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Vorschau: Gavin Rees vs Anthony Crolla

Mit Gavin Rees und Anthony Crolla stehen sich am Samstagabend in Bolton zwei der besten britischen Leichtgewichtler gegenüber. In 12 Runden werden die beiden den neuen interkontinentalen Champ der WBO ermitteln. Wichtiger ist jedoch, dass der Sieger eine realistische Chance hat als nächstes um den WBO-WM-Titel zu boxen.

Während WBO-Champ Ricky Burns zweifelsohne der derzeit beste britische Leichtgewichtler ist, kann Gavin Rees durchaus den zweiten Platz hinter Burns beanspruchen. So führt das Ring Magazine den 33-Jährigen beispielsweise sogar als sechstbesten Leichtgewichtler der Welt. Der Waliser hat in seiner langen, 40 Kämpfe umfassenden Profikarriere gerade einmal zwei Niederlagen erlitten, die ihm beide von Weltmeistern zugefügt wurden. 2008 verlor Rees seinen Halbweltergewichtstitel, den er zuvor gegen Souleymane M’Baye gewonnen hatte, an Andreas Kotelnik, der ihn in zwölf Runden stoppte, Anfang dieses Jahres stoppte der verteidigende Leichtgewichtschamp Adrien Broner ihn in fünf Runden. Ansonsten hat Gavin Rees jeden Gegner besiegt, der mit ihm in den Ring gestiegen ist, auch wenn Broner und Kotelnik sicherlich die mit Abstand größten Kaliber waren, die ihm gegenüber standen. Rees bester Sieg seit dem M’Baye-Kampf dürfte unterdessen der vorzeitige Sieg über Derry Matthews sein.

Anthony Crolla hingegen hat es noch nie so ganz über das britische Niveau heraus geschafft. Als er 2011 endlich das erste Mal den britischen Leichtgewichtstitel sein Eigen nennen durfte, nachdem er John Watson gestoppt hatte, gelang ihm eine erfolgreiche Titelverteidigung gegen Willie Limond ehe er den Gürtel wieder abgeben musste. Denn Derry Matthews stoppte ihn im April 2012 in sechs Runden. Crolla versuchte sein Glück beim Prizefighter-Turnier, in dem jedoch im Halbfinale für ihn gegen Gary Sykes Schluss war. Zuletzt besiegte er Kieran Farrell im Kampf um den englischen Titel und errang in einem Rückkampf mit Derry Matthews ein Unentschieden.

Crolla ist ein ordentlicher Boxer mit langen Armen und einem sehr guten Jab. Der 26-Jährige tendiert allerdings dazu sich in offene Schlagabtausche verwickeln zu lassen und dort dann seinen Jab zu vernachlässigen. So war Crolla schon in einigen wahren Ringschlachten, in denen er zwar nicht mit viel Schlagkraft glänzen kann, aber dafür mit einem Kämpferherz, gutem Kinn und einer ordentlichen Workrate.

Gavin Rees hat definitiv Vorteile, was die Erfahrung angeht. Er hat länger auf einem deutlich höheren Niveau geboxt, doch darf sich zudem auch auf andere Vorteile verlassen. Er ist etwas schneller als Crolla, besitzt mehr Schlagkraft, und hat ein noch etwas besseres Kinn. Zwar ist er deutlich kleiner als Crolla und hat die kürzeren Arme, doch dank seines starken Timings dürfte er auch aus der Distanz heraus nicht ganz chancenlos sein.

Trotzdem besteht Crollas größte Chance darin den Kampf lang zu halten und seine körperlichen Vorteile auszuspielen. Die wichtigste Waffe in seinem Arsenal wird dabei sein guter Jab sein, den er kontinuierlich einsetzen muss um das Tempo und die Distanz zu diktieren. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass dies Crolla lang genug gelingen wird, und glaube eher, dass der Kampf früher oder später in der Halbdistanz stattfinden wird, wo Rees mehr Asse im Ärmel hat. Die Toughness des Walisers sowie dessen etwas besseren Defensivkünste und größere Schlagkraft dürften dort in einem unterhaltsamen Gefecht den Unterschied ausmachen. Am Ende sollte Gavin Rees daher meiner Meinung nach nach Punkten triumphieren.

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