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Vorschau: Danny Garcia vs Zab Judah

Während sich die Karriere von Zab „Super“ Judah, die nie ganz die luftigen Höhen erreichte, die sein Talent versprach, langsam dem Ende nähert, erhält der 35-Jährige am Samstagabend einmal mehr die große Chance sich an die Spitze einer Gewichtsklasse zu setzen. In seiner Heimat Brooklyn trifft er auf den ungeschlagenen Weltergewichtschampion Danny Garcia.

Garcia hat ein fantastisches Jahr 2012 hinter sich. Nachdem er 2010 und 2011 bereits mit Siegen über Mike Arnaoutis, Nate Campbell und Kendall Holt bei eingefleischten Boxfans auf sich aufmerksam gemacht hatte, gelang ihm letztes Jahr der endgültige Durchbruch. Zuerst bezwang er den Veteran Erik Morales im Kampf um den vakanten WBC-Titel nach Punkten, dann stoppte er Amir Khan etwas überraschend in vier Runden um sich auch noch den WBA-Titel zu sichern und zur klaren Nummer Eins der Gewichtsklasse zu werden. Abgerundet wurde sein überragendes Jahr mit einem Rückkampf gegen Erik Morales. Dieses Mal machte Garcia kürzeren Prozess und gewann innerhalb von vier Runden.

Zab Judah hingegen hat sich seine Karriere hindurch fast immer in seinen größten Kämpfen geschlagen geben müssen. Mit seinem außergewöhnlichen athletischen Talent schien schon früh alles für ihn erreichbar, und als er 2000 seinen ersten Titel gewann, schien er auf dem richtigen Weg zu sein. Ende 2001 wurde er jedoch überraschend von Kosta Tszyu in zwei Runden gestoppt, was erste Fragezeichen aufwarf. In der Folge gab es eine Niederlage gegen Cory Spinks, den völlig überraschenden Weltergewichtstitelverlust gegen Carlos Baldomir, sowie Niederlagen gegen Floyd Mayweather Jr., Miguel Cotto, Joshua Clottey und Amir Khan. Während sein größter Sieg mittlerweile schon mehr als neun Jahre zurück liegt, als er Cory Spinks per KO die Weltergewichtskrone abnahm, hat er in den letzten zweieinhalb Jahren immerhin wieder ordentliche Siege gegen Lucas Martin Matthysse, Kaizer Mebuza und Vernon Paris eingefahren, auch wenn der Punktsieg gegen Matthysse umstritten war. Allerdings waren diese Jahre auch durch Inaktivität geplagt, und seit dem letzten Kampf des 35-Jährigen sind mittlerweile schon wieder dreizehn Monate vergangen.

Auch wenn er vielleicht nicht mehr ganz so schnell und reflexstark wie früher ist, bleibt Zab Judah immer noch ein äußerst athletischer Boxer, der den Großteil der Gewichtsklasse langsam aussehen lässt. Zudem besitzt er immer noch spektakuläre Schlagkraft und eine unangenehme Rechtsauslage. Sein Kinn wird häufig als seine Schwachstelle genannt, jedoch ist, auch wenn er sicherlich kein Betonkinn besitzt, seine Mentalität seine eigentliche größte Schwäche. In beinahe allen seinen Niederlagen ist Judah mental komplett eingebrochen nach wenigen Runden, wenn er seinen Gegner nicht ausknocken konnte und die Schlagkraft seines Gegners zu spüren bekam.

Danny Garcia hingegen wirkt erstaunlich reif für seine 25 Jahre und mental gefestigt. Er ist ein vielseitiger Boxer, der jedoch am liebsten aggressiv und mit recht hoher Workrate in der Halbdistanz boxt. Er besitzt sehr gute Schlagkraft, allen voran mit der rechten Geraden, ist aber auch technisch ordentlich geschult und kann gut einstecken. Er ist allerdings nicht all zu schwer zu treffen, vor allem wenn er attackiert, und wirkt auf mich in seiner offensiven Beinarbeit etwas beschränkt.

Zab Judah ist auf dem absteigenden Ast, während Danny Garcia sich erst letztes Jahr zum besten Boxer im Halbweltergewicht gekrönt hat. So deutlich die Formkurven der beiden auch sind, ist die Ansetzung an sich meiner Meinung nach dennoch ausgeglichener als sie auf den ersten Blick erscheint. Vor allem früh im Kampf erwarte ich, dass Zab Judah Danny Garcia ernsthafte Probleme bereiten wird. Er ist deutlich schneller, defensiv stärker und generell dafür bekannt in den ersten Runden äußerst stark zu sein. Mit seinem guten Jab sollte er Danny Garcia auf Distanz halten und gleichzeitig durch den Ring zirkeln. Kann er diesen Plan lange durchsetzen, hat er sogar die Chance auf den Sieg, da Garcia auch langsamer auf den Füßen ist, sich schwer tut den Ring abzuschneiden und meistens zu sehr von gerade aus attackiert.

Danny Garcia ist jedoch zäh genug um ein paar Runden am Ende von Judahs Schlägen zu sein und daraufhin den Kampf zu drehen. Ich denke, dass Judah nach ein paar Runden deutlich nachlassen wird und Danny Garcia zunehmend seine Stärken ausspielen können wird. Je nachdem wie früh es ihm gelingt die Distanz effektiv zu überbrücken, Judah zu timen und ihn unter konstanten Druck zu setzen, denke ich, dass er Judah sogar hinten heraus stoppen wird. Ansonsten sollte Garcia zumindest in der Lage sein durch eine starke zweite Kampfeshälfte seine Titel nach Punkten zu verteidigen.

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6 Kommentare

  1. Bokser58
    27. April 2013 at 08:28 —

    Hab gehört Zab Judah wurde vom Team Garcia im Barclay Center vor der Pressekonferenz im Keller eingesperrt???

  2. pat
    27. April 2013 at 17:41 —

    Würd’s Zab Judah gönnen. Er war immer ein Sportsmann und ein Super Techniker. Vielleicht ist ja jetzt seine Zeit gekommen. Tippe aus Sympathie deshalb auf Punktsieg Judah.

  3. Eierkopf
    27. April 2013 at 19:53 —

    Was ich mich schon immer gefragt hab, warum hat Zab judah eigentlich keine Augenbrauen?

  4. Ferenc H
    27. April 2013 at 20:38 —

    Warscheinlich weil dadurch sein Eierkopf dadurch mehr zu geltung kommt 😀

  5. wheyton
    27. April 2013 at 22:03 —

    Zab Judah war schon immer mal ein Stehauf Männchen! Verliert gegen die Superstars, gewinnt aber gegen die weniger bekannten. Ich hoffe mal dass er Garcia aus dem Ring haut und anschliessend Angel Garcias Mund stopft.

  6. Eierkopf
    27. April 2013 at 23:33 —

    @Ferenc

    Das dürfte es wohl sein.:D

    judah ist durch, seine zeit ist abgelaufen aber ich seh ihn auch noch in 50 Jahren durch den Ring taumeln.

    Er ist schon ein kleiner dreckssack , aber ganz abschreiben darf ihn garcia nicht der augenbrauenlose ist nicht zu unterschätzen. Ich drücke zwar garcia die Daumen, aber würde ihm allein wegen seinem großmaul von Vater eine Niederlage gönnen.

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