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Vorschau: Celestino Caballero vs. Jason Litzau

Celestino Caballero steigt am Samstagabend erneut eine Gewichtsklasse auf, wenn er im Vorprogramm zum Kampf zwischen Juan Manuel Marquez und Michael Katsidis gegen Jason Litzau antritt. Nachdem er in seinem vorletzten Kampf noch seine beiden Superbantamsgewichttitel verteidigte, stieg er in seinem letzten Kampf ins Federgewicht auf, wo die großen Kämpfe scheinbar auf ihn warteten. Der bis dahin ungeschlagene Daud Cino Yordan sollte nur die Vorstufe zu den großen Federgewichtlern wie Chris John, Juan Manuel Lopez, Yuriorkis Gamboa, Rafael Marquez, Israel Vazquez, Elio Rojas und Co werden, doch aus verschiedenen Gründen konnte sich solch ein Kampf nicht materialisieren. Stattdessen boxt er nun einen Kampf im Superfedergewicht, wobei seine Zukunft nichtsdestotrotz wohl erst einmal weiter im Federgewicht liegen wird.

Auffällig bei diesem weiteren Aufstieg ist vor allem, dass er nun immer mehr seine physischen Vorteile aufgibt, die er in den tieferen Gewichtsklassen immer besaß. Mit 1,80 Metern übertürmte er seine Gegner im Superbantamgewicht, und auch im Federgewicht ist er durchschnittlich 13 Zentimeter größer als die Titelträger dort. Mit Jason Litzau trifft er nun auf einen Gegner, der nicht nur beinahe seine ganze Karriere im Superfedergewicht verbrachte, sondern auch nur zwei Zentimeter kleiner als Caballero ist, und sogar einen kleinen Reichweitenvorteil ihm gegenüber besitzt.

Litzau machte sich früh in seiner Profikarriere einen Namen als ein Boxer, der stets aufregende Kämpfe lieferte. Trotz seines boxerischen Könnens und seiner großen Spannweite ließ er sich immer wieder in offene Schlagabtausche verwickeln, und bezahlte 2006 das erste Mal dafür, als ihn Journeyman Jose Andres Hernandez in der achten Runde KO schlug. Litzau war bereits in der ersten Runde am Boden gewesen, gewann danach jede Runde, wiederholte in der achten Runde aber seinen Fehler und konnte ihn dieses Mal nicht wieder gutmachen. Eine harte rechte Gerade fällte Litzau für den KO. Anderthalb Jahre später verlor er erneut und ging erneut KO. In seinem bislang einzigen Titelkampf unterlag er Robert Guerrero durch erneuten KO in der Achten. Dieses Mal war er allerdings auch nach Punkten deutlich hinten, hatte Guerrero ihm doch im ganzen Kampf keinerlei Platz gelassen und in der Nahdistanz auseinander genommen.

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Seinen vielleicht wichtigsten Sieg feierte Litzau in seinem letzten Kampf, als er Rocky Juarez, der bereits fünfmal um WM-Titel boxen durfte, durch eine technische Punktentscheidung nach sieben Runden bezwang. Litzau sah dabei so gut aus, wie vielleicht noch nie. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten beherrschte er den Kampf deutlich und boxte sehenswert aus der Distanz. Es schien so, als habe er endlich gelernt und nutzt nun endlich seine boxerischen Fähigkeiten und seine physischen Vorteile ohne sich dabei selbst in die Schusslinie zu begeben. Das ist vor allem deshalb nötig, da sein Kinn nicht gerade das Allerbeste ist, und Celestino Caballero hat durchaus ordentliche Schlagkraft, wenn er sie in einen Schlag hinein legt.

Caballero ist seit 2004 ungeschlagen, und ist in der Zeit zu einem Eliteboxer, auch gewichtsklassenübergreifend, gereift. Zwar erwischte er 2009 einen schwachen Tag in der Titelverteidigung gegen Jeffrey Mathebula, als er nur durch Split Decision gewann, doch ansonsten beherrschte er jeden Kampf seit seinem Titelgewinn 2005 jeden Kampf souverän. Den Höhepunkt bildete sicherlich die Titelvereinigung gegen den bis dahin ungeschlagenen Steve Molitor, den er in vier Runden eindrucksvoll stoppte.

Der Panamese schlägt unheimlich viel mit seinen langen Krakenarmen und punktet seine Gegner oft rein über die Aktivität aus. In seinem letzten Kampf gegen Yordan ließ er seine Fäuste in 12 Runde 1248-mal fliegen, was seinen Gegner in die Passivität zwang, so dass dieser nur zu gerade mal 379 Schlägen kam. Er ist zudem unorthodox und schlägt ungewohnte Kombinationen aus merkwürdigen Lagen. So ist er als Gesamtpaket schwer zu bezwingen, zumal er, wenn er mal hart getroffen wird, die Schläge auch durchaus gut wegstecken kann.

Und ich denke, das dürfte der Unterschied in diesem Kampf sein. Litzau scheint zwar besser zu sein als je zuvor, wenn man dem Juarez-Kampf Aussagekraft geben kann, doch die Anfälligkeit seines Kinns und seine Tendenz immer wieder zu offen zu agieren deuten meiner Meinung nach auf ein Disaster für ihn hin. Caballero könnte durchaus anfangs Probleme mit Litzau bekommen. Der US-Amerikaner hat wohl die schnelleren Hände, und Caballero muss sich daran gewöhnen mal nicht die längeren Arme zu haben. Litzau wird die nicht immer technisch einwandfrei ausgeführten Schläge von Caballero durchaus kontern können, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass sich Caballero dadurch von seiner Mission abbringen lassen wird. Die immens hohe Workrate Caballeros wird vermutlich Litzau zunehmend passiv werden lassen und Caballero wird nach Punkten davon ziehen. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Caballero irgendwann im Laufe des Kampfes einen Volltreffer ins Ziel bringen wird, der Litzau niederstrecken wird. Das könnte früh passieren, wie gegen Steve Molitor, könnte aber auch ein wenig dauern, wenn Litzau sich wachsam Caballeros Power gegenüber zeigt. Aber das wahrscheinlichste Resultat ist für mich eindeutig ein KO-Sieg für Celestino Caballero. Litzau ist ein sehr guter Boxer, aber ein eher mittelmäßiger Fighter, und Caballero wird es nicht zu einem Boxkampf, sondern zu einem Fight machen.

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