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Vorschau: Erislandy Lara vs Freddy Hernandez

Während der Kubaner Erislandy Lara weiterhin vergeblich auf die ganz großen Kämpfe wartet und nebenbei immer wieder Saul Alvarez herausfordert ohne erhört zu werden, wartet am Samstagabend eine Pflichtaufgabe auf ihn. In Kalifornien trifft der 29-jährige Halbmittelgewichtler auf den 33-jährigen Mexikaner Freddy Hernandez.

Erislandy Lara hat das Problem, dass er dem breiten Publikum noch nicht bekannt genug ist um automatisch einen großen Kampf zu bekommen, und gleichzeitig so gut ist, dass er für die Stars als Gegner enormes Risiko darstellt. Der ehemalige Amateurweltmeister galt, seit ihm 2008 sein zweiter Fluchtversuch aus Kuba gelang, als riesiges Talent, auch bei den Profis. Lara sammelte 15 Siege in Folge, ehe er auf Carlos Molina traf. Molina verlangte ihm einiges ab und erreichte ein Unentschieden, was als Makel auf Laras Rekord galt, doch seitdem hat sich Molina als einer der besten und meist gemiedenen Halbmittelgewichtler der Welt etabliert. Daraufhin erhielt Lara seinen bislang größten Kampf gegen Paul Williams. Lara führte Williams nach Strich und Faden vor, wurde jedoch von den Punktrichtern um den Sieg betrogen. Die Mehrheitsentscheidung zugunsten von Williams gilt als eine der größten Fehlentscheidungen der letzten Jahre. Zuletzt entledigte sich Lara in einer Runde Ronald Hearns in einem Eliminator der WBC.

Auch Freddy Hernandez galt mal als ordentliches Talent, konnte jedoch nie zur Weltklasse aufschließen. Relativ früh in seiner Karriere kassierte er seine erste Niederlage gegen Golden Johnson, die Hernandez Karriere ein wenig zurück warf, doch der Mexikaner kämpfte sich mit einigen Siegen gegen durchschnittliche Gegner zurück. 2010 setzte er dann zwei Ausrufezeichen mit KO-Siegen über DeMarcus Corley und Mike Anchondo. Besonders der spektakuläre KO über den eigentlich eisenharten „Chop Chop“ Corley sorgte für Aufsehen und brachte ihm seine bislang einzige Titelchance ein. Im November 2010 forderte er den zu der Zeit ungeschlagenen WBC-Weltmeister im Weltgewicht Andre Berto heraus. Hernandez erlebte jedoch einen rabenschwarzen Abend und wurde gleich in der ersten Runde gestoppt. Eine Rechte, die er nicht kommen sah, traf ihn und schlug ihn nieder, und als er wieder hoch gefunden hatte, nahm der Ringrichter ihn aus dem Kampf. Zuletzt meldete sich Hernandez im letzten Oktober mit einem Punktsieg über Veteran Luis Collazo zurück.

Freddy Hernandez ist besser als es sein bekanntester Kampf gegen Andre Berto einen glauben ließe. Er hat relativ schnelle Hände, einen guten Punch und ist generell boxerisch solide ausgebildet. Sein Kinn muss nach dem Erstrunden-KO gegen Berto sicherlich ein wenig in Frage gestellt werden, allerdings wurde er auch von einem Schlag um die Deckung herum erwischt, so dass er diesen überhaupt nicht kommen sah, und zeigte zudem genug Herz um wieder hoch zu kommen und sich über den Abbruch des Ringrichters zu beschweren.

Erislandy Lara gilt aber völlig zu Recht als klarer Favorit. Der 29-jährige Rechtsausleger hat die schnelleren Hände, die bessere Technik und spielt im Grunde einfach rundum in einer anderen Liga. Er ist schlagstark, defensiv gut und besitzt ein großartiges Auge für Lücken. Seine größte Stärke ist jedoch vielleicht sein sensationelles Timing.

Die letzten Wochen hatten einige Überraschungen im Boxsport zu bieten, allen voran den Sieg von Josesito Lopez über Victor Ortiz. Ortiz schaute vielleicht schon mit einem Auge auf den geplanten Kampf gegen Saul Alvarez, und auch Erislandy Lara hörte man in den letzten Wochen vor allem darüber reden, dass Alvarez sich ihm endlich stellen soll. Mit seiner Schlagkraft hat Freddy Hernandez sicherlich die Chance für die nächste Überraschung zu sorgen, doch so richtig kann ich nicht daran glauben. Lara sah zuletzt gegen Williams und Hearns spektakulär gut aus und agiert eigentlich auf einem anderen Niveau als Hernandez. Ich denke, dass Lara den Kampf aus der Distanz heraus bestimmen wird und vor allem immer wieder seine linke Gerade ins Ziel bringen wird. Hernandez wird wohl der etwas Aktivere der Beiden sein, aber dafür deutlich unpräziser sein. Der Mexikaner wird wohl nicht noch einmal wie gegen Berto in der ersten Runde gestoppt werden, aber ich kann mir schon vorstellen, dass es Lara in der zweiten Kampfeshälfte gelingt seine Überlegenheit auch in einen KO umzumünzen.

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4 Kommentare

  1. BalhasAleekManiaak!
    28. Juni 2012 at 10:40 —

    Habibti Lara…

  2. cuba style
    28. Juni 2012 at 12:27 —

    lara muss sein talent ausnutzen und das macht er eigentlich auch gut doch alle meiden ihn das boxgeschäfft hat nur noch pussys ihn ihren reihen wenn lara den kampf mehr oder weniger überzeugend gewinnt muss alvarez sich stellen ob es nun ein risiko ist oder nicht wo kommt man den hin wenn jeder nur noch gegen leute boxt wo er sowieso klar überlegen ist

  3. GURU
    28. Juni 2012 at 12:43 —

    Erislandy Lara frisst ihn auf.

  4. robbi
    28. Juni 2012 at 13:52 —

    lara hat in meinen augen das größte risiko von allen….er ist sicherlich noch kein millionör durschs boxen…aber er hat schon sein land “verraten” das heißt es gibt kein zurück…wie außer mit boxen will er geld verdienen um ein schönes leben zu haben…um ein leben zu haben bei dem er denkt es war richtig das alte aufzugeben.
    ich kann mir ihn sogar im mittelgewicht vorstellen.

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