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Vorschau: Cory Spinks vs Sechew Powell

Wenn am Samstagabend in Missouri Cory Spinks und Sechew Powell in den Ring steigen, tun sie das beide um die Chance auf einen Rückkampf mit Cornelius Bundrage zu bekommen. Sowohl Spinks als auch Powell mussten ihre letzte Niederlage gegen “K9” Bundrage hinnehmen, und würden sich bei einem Sieg in dem Eliminator am Samstag einen erneuten Kampf um den IBF-Titel im Halbmittelgewicht verdienen.

Sechew Powell würde in dem Fall tatsächlich sogar schon zum dritten Mal gegen Bundrage antreten. Denn bereits im Mai 2005, als beide Boxer ungeschlagen waren, trafen die beiden aufeinander. Nachdem beide Boxer in den Anfangssekunden gleichzeitig zu Boden gegangen waren, gelang es Powell wenig später Bundrage erneut niederzuschlagen und nach nur 22 Sekunden und drei Niederschlägen war der Kampf vorbei und Powell Sieger durch KO in Runde Eins. Powell blieb in der Folge weiter unbesiegt bis er 2006 Kassim Ouma nach Punkten unterlag. Drei Siege, unter anderem ein guter Erfolg gegen Ishe Smith, folgten, ehe Powell seine zweite Profiniederlage kassierte. In einem Kampf, für den Powell im Nachhinein positiv auf Marihuana getestet wurde, stoppte Deandre Latimore ihn in sieben Runden. Es dauerte knapp zwei Jahre bis Powell die Chance zur Revance erhielt und Latimore in einem Eliminator der IBF knapp nach Punkten besiegte. Dies bescherte ihm die Titelchance gegen Cornelius Bundrage, wo Powell jedoch ganz schwach aussah und deutlich nach Punkten verlor.

Cory Spinks hatte ebenfalls eine seiner schwächsten Abende als Boxprofi als er mit Cornelius Bundrage im Ring stand. Der 33-Jährige, der von 2003 bis 2005 unumstrittener Weltegewichtschamp war ehe er im Rückkampf gegen Zab Judah verlor, enttäuschte in seinem zweiten Anlauf als IBF-Weltmeister im Halbmittelgewicht. Bereits in seinem ersten Kampf als 154-Pfunder sicherte er sich 2006 den Titel, als er Roman Karmazin auspunktete. Seine erste Titelverteidigung gegen Rodney Jones war eine leichte Aufgabe, doch der damalige Mittelgewichtschamp Jermain Taylor war 2007 in einem engen Kampf ein bisschen zu viel für Spinks, der für diesen einen Kampf eine weitere Gewichtsklasse hoch ging. Zurück im Halbmittel verlor der Sohn vom früheren Schwergewichtschamp Leon Spinks und Neffe des großen Michael Spinks seinen Titel dann an Verno Phillips. Ein Jahr später erhielt er jedoch die Chance den vakanten Titel zurück zu gewinnen und diese nutzte er mit einem unspektakulären, sehr knappen Sieg über Deandre Latimore. Doch dann kam die besagte erste Titelverteidigung gegen Cornelius Bundrage, in der Spinks alt und über den Berg wirkte.

Vielleicht liegt es daran, dass das Halbmittelgewicht im Moment als eine eher schwache und uninteressante Gewichtsklasse angesehen wird, vielleicht daran, dass sowohl Powell als auch Spinks selbst zu seiner besten Zeit als unumstrittener Weltergewichtschamp nie wirklich Publikumsmagneten waren, doch zur Überraschung vieler Boxfans wird der Kampf der beiden nirgendwo übertragen werden und nimmt selbst auf der Veranstaltung in Missouri nur den Platz eines Vorkampfes für einen Aufbaukampf von Cruisergewichtler BJ Flores ein. Für dieser Entscheidung spielten jedoch definitiv auch die Stile der beiden eine gewichtige Rolle. Denn weder Spinks noch Powell können wirklich als zuschauerfreundlich bezeichnet werden. Sie sind technische Boxer mit eher geringer Schlagkraft, insbesondere Cory Spinks, die von außen eine Art Schachspiel aufziehen und defensiv orientiert ein eher langsames Tempo aufziehen. Spinks war zu seiner besten Zeit sicherlich ein Level über Powell, doch die letzten Leistungen ließen stark zu wünschen übrig, und geben zu denken, ob Cory Spinks mit 33 Jahren nicht schon deutlich über seinen Zenit heraus ist, oder, was ich für wahrscheinlicher halte, dass er ein wenig die Motivation verloren hat das Beste weiterhin aus sich heraus zu holen.

Wenn beide an ihre letzten Kämpfe anknüpfen ist ein sehr langweiliger, unattraktiver Kampf zwischen zwei schwer auszurechnenden Rechtsauslegern zu erwarten, doch ich habe das Gefühl, dass Sechew Powell tatsächlich zu diesem Zeitpunkt der etwas Bessere der beiden ist. Der Unterschied ist nicht groß, wie auch die Kämpfe gegen gemeinsame Gegner wie Deandre Latimore und Cornelius Bundrage zeigen, doch ich glaube, dass allein die überlegene Schlagkraft von Powell gepaart mit seinen Reichweitenvorteilen den Ausschlag geben könnten, so dass Powell Spinks aus der Distanz ausboxen kann. Da beide zu Leistungsausreißern nach unten neigen, ist sicherlich alles offen, aber ich tippe darauf, dass Powell am Ende einen wenig spektakulären Kampf nach Punkten für sich entscheidet.

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1 Kommentar

  1. MainEvent
    28. Januar 2012 at 16:10 —

    ich drücke spinx jinx die daumen, er ist ein guter Clown!

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