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Vorschau: David Price vs John McDermott

In der britischen Schwergewichtsszene gibt es regelmäßig interessante ausgeglichene Kämpfe zwischen Boxern auf britischem Niveau, doch der für Samstag angesetzte Kampf zwischen David Price und John McDermott gehört nicht in diese Kategorie. Price gilt als großes Talent und McDermott ist eher als Aufbaugegner für den 28-Jährigen gedacht, als dass beide auf einem Level gesehen werden.

David Price wechselte zum Profiboxen nach einer sehr guten Amateurkarriere, in der er unter anderem Olympiabronze gewann und sich Gold bei den Commonwealthspielen holte. Zudem wurde er im Alter von 19 Jahren 2003 der jüngste britische Amateurchampion im Superschwergewicht aller Zeiten. Price erwischte auch gleich einen guten Start in seiner Profikarriere und gewann seine ersten zehn Kämpfe gegen limitierte Gegner. Letzten Juni schlug Price dann in einem Eliminator für den britischen und Commonwealth-Titel Tom Dallas, der in 15 Kämpfen ungeschlagen war, in zwei Runden. Am 5. November sollte dann ein schwererer Test her, doch der Kampf gegen John McDermott musste kurzfristig verschoben werden, nachdem sich Price im Sparring eine Rippenverletzung zuzog. Nun findet der Kampf am kommenden Samstag in Liverpool statt, was McDermott nicht entgegenkommen dürfte.

Denn der 31-jährige Brite stand inzwischen schon seit elf Monaten nicht mehr im Ring. Und als er im Februar 2011 nach acht Monaten Ringpause gegen Larry Olubamiwo antrat, dauerte der gesamte Kampf nur 75 Sekunden, da McDermott seinen Landsmann in einer Runde ausknockte. Seine ganze Karriere verbrachte McDermott in der zweiten Reihe der britischen Schwergewichtler. In insgesamt sieben Kämpfen um die britische oder englische Schwergewichtskrone gelang ihm lediglich ein Sieg, als 2008 Pele Reid ausknockte. Ansonsten unterlag er Mark Krence, Matt Skelton sowie jeweils zweimal Danny Williams und Tyson Fury, wobei er im ersten Kampf gegen Fury ganz klar um den Sieg betrogen wurde. Offiziell hat er damit aber nun vier seiner letzten fünf Kämpfe verloren und stand vor dem Kampf gegen einen haushohen Favoriten in den letzten anderthalb Jahren nur 75 Sekunden im Ring, was eine schwere Aufgabe für ihn am Samstag bedeutet.

In Topform könnte McDermott dennoch Price durchaus Paroli bieten und ihm zumindest einen schweren Kampf liefern. Er ist technisch solide, ziemlich zäh, besitzt ganz ordentliche Power, vor allem in seiner rechten Hand, und ist am Samstag der deutlich erfahrenere Mann im Ring. Allerdings neigt er ein wenig dazu nicht ganz austrainiert zu einem Kampf zu erscheinen. Als er 2009 seinen ersten Kampf gegen Tyson Fury hatte, fühlte er sich durch Kommentare, die Fury über McDermotts Statur machte, dazu animiert so viel wie selten zuvor zu trainieren und dementsprechend fit in den Ring zu steigen. Prompt besiegte er den favorisierten Fury, auch wenn das offizielle Urteil etwas Anderes sagt. Im Rückkampf wog er lediglich ein Pfund mehr, war aber eindeutig in schlechterer Form und wurde in neun Runden von Fury gestoppt. Viel dürfte davon abhängen in welcher Verfassung McDermott am Samstag erscheint.

David Price, der eigentlich immer austrainiert ist, genießt in diesem Kampf einige Vorteile. Mit 2,03 Meter Körpergröße überragt er McDermott um mehr als zehn Zentimeter und genießt auch dementsprechende Reichweitenvorteile. Zudem ist er der talentierte der beiden Boxer. Er hat einen sehr guten Jab und explosive Schlagkraft, die neun seiner elf bisherigen Gegner fällte. Im Gegensatz zum ähnlich großen Fury, weiß Price außerdem die Distanz zu halten und so seine Größe auszunutzen, so dass es McDermott kaum so einfach haben sollte wie im ersten Kampf gegen Fury, wo er die Distanz immer wieder verkürzen konnte und diesen überraschend ausjabben konnte. Der einzige wirkliche Vorteil für McDermott liegt in dessen Erfahrung, doch ob das ausreicht, ist zu bezweifeln.

Price sollte meiner Meinung nach klar in der Lage sein den Kampf zu bestimmen indem er vor allem die Distanz bestimmt, auf der das Geschehen stattfindet. Mit seinen guten Jabs kann er McDermott außer Reichweite für dessen Schläge halten, und mit seiner starken rechten Geraden dürfte er McDermott genug Respekt einflößen, dass dieser nicht wild nach vorne stürmt. Je nachdem wie fit John McDermott am Samstag in den Ring steigt, gehe ich von einem klaren Punktsieg für Price oder sogar von einem KO-Sieg für den 28-Jährigen aus. David Price ist möglicherweise der talentierteste Schwergewichtler der Insel zur Zeit, und McDermott sollte zu diesem Zeitpunkt kein zu großer Schritt für ihn sein.

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1 Kommentar

  1. kikoroki
    20. Januar 2012 at 09:12 —

    Ja. Price ist viel besser als fury

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