Vorschau: Fernando Montiel vs. Nonito Donaire

Der wahrscheinlich spannendste Kampf dieses Box-Wochendes findet am Samstag im Mandalay Bay Resort & Casino in Las Vegas statt: Bantamgewichts-Weltmeister Fernando Montiel (44-2-2, 34 K.o.’s) will seine WBC-/WBO-Titel gegen den fünftbesten Pound for Pound-Kämpfer der Welt, Nonito Donaire (25-1, 17 K.o.’s), verteidigen.

Obwohl Montiel der amtierende Weltmeister ist, geht Donaire auf Grund seines endlos scheinenden Potentials in seinem ersten zweiten Kampf in dieser Gewichtsklasse als relativ deutlicher Favorit ins Rennen. Wegen seines außergewöhnlichen Talents wird ihm ein Aufstieg durch die Gewichtsklassen, ähnlich wie bei Manny Pacquiao, zugetraut. Dazu muss der in Amerika lebende Philippino aber erst den um einiges erfahreneren Montiel aus dem Weg räumen, der als sein bislang härtester Test gilt.

Schlagkraft: Montiel verfügt über eine recht beeindruckende K.o.-Quote von 70.83%. Trotzdem ist er kein reiner Schläger: erst wenn er merkt, dass er einen Gegner mit einem Volltreffer angeklingelt hat, setzt er bedingungslos nach, so wie beispielsweise im Kampf gegen Hozumi Hasegawa. Montiels gefährlichste Waffe ist sein linker Haken. Donaires K.o.-Quote von 65.38% scheint auf den ersten Blick weniger beeindruckend, seit seinem vorzeitigen Sieg gegen Vic Darchinyan ist aber klar, dass Donaire sehr wohl über einen ordentlichen Punch verfügt. Darüber hinaus hat es nur einer seiner letzten zehn Gegner über die volle Distanz geschafft. Urteil: Unentschieden.

Schnelligkeit: Montiel gilt als extrem flink, auch was seine Beinarbeit betrifft. Besonders gefährlich sind seine blitzschnell als Konter geschlagenen linken Haken. Donaire ist einer schnellsten Boxer überhaupt. Die meisten seiner Gegner haben Donaires extrem schnell geschlangenen Kombinationen nur wenig entgegenzusetzen, so wie zuletzt der erfahrene Ex-Weltmeister Wladimir Sidorenko. Urteil: 10-9 Donaire.

Physis: der Mexikaner Montiel liegt mit 1,62 m ungefähr im Bantamgewichts-Durchschnitt. Dem sehr muskulösen und austrainierten Montiel scheint in den späten Runden dafür des Öfteren etwas die Luft auszugehen, zu sehen etwa in seiner Niederlage gegen Jhonny Gonzalez. Donaire ist mit 1,68 m für seine Gewichtsklasse ungewöhnlich groß, auch seine Reichweite von 1,73 m sucht seinesgleichen. Obwohl er aus dem Fliegengewicht kommt, überragt er die meisten ausgewachsenen Superfliegen- und Bantamgewichtlern zumeist deutlich. Auch Donaire ist dafür bekannt, in der zweiten Kampfhälfte etwas abzubauen. Dafür machte er in der Vergangenheit mangelndes Training verantwortlich, für Montiel hat Donaire laut eigener Aussage aber so hart wie noch nie trainiert. Urteil: 10-9 Donaire.

Gemeinsame Gegner: Montiel besiegte im Juli 2010 Rafael Concepcion durch technischen K.o. in der dritten Runde. Concepcion musste insgesamt drei Mal zu Boden. Donaire tat sich im August 2009 mit dem Panamaer deutlich schwerer und siegte nur relativ knapp nach Punkten. Ein weiterer gemeinsamer Gegner ist der Mexikaner Luis Maldonado. Donaire konnte ihn 2007 durch TKO in Runde acht schlagen, Montiel brauchte 2008 gegen ihn nur drei Runden. Urteil: 10-9 Montiel.

Erfahrung: trotz seiner erst 31 Jahre kann Montiel bereits auf eine über 14-jährige Profikarriere zurückblicken. Darüber hinaus hat Montiel mit 280 absolvierten Runden mehr als doppelt so viel Ringerfahrung wie Donaire. Da Donaire einige Kilometer weniger auf dem Tacho hat, könnte er als der frischere Mann ins Gefecht gehen. Allerdings war Donaire in den meisten seiner Kämpfen derart überlegen, dass ihm die Erfahrung fehlt, was zu tun ist, wenn es mal nicht läuft. Montiel kann in dieser Hinsicht auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Urteil: 10-9 Montiel.

Alles deutet also auf ein extrem enges Duell hin, beide Boxer haben fast nur Stärken und kaum echte Schwächen. Aus Sicht eines Boxfans wäre ein Sieg Donaires wünschenswerter, da Montiel wohl schon in die Zielgerade seiner Karriere eingebogen sein dürfte, während Donaire mit Kämpfen gegen den Showtime Bantamgewichts-Turniersieger und mit einem weiteren Aufstieg durch die Gewichtsklassen zu einem echten Boxphänomen werden könnte.

© adrivo Sportpresse GmbH

16 Gedanken zu “Vorschau: Fernando Montiel vs. Nonito Donaire

  1. Zensur… Nun, auch HBO hat offenbar so seine Copyrights 😉
    Sonst frag dich einfach mal durch die hiesigen Sportforen(Wortlaut ;)). Da bekommst du sicher Jemanden der dir einen Link zuschickt.

  2. Übrigens ziemlich erbärmlich von den Seitenbetreibern auf Verstöße gegen das Copyright zu achten und die ebenfalls an der Grenze zum Strafbaren Beleidigungen die hier laufend ausgesprochen werden zu ignorieren. Entscheidet euch mal ob ihr darauf achten wollt was hier geschrieben wird oder nicht. So ist das halbherzig und, entschuldigung, heuchlerisch. 😉

  3. Beim Thema Copyright gilt es sich genau an die Richtlinien zu halten, sonst kann es teuer werden. Zum Thema Beleidigungen: in Foren wird natürlich oft eine derbe Sprache verwendet, wir werden aber in Zukunft stärker darauf achten.

  4. Ich werde stolz mit der Philippinichen Flagge vorm Rechner sitzen und Streams jagen.

    Donaire ist ein unglaublicher Boxer!
    Montiel hat mich bei seinem Kampf gegen Hasegawa nicht so beeindruckt, finde das der Japaner den Kampf dominiert hat bis er dumm in einen Punch von Montiel regelrecht reingerast ist.

    Ich sage Donaire wird ihm mit seiner Brutalen Linken abfangen und auskontern.
    Montiel hat auch nciht wirklich nehmer qualitäten und ist schon paar mal zu Boden gegangen.

    Ich mach mal eine sehr gewagte Prognose und sag das Donaire ihm in der ersten Hälfte des fights ausknockt, also vor der 7. RUnde noch

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