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Vorschau: Fernando Guerrero vs. Ishe Smith

Fernando Guerrero besitzt einen zuschauerfreundlichen Stil und ist in 18 Profikämpfen ungeschlagen. Ist er jedoch gut genug um weiter oben im Mittelgewicht mitzumischen und in größeren Kämpfen die Zuschauer zu unterhalten? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden trifft Guerrero am Freitagabend auf Ishe Smith, der in seiner Karriere bereits einige viel versprechende Talente gefordert hat, und manche auch geschlagen hat.

So versaute er beispielsweise David Estrada, Ahmad Kaddour und Pawel Wolak die lupenreinen Kampfrekorde, und machte Sergio Mora, Joel Julio und Daniel Jacobs das Leben sehr schwer. Der 31-jährige Veteran ist ein höchst unangenehmer Gegner. Technisch gut geschult und unorthodox ist er schwer zu treffen und noch schwerer auszurechnen. Er kontert stark und ist ein zäher Boxer, der noch nie gestoppt wurde. Seine Schwäche ist, dass er oft nicht aktiv genug ist, und die Punktrichter sind nicht zuletzt deswegen oft nicht auf seiner Seite. Smith kommt ursprünglich aus dem Weltergewicht oder Halbmittelgewicht, hat aber bereits die letzten beiden Kämpfe im Mittelgewicht bestritten und auch dort gut ausgesehen, so dass das gegen Guerrero kein großes Problem sein sollte.

Guerrero hat einen Kampfrekord von 18 Siegen in ebenso vielen Kämpfen, 15 davon vorzeitig. Die größten Schwierigkeiten hatte er mit Journeyman Ossie Duran im vergangenen Oktober, als es für ihn nur zu einer Majority Decision reichte. Er hat eine sehr gute Amateurlaufbahn hinter sich und kann dementsprechend boxen. Trotzdem erscheint er mir bisher nicht so gut zu sein, wie er ab und an geredet wird. Er hat Schlagkraft, eine gute Workrate und solide Technik, aber defensiv ist er oft viel zu offen, und häufig boxt er nicht besonders clever. Er war bereits zweimal offiziell am Boden in seinen Kämpfen gegen Ossie Duran und Gabriel Rosado, die beide keine monströsen Puncher sind.

Zum Glück ist dass Ishe Smith mit 9 KOs in 25 Kämpfen auch nicht, aber die Defensivschwächen muss Guerrero trotzdem abstellen um hier nicht eventuell ausgepunktet zu werden. Smith besitzt eine sehr ordentliche rechte Gerade, die für Guerrero, der aus der Rechtsauslage boxt, prädestiniert zu sein scheint. Andererseits ist es schwer einen Kampf nach Punkten zu gewinnen, wenn man nicht aktiv genug ist, und der Gegner doppelt so oft schlägt wie man selbst. Die entscheidenden Faktoren in diesem Kampf werden Guerreros Aggressivität, Schlagkraft und Workrate gegen Smiths Cleverness und Technik sein. Wer seine Vorteile besser etablieren kann, dürfte den Kampf für sich entscheiden können.

Ich sehe den Kampf sehr eng und kann mir beide Boxer durchaus als Sieger vorstellen, tendiere aber dazu Guerrero als knappen Gewinner zu sehen. Smith tendiert einfach dazu gerade nicht genug zu machen, und die Punktrichter sind meist nicht unbedingt Fans von seinem Stil. Mein Tipp ist daher ein möglicherweise umstrittener, knapper Punktsieg des jüngeren Guerreros, der wahrscheinlich aufgrund der größeren Möglichkeiten in der Zukunft auch boxpolitisch eher gewollt ist.

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