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Vorschau: Edison Miranda vs Yordanis Despaigne

Sowohl Edison Miranda als auch Yordanis Despaigne stehen gewissermaßen am Schneideweg ihrer Karriere und brauchen am Freitag einen Sieg damit ihr Weg in Richtung große Kämpfe weiter verläuft und nicht gen Journeymanstatus. Für die beiden steht am Freitag in Las Vegas also im Grunde die gesamte Karriere auf dem Spiel, auch wenn beide ganz unterschiedliche Karrieren bisher hinter sich haben.

Edison Mirandas Geschichte ist inzwischen gut bekannt. Nach 26 Profisiegen, 23 davon vorzeitig, etliche in der ersten Runde, galt er als einer der am meisten gefürchteten Puncher im Mittelgewicht bevor er auf Arthur Abraham traf. In einem heute schon legendären Kampf unterlag er Abraham nach Punkten, obwohl er ihm den Kiefer gebrochen hatte. Ein Jahr später traf er auf nächsten gefürchteten Mittelgewichtspuncher, und Kelly Pavlik stoppte ihn damals in sieben Runden kurz bevor Pavlik Weltmeister wurde. Trotz der beiden Niederlagen behielt Miranda eine Art Mythos aufgrund seines zuschauerfreundlichen Stils und bekam einen Rückkampf mit Abraham, dieses Mal im Supermittelgewicht. Abraham brauchte nur vier Runden, und Miranda verlor auch seinen dritten großen Kampf. Er bekam aber weiterhin seine Chancen und unterlag in den letzten zwei Jahren dem aufstrebenden Star Andre Ward nach Punkten sowie Supermittelgewichtsweltmeister Lucian Bute durch KO in drei Runden.

Yordanis Despaigne wechselte erst mit 29 Jahren ins Profilager. Der ehemalige kubanische Topamateur floh im Mai 2009 zusammen mit Yudel Johnson und Guillermo Rigondeaux aus seiner Heimat um mit dem Boxsport Geld zu verdienen. In den USA machte er sich wie seine kubanischen Kollegen schnell einen Namen als viel versprechender Mann im Halbschwergewicht. Mit seinem fortgeschrittenen Alter musste er jedoch schnell die Ränge hochklettern und hatte nicht viel Zeit seinen Stil vom Amateurboxen auf die Profiversion umzustellen. Acht Siege häufte er an, bevor er im März auf den ebenfalls ungeschlagenen Ukrainer Ismayl Sillakh traf und deutlich nach Punkten verlor.

Eine zweite Niederlage in Folge würde Despaigne endgültig zurückwerfen, während Miranda es nach einer sechsten Niederlage in sechs größeren Kämpfen wohl auch langsam schwer haben dürfte profitable Auftritte zu bekommen. Der Kolumbianer scheiterte in allen seinen Niederlagen an seinen boxerischen Fähigkeiten. Dass Miranda über rohe Schlagkraft verfügt, stand nie wirklich in Frage, doch er hat es nie wirklich geschafft zu lernen, wie er diese effektiv nutzt. Mirandas Technik ist für das Niveau, auf dem er immer wieder boxen darf, grob gesagt miserabel und seine Hände sich auch nicht schnell genug um das kaschieren zu können. Zu allem Überfluss besitzt er auch noch ein mittlerweile eher mittelmäßiges Kinn, das mit der Zeit schlechter geworden zu sein scheint.

Despaigne ist im Ring so ziemlich das Gegenteil von Miranda. Dank seiner hervorragenden kubanischen Amateurausbildung ist er technisch ausgezeichnet und boxt sehr abgeklärt und ruhig. Er besitzt ein gutes Timing und Auge, ist aber hin und wieder zu passiv und zu ökonomisch mit seinen Schlägen. Er ist zudem schneller als Miranda und als großer Halbschwergewichtler physisch stärker als der ehemalige Mittelgewichtler.

Miranda wird wie üblich in jeder Runde auf den KO aus sein und mit weiten Schwingern agieren. Doch obwohl Yordanis Despaigne durchaus Probleme mit seiner Deckung hat, ist er normalerweise doch boxerisch zu gut und zu abgeklärt um sich von diesen Haymakern erwischen zu lassen. Eigentlich sehe ich hier keine wirklich Chance für Miranda, der viel zu eindimensional für Despaigne ist. Der Kubaner sollte ihn locker ausboxen können und möglicherweise sogar KO schlagen können. Die einzige Hoffnung, die Miranda haben könnte, ist, dass Despaigne nach seiner ersten Profiniederlage einen Bruch erlitten haben könnte, was durchaus vorkommt. Sollte sein Selbstbewusstsein und seine Selbstverständlichkeit durch die deutliche Niederlage angekratzt sein, könnte Miranda das unter Umständen ausnutzen, doch ansonsten muss Despaigne als klarer Favorit gelten.

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5 Kommentare

  1. Sandro
    28. Juli 2011 at 16:05 —

    miranda wird gewinnen

  2. FF
    28. Juli 2011 at 17:04 —

    Despaigne ist klar der stärkere Mann. Miranda ist einfach kein seriöser Profi. Der pokert zu sehr mit seinem Punch, scheint den geradezu als Ausrede zu benutzen, um ernsthaftes (Technik)-Training zu vermeiden und auf sowas wie Ringintelligenz zu verzichten. Siehe Rückkampf Abraham, von dem wir inzwischen wissen, daß ihn jeder Klasseprofi ausboxen kann, und der Kampf gegen Bute, wo Miranda überhaupt keinen Plan hatte. Allerdings fand ich Despaigne gegen Sillakh auch schwach…

  3. Tom
    28. Juli 2011 at 19:48 —

    Ich tippe auf einen KO-Sieg für Miranda.

    Bin allerdings auch der Meinung das Miranda im Halbschwer nichts zu suchen hat!

  4. mr loco
    28. Juli 2011 at 20:29 —

    mirinda klingt besser

  5. HamburgBuam
    28. Juli 2011 at 23:44 —

    Miranda wird siegen. Despaigne ließ sich bei den Amateuren selbst vom wilden Woge anklingeln und war gegen Sillakh auch mit einer miesen Deckung am Start. Offensiv ist er zwar klasse, hat aber nicht den Punch, um Miranda zu beeindrucken. KO Sieg Miranda.

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