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Vorschau: Frankie Gavin vs Denton Vassell

Englands Weltergewichtshoffnung Frankie Gavin will am Freitagabend den nächsten Schritt in seiner Profikarriere machen. Der ungeschlagene 27-Jährige fordert in Liverpool den ein Jahr älteren und ebenfalls ungeschlagenen Commonwealth-Champion Denton Vassell heraus.

Frankie Gavin, der 2007 das erste Mal so richtig auf sich aufmerksam machte, als er überraschend Amateurweltmeister wurde, wurde schon zu Beginn seiner Profikarriere 2009 extrem hoch gehandelt. Inzwischen steht der 27-Jährige bei 15 Siegen in ebenso vielen Kämpfen. Die ganz großen Kämpfe hatte er dabei allerdings noch nicht, so dass er in seiner Entwicklung James DeGale beispielsweise, der gleichzeitig mit ihm zu den Profis wechselte, hinterher hinkt. Nichtsdestotrotz sicherte sich Gavin im letzten November den britischen Titel, der bekanntlich als gutes Sprungbrett für weitere Titel gilt. Er bezwang den alternden Ex-Weltmeister Junior Witter relativ klar nach Punkten und verteidigte Anfang des Jahres den Gürtel erfolgreich gegen den wenig dekorierten Jason Welborn durch KO.

Denton Vassell hingegen verbrachte seine bisherige Profikarriere ohne so viel mediale Aufmerksamkeit. Nach einer ordentlichen aber bei weitem nicht herausragenden Amateurkarriere gewann er bis heute alle seine zwanzig Profikämpfe. Dabei wurde er jedoch behutsamer und langsamer aufgebaut als Gavin und besiegte insgesamt die schwächeren Gegner. Erst im April 2010 schlug er seinen ersten höher einzustufenden Gegner, als er Lee Purdy den Commonwealthtitel nach Punkten abnahm. Diesen verteidigte er in der Folge gegen solide aber überforderte Gegner in Bethuel Ushona, Samuel Colomban und Ronnie Heffron.

Vassell ist ein physisch sehr starker Weltergewichtler, der den Kampf in der näheren Distanz bevorzugt. Dort arbeitet er unter anderem stark zum Körper. Er ist weder ein hervorragender Techniker noch ein großer Puncher, zermürbt aber seine Gegner mit seinem physischen Stil und hat immerhin zehn seiner zwanzig Gegner vorzeitig geschlagen. Vassell neigt allerdings dazu manchmal nicht aktiv genug zu sein.

Frankie Gavin hat als Profi bisher längst noch nicht die Erwartungen erfüllt, die in ihn gesteckt wurden. Er wirkte zu oft lethargisch, und des Öfteren wurde auch seine Trainingsmoral in Frage gestellt. Es ist jedoch relativ unbestritten, dass er das Talent hat um es weit zu schaffen. Er ist athletisch, technisch sehr gut, besitzt einen starken Jab und eine herausragende Defensive. Er kann zudem ordentlich zulangen, arbeitet stark zum Körper, und ist mit seiner Rechtsauslage unangenehm zu boxen.

Die boxerischen Vorteile liegen alle bei Frankie Gavin, doch Vassell ist sein bis dato bester Gegner, und er wird ihm einige unangenehme Fragen im Ring stellen. Zwar dürfte es dem 28-Jährigen schwer fallen den defensivstarken Gavin zum Kopf hin regelmäßig zu erwischen, doch seine Körperarbeit könnte Gavin Probleme bereiten, vor allem, wenn dieser nicht optimal austrainiert sein sollte. Gavin ist Vassell zudem körperlich klar unterlegen und sollte sich deshalb auf keinen Fall auf einen all zu physischen Kampf einlassen.

Ich denke jedoch, dass Frankie Gavin seiner Favoritenrolle gerecht werden wird. Auch wenn Vassell einen unangenehmen Stil hat, glaube ich, dass Gavin gegen ihn glänzen kann, solange er die Distanz hält und seine boxerischen Vorteile ausspielt ohne übermütig zu werden und einen offenen Schlagabtausch eingehen zu wollen. Gavins Schnelligkeit, Technik und Defensivkunst sollten meiner Meinung nach den Ausschlag geben und Gavin klar nach Punkten gewinnen lassen, wenn er konzentriert zu Werke geht. Nur wenn er Vassell mit der Kampfführung in die Karten spielt, sollte dieser eine ernsthafte Chance haben Gavins Karriere am Freitag entgleisen zu lassen.

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