wohl weiterhin auf sein extrem gutes Kinn verlassen können. In 70 Profikämpfen wurde Johnson nur einmal vor 15 Jahren von Bernard Hopkins gestoppt. Ansonsten ist er vor allem für seine Ausdauer und Workrate bekannt sowie für seinen unangenehmen wühlerischen Stil.

George Groves hingegen ist ein athletischerer Boxer, der beweglich ist und schnelle Hände und Beine besitzt. Er ist defensiv stark und offensiv effektiv und präzise. Zwar besitzt er nicht so viel Schlagkraft wie es seine KO-Quote von 80% andeutet, doch er besitzt genug Power um sich auch gegen Glen Johnson Respekt zu verschaffen. Am Samstag wird er der größere Mann im Ring sein, allerdings keine Reichweitenvorteile genießen, was ihn aber nicht daran hindern wird den Kampf aus der Distanz aufziehen zu wollen.

Es ist schwierig einzuschätzen wie viel Glen Johnson noch im Tank hat. Doch wenn ein Boxer nur so gut ist wie sein letzter Kampf, dann muss man davon ausgehen, dass er längst nicht mehr ein so großer Test für Groves sein wird, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall gewesen wäre. Gegen Fonfara wirkte Johnson langsam und lethargisch, was gegen einen schnellen und athletischen Boxer wie Groves, der zudem technisch gut ausgebildet ist und clever boxt, verhängnisvoll ist. Glen Johnson hat schon oft die Zeit zurück gedreht, doch die Anzeichen sind da, dass er wohl mit 43 Jahren endgültig seiner Topform weit hinterher hängt. Daher denke ich, dass George Groves den Kampf souverän nach Punkten gewinnen wird. Er sollte vor allem dank seiner schnellen Beine keine Probleme haben Johnson auf Distanz zu halten und den kompletten Ring zu nutzen um dann von außen Johnson mit schnellen Einzelschlägen und Kombinationen zu bearbeiten, auf die dieser keine Antwort weiß.

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12 Kommentare

  1. SemirBIH
    15. Dezember 2012 at 23:52 —

    1. Runde ging ganz klar an Groves. Er darf sich nur nicht so früh auspowern.

  2. SemirBIH
    15. Dezember 2012 at 23:56 —

    2. Runde ging an Johnson. Kann mir vorstellen, dass Johnson Groves irgendwann k.o schlägt. Groves wirkt schon in der 2. Runde ausgepowert.

  3. SemirBIH
    16. Dezember 2012 at 00:00 —

    Die 3. Runde ging knapp an Groves.

  4. SemirBIH
    16. Dezember 2012 at 00:08 —

    Die Runden 4 und 5 gehen ebenfalls an Groves. Die 5. Runde war ein bisschen knapper als die 4.

  5. Bronx Bull
    16. Dezember 2012 at 00:10 —

    Bis jetzt ausgeglichen!!!

  6. SemirBIH
    16. Dezember 2012 at 00:12 —

    Runde 6 ging klar an Groves. Johnson kam ein paar Mal mit seiner Rechten durch, doch durch diesen starken Schlussspurt geht die Runde klar an Groves.

  7. SemirBIH
    16. Dezember 2012 at 00:17 —

    Interessante 7. Runde, die an Groves ging. Groves hatte Johnson in den ersten 2 Minuten an den Seilen und powerte sich selber aus. Wenn es so weiter geht, könnte Johnson einen Schlussspurt wagen und etwas reißen.

  8. SemirBIH
    16. Dezember 2012 at 00:20 —

    Die 8. Runde ging meiner Meinung nach an Johnson. Groves scheint müde zu sein. Johnson war deutlich aktiver.

  9. SemirBIH
    16. Dezember 2012 at 00:25 —

    Die 9. Runde war sehr knapp. Da der Kampf in England ist, geht denke ich mal die Runde an Groves.

  10. SemirBIH
    16. Dezember 2012 at 00:32 —

    Die Runden 10 und 11 gingen auch an Groves.

  11. SemirBIH
    16. Dezember 2012 at 00:37 —

    Die 12. Runde war eine 10-8 Runde für Groves! Für mich ist es ein 118-109!

  12. dalein
    16. Dezember 2012 at 00:39 —

    so wie die beiden rumgestöhnt haben, wird es wohl noch ein Nachspiel zum Kampf geben

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