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Vorschau: Deontay Wilder vs Owen Beck

Mit Deontay Wilder macht eine der wenigen amerikanischen Schwergewichtshoffnungen am Samstagabend in Alabama einen weiteren kleinen Schritt in seiner noch jungen Profikarriere. Der ungeschlagene 26-Jährige trifft auf den jamaikanischen Veteran Owen Beck.

Wilder sorgte das erste Mal 2007 für Aufsehen. Der ehemalige Football- und Basketballspieler, der erst 2005 zum Boxsport gewechselt hatte, besiegte als Amateur überraschend die Favoriten bei den amerikanischen Meisterschaften und qualifizierte sich für die olympischen Spiele. Als einer der unerfahrensten Olympiateilnehmer und krasser Außenseiter sicherte sich Wilder 2008 in Peking sensationell Olympiabronze, was die einzige Medaille für US-amerikanische Boxer dieses Jahr bleiben sollte. Wenig später wechselte Deontay Wilder zu den Profis um genug Geld zu verdienen damit er für seine Tochter, die mit offenem Rücken geboren wurde, sorgen konnte. Bei den Profis wurde Wilder bislang deutlich langsamer voran gebracht, als es sich viele Fans wünschen. 22 Kämpfe hat er in den dreieinhalb Jahren bestritten, die er alle durch KO gewonnen hat, doch alle seine Gegner waren höchstens viertklassig.

Deshalb stellt selbst Owen Beck, der seine letzten sieben Kämpfe alle verloren hat, einen Schritt in die richtige Richtung da. Der 36-Jährige war durchaus mal erweiterte Weltklasse, was jedoch schon einige Jahre zurück liegt. 2005 kassierte er seine erste Niederlage in einem Eliminator gegen Monte Barrett, 2006 scheiterte er in seinem einzigen Titelkampf an Nikolay Valuev. Seit knapp drei Jahren ist Beck jetzt ohne Sieg und unterlag dabei unter anderem Tony Thompson und Manuel Charr. Zuletzt besiegte ihn sogar Sergey Rozhnov in dessen Profidebüt.

Beck ist deutlich über seinen Zenit hinaus, wirkte zuletzt im Ring nie wirklich top motiviert, und hat ein paar Kilos zu viel auf den Rippen. Zwar besitzt er nach wie vor einen guten Punch, jedoch war sein Kinn noch nie das Beste. Acht seiner zehn Niederlagen kamen vorzeitig zu Stande, und mit Deontay Wilder trifft er auf einen enormen Puncher. Wilder besitzt brutale Schlagkraft in seiner Rechten und hat auch ordentlich Dampf hinter seinem soliden linken Jab. Mit seiner Größe von 2,01 Meter und einer überlieferten Reichweite von 2,13 Metern besitzt er zudem die physischen Parameter um die Power aus der Distanz zu nutzen. Wilder ist technisch immer noch ziemlich ungeschliffen, da er erst 2005 das allererste Mal die Boxhandschuhe schnürte, doch er verbessert sich stetig, wenn auch langsam. Er weiß seine Größe und seine langen Arme durchaus einzusetzen, und hatte in seinen bisherigen Profikämpfen kaum Probleme die lange rechte Gerade zu landen um seine Gegner kurzrundig auszuknocken.

Beim Boxen generell, aber vor allem im Schwergewichtsboxen, besteht immer die Möglichkeit dass der Außenseiter den Kampf mit einem Schlag für sich entscheidet, und Owen Beck besitzt sicherlich immer noch genug Schlagkraft dafür, doch trotzdem wäre alles andere als ein dominanter Sieg Wilders eine große Überraschung. Zwar stehen Fragezeichen hinter Wilders Nehmerfähigkeiten, da er auch schon gegen Harold Sconiers zu Boden musste, doch der Klassenunterschied sollte schlicht und ergreifend zu groß sein. Wilder ist schneller, athletischer, jünger, größer und schlagstärker als Beck und sollte kaum mehr als zwei Runden brauchen um seinen dreiundzwanzigsten KO-Sieg in Folge einzufahren. Denn auch wenn Beck wohl als bislang größter Test für Wilder angesehen werden muss, ist er immer noch ein schwacher Gegner für einen Olympiadritten in seinem vierten Jahr als Profi mit einem Potenzial wie Wilder.

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4 Kommentare

  1. Eisenherz
    23. Juni 2012 at 04:35 —

    Wilder ? Ich weiß nicht was ich über ihm denken soll nach paar richtige Prüfsteine werde ich dann wohl bescheid wissen was für einer er ist !!! Glaub aber das er oben mitmischen wird
    Physische Voraussetzung hat er ja

  2. Rodens
    23. Juni 2012 at 07:38 —

    Hervorragender, sehr prägnanter Artikel!

    Nur in einem Punkt bin ich etwas anderer Meinung: Wilder könnte seine Reichweite viel besser einsetzen. Man sieht ihn oft in der Halbdistanz. Ich habe den Eindruck, dass er seine Wahnsinnsschlagkraft besser aus Haken als aus dem Cross entwickeln kann.

    Und ich frage mich, ob das mit dem, für seine Größe, geringen Körpergewicht zusammen hängen könnte, nämlich dass er in die Haken besser sein ganzes Gewicht und seine ganze Speed legen kann.

  3. boxfanatic
    23. Juni 2012 at 16:10 —

    sehr schöner informativer artikel!

  4. Eisenherz
    24. Juni 2012 at 13:20 —

    Wilder hat Owen Beck in 3 runden zerstört !!

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