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Vorschau: Claudio Marrero vs Jesus Marcelo Andres Cuellar

Im Co-Main Event von ESPN2s Friday Night Fights treffen diese Woche zwei Federgewichtspuncher aufeinander. Der ungeschlagene und hoch gehandelte Dominikaner Claudio Marrero hofft ebenso darauf den Interimsgürtel der WBA gewinnen zu können wie der erst einmal bezwungene Argentinier Jesus Cuellar. Dem Sieger könnte ein Titelkampf mit dem echten WBA-Champ Chris John winken.

Claudio Marrero gilt schon lange als eines der größten Boxtalente aus der dominikanischen Republik. Der 24-Jährige war ein Topamateur seines Landes bevor er 2010 zu den Profis wechselte, zu denen sein Stil noch besser zu passen schien. Seitdem hat er alle seine vierzehn Kämpfe gewonnen, elf davon vorzeitig. Richtige Weltklassegegner hatte er dabei zwar noch nicht vor den Fäusten, doch seine Kontrahenten aus der dritten Reihe des Federgewichts konnten ihn noch überhaupt nicht fordern. Im Mai 2012 trat er gegen Emmanuel Lucero in den Ring, der 2003 noch Manny Pacquiao in einem Titelkampf herausgefordert hatte, inzwischen aber zu einem Journeyman geworden war. Marrero gewann ungefährdet nach Punkten. Sein anderer ordentlicher Gegner war Juan Jose Beltran, den er anschließend im Juli boxte und in drei Runden stoppte. Der Kampf gegen Cuellar wird nun Marreros erster Kampf in diesem Jahr sein.

Auch Jesus Cuellar hatte noch nicht die absolute Elite der Gewichtsklasse vor den Fäusten, kassierte jedoch bereits seine erste und bislang einzige Niederlage, als er mit seinem bis dato besten Gegner im Ring stand. Im Oktober 2011 trat er gegen den ungeschlagenen Kolumbianer Oscar Escondon an und wurde in sieben Runden gestoppt. Escandon lieferte sich vor zwei Wochen mit Nehomar Cermeno einen engen Kampf, den er schließlich per Split Decision verlor, und bewies so, dass er zumindest zur zweiten Reihe im Federgewicht gehört. Ansonsten fehlen dem 26-jährigen Cuellar, der erst einmal früh in seiner Karriere außerhalb Argentiniens geboxt hat, jedoch gute Namen in seinem Kampfrekord, der allerdings mit 22 Siegen, von denen er 18 per KO feiern konnte, imposant wirkt.

Cuellar ist, ebenso wie Marrero, ein Rechtsausleger, der jede Menge Schlagkraft in seiner linken Geraden und seinem rechten Haken besitzt. Er boxt normalerweise aggressiv mit leicht überdurchschnittlich schnellen Händen, aber einer eher löchrigen Deckung. Gegen Oscar Escondon zeigte er, dass er auch das Distanzboxen im Rückwärtsgang beherrscht, auch wenn er sich dort am Ende auf der Verliererstraße wieder fand. Er besitzt zudem ein gutes Kinn und ist körperlich stark für die Gewichtsklasse.

Claudio Marrero ist, wie viele seiner dominikanischen Boxerkollegen, sehr athletisch begabt. Er hat schnelle Hände, gute Reflexe und zudem hervorragende Schlagkraft. Seine Überlegenheit gegen bisherige Kontrahenten hat ihm jedoch ein paar schlechte Gewohnheiten beigebracht. So hält er seine Deckung oft sehr tief und weicht den Schlägen des Gegners häufig nur durch Oberkörperbewegungen risikoreich aus.

Diese Angewohnheit könnte sich für Marrero gegen Topgegner mit schnellen Fäusten rächen. Doch ich bin mir nicht sicher, dass Jesus Cuellar der Gegner sein wird, der diese Schwächen ausnutzen können wird. Zwar wird er, wenn er klar durchkommen kann, mit seiner Schlagkraft definitiv gefährlich sein und Marrero auch stoppen können, doch ich befürchte, dass er etwas zu vorhersehbar und nicht schnell genug für den Dominikaner mit den guten Reflexen ist. Marrero hat ein gutes Distanzgefühl und schnelle Beine und sollte meiner Meinung nach in der Lage sein Cuellars Bomben größtenteils aus dem Weg zu gehen. Gleichzeitig dürften seine schnelleren Hände in der Offensive den Ausschlag geben, so dass er immer wieder Nadelstiche setzen könnte. Daher tippe ich auf einen Sieg für den Dominikaner, und glaube, dass der Kampf, obwohl von den bisherigen kombinierten 37 Kämpfen der beiden 30 frühzeitig endeten, gute Chancen hat über die volle Distanz zu gehen.

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