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Vorschau: Carl Frampton vs Raul Hirales

Zu einem Duell zweier ungeschlagener Superbantamgewichtler kommt es am Samstagabend in Nottingham im Vorprogramm von Bute gegen Froch. Der Nordire Carl Frampton will den vakanten interkontinentalen Gürtel der IBF gewinnen. Im Weg steht ihm dabei der unbekanntere Mexikaner Raul Hirales.

In Großbritannien gibt es schon seit längerem einen gewissen Hype um Carl Frampton, der dort als hoffnungsvolles Talent angesehen wird. Als einer der besten nordirischen Amateurboxer der letzten Jahre wurde er jedoch bislang relativ behutsam aufgebaut und noch keinen Härtetests ausgesetzt. Am beeindruckendsten war wohl noch sein Sieg über Kris Hughes. In diesem Januar stoppte er den Schotten in sieben Runden und verteidigte damit seinen Commonwealthtitel zum ersten Mal erfolgreich. Insgesamt hat Carl Frampton bislang alle seine dreizehn Profikämpfe gewonnen, neun davon vorzeitig.

Der Kampfrekord von Raul Hirales steht sogar bei 16 Siegen bei einem Unentschieden. Dieses kam gegen seinen wohl besten Gegner zu Stande. 2010 reichte es gegen den erfahrenen Fernando Vargas nicht zum Sieg. Ansonsten stechen in seinem Kampfrekord lediglich die extrem knappen Punktsiege gegen Charles Huerta und Enrique Bernache heraus.

Hirales ist ein ordentlicher Boxer, der stets den Vorwärtsgang sucht, Druck ausübt, und in typisch mexikanischer Manier gut zum Körper arbeitet. Er legt zwar stets ein solides Tempo hin, nimmt sich aber immer wieder zwischendurch seine Auszeiten in den Runden. Carl Frampton hingegen hat bisher als Profi gegen limitierte Gegner wenige Schwächen gezeigt. Er besitzt schnelle Hände, gute Reflexe, gute Schlagkraft und ist technisch gut ausgebildet. Viele Fans sehen in ihm einen zukünftigen Weltmeister und er scheint mir grundsätzlich alles ein wenig besser zu machen als Hirales.

Deshalb ist Frampton auch zu Recht Favorit. Die Buchmacher sehen den Nordiren jedoch als völlig überwältigenden Favoriten und geben Hirales im Grunde gar keine Chance, was sicherlich ein wenig übertrieben ist. Der Mexikaner ist noch ungeschlagen und mit Sicherheit der beste Gegner, den Frampton bisher vor den Fäusten hatte. Er ist zäh und wird mit Sicherheit nicht gleich nach den ersten Treffern einknicken, was ihn zu einem Härtetest lassen werden könnte, wenn Frampton nicht top vorbereitet auftritt.

Man darf davon ausgehen, dass Frampton den Test besteht, doch sollte nicht glauben, dass es unbedingt so einfach wird, wie es die sehr deutlichen Quoten der Buchmacher suggerieren. Auch wenn viele Fans und Experten Frampton sich schon mit der Weltspitze messen sehen, ist es noch ein langer Weg dahin für den talentierten 25-Jährigen, und der Kampf gegen Hirales ist ein Schritt nach oben auf ein Niveau, auf dem er sich am Samstag das erste Mal beweisen muss. Ein Punktsieg wird von ihm mindestens erwartet. Kann er Hirales sogar stoppen, was ich mir in den hinteren Runden gut vorstellen kann, wäre das sogar ein kleines Ausrufezeichen hinter seinen Ambitionen. Nach einem Sieg würde auf ihn wohl Europameister Kiko Martinez als nächstes warten.

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