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Vorschau: Curtis Stevens vs Saul Roman

Unterhaltung scheint garantiert, wenn am Samstagabend zwei Mittelgewichtspuncher in Connecticut aufeinander treffen. Curtis „Showtime“ Stevens hofft sich mit einem Sieg einen bereits diskutierten Titelkampf mit Gennady Golovkin sichern zu können, während der Mexikaner Saul Roman in der Rolle des Außenseiters aufgehen will.

Curtis Stevens galt einst als viel versprechendes Talent in den USA, als er nach einer guten Amateurkarriere zu den Profis wechselte. 2006 wurde jedoch das erste Mal deutlich, dass er vielleicht nicht die hohen Erwartungen erfüllen können würde. Gegen Journeyman Marcos Primera ging er unerwartet in der achten Runde KO, auch wenn er nur vier Monate später Primera im direkten Rückkampf nach Punkten bezwang. Ein Jahr später folgte jedoch die nächste Niederlage, dieses Mal gegen Andre Dirrell in einem extrem schwachen Kampf, bevor Anfang 2010 Jesse Brinkley ihn überraschend nach Punkten schlug und somit auch die letzten Hoffnungen auf eine Bilderbuchkarriere verschwanden. Stevens hat sich mit drei Siegen in Folge zuletzt zurück gemeldet, doch ihm fehlt immer noch ein Sieg, der ihn wirklich in die erweiterte Weltklasse vordringen lassen könnte.

Auch für Saul Roman hat es nie bis nach ganz oben gereicht. Der Mexikaner schien stets gut genug zu sein um die Boxer aus der zweiten und dritten Reihe zu bezwingen, doch gegen Boxer der erweiterten Weltklasse hat es nie gereicht. So stand er beispielsweise mit Sergio Martinez, Yuri Foreman, Gabriel Rosado, Thomas Oosthuizen oder Vanes Martirosyan im Ring, konnte jedoch keinen von ihnen bezwingen, auch wenn er Rosado das Leben immerhin sehr schwer machte. Seine besten Siege feierte der 33-Jährige über Kassim Ouma und Richard Gutierrez.

Roman ist ein rundum solider Boxer, dessen größte Stärke zweifelsohne sein Punch ist. Er ist technisch solide, boxt aggressiv und hat eine gute Workrate. Seine Defensive ist jedoch eher durchschnittlich, und er wurde bereits sechs Mal vorzeitig geschlagen. Zudem ist er zwar größer als Stevens und besitzt eine deutlich längere Reichweite, doch dürfte am Samstag der körperlich schwächere Mann im Ring sein.

Curtis Stevens ist ebenfalls ein guter Puncher, der jedoch dazu neigt sich schwer zu tun, wenn es ihm nicht gelingt seinen Gegner mit seinem Punch zu beeindrucken. So verzweifelte er am eigentlich weniger talentierteren Jesse Brinkley, als dieser Stevens Schläge schluckte ohne umzufallen, und fand keinen Plan B um Brinkley zu bezwingen. Er ist technisch gut, hat schnelle Hände, doch eine eher löchrige Defensive. Zudem wirkt er teilweise etwas lethargisch und feuert nicht genug Schläge ab.

Meiner Meinung nach ist die entscheidende Frage, ob Saul Roman mit der Schlagkraft von Curtis Stevens klar kommt. Wenn Roman nach den ersten guten Treffern des US-Amerikaners zwei Mal darüber nachdenkt nach vorne zu marschieren und Respekt vor seiner Schlagkraft hat, wird Stevens dem Kampf sein niedriges Tempo aufzwingen können. Der US-Amerikaner ist boxerisch besser und dürfte den Kampf für sich entscheiden können, wenn er seinen Rhythmus findet. Auch ein KO-Sieg wäre dann durchaus möglich. Kann er Roman jedoch nicht mit seinem Punch beeindrucken, ist es vorstellbar, dass Stevens zu passiv wird und den Mexikaner den Kampf übernehmen lassen wird. Findet Roman dann in seinen Rhythmus dürfte er Stevens dank höherer Aktivität und dessen schwacher Defensive auspunkten können. Ich favorisiere den US-Amerikaner leicht nach Punkten, doch wäre keineswegs überrascht, wenn sich Roman durchsetzt und Stevens einmal mehr eine enttäuschende Leistung abliefert sobald er seinem Gegner nicht wehtun kann.

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3 Kommentare

  1. Arthur Abraham trägt 8oz!!!
    2. August 2013 at 12:24 —

    Ich favorisiere den US-Amerikaner leicht nach Punkten, doch wäre keineswegs überrascht, wenn sich Roman durchsetzt und Stevens einmal mehr eine enttäuschende Leistung abliefert sobald er seinem Gegner nicht wehtun kann…

  2. ghetto obelix
    2. August 2013 at 14:31 —

    Was will GGG mit so einem Gegner? Ich kenne ihn zwar nicht aber ob der viel länger stehen bleiben würde als Macklin?

  3. Lothar Türk
    2. August 2013 at 19:01 —

    GGG ist das Maß aller Dinge !

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