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Vorschau: Carl Frampton vs Kris Hughes

Der 24-jährige Nordire Carl Frampton wird weitgehend als eines der größten britischen Talente derzeit gehandelt. Am Samstag verteidigt er London seinen Commonwealth-Titel im Superbantamgewicht gegen einen unangenehmen Gegner in Kris Hughes.

Als einer der erfolgreichsten nordirischen Amateurboxer der letzten Jahre wechselte Carl Frampton 2009 ins Profilager. Dort ist er in elf Kämpfen ungeschlagen, und gewann davon sieben vorzeitig, wurde dabei aber auch ein wenig verhätschelt, was die Qualität seiner Gegner anging. Zuletzt schlug er den Australier Mark Quon im Kampf um den vakanten Commonwealth-Titel, doch für einen so hoch gelobten Boxer fehlen bisher einfach die guten Gegner, die auch den derzeitigen Titel, der ein übliches Sprungbrett zu größeren Titeln darstellt, rechtfertigen würden. Während man in Großbritannien vor allem auf einen Kampf mit Scott Quigg, welcher nächste Woche seinen britischen Titel verteidigt, hofft, muss sich Frampton erst einmal der Herausforderung von Kris Hughes erwehren, welcher zwar auch noch kein wirklicher Topgegner ist, aber dennoch einige Schwierigkeiten mit sich bringt.

Der 24-jährige Schotte besitzt nach über fünf Jahren als Profi einen Kampfrekord von 15 Siegen und einer Niederlage. Letztere kam zustande, als er zuvor den Commonwealth-Titel gewinnen wollte. Hughes traf auf den erfahrenen Jamie Arthur, der Hughes zwar knapp, aber einstimmig nach Punkten besiegte. Ansonsten mangelt es Hughes absolut an vernünftigen Gegnern auf seinem Kampfrekord und Frampton ist mit großem Abstand der beste Gegner von ihm neben Arthur.

Die Probleme, die Hughes Frampton jedoch machen könnte, wurden schon direkt beim Einwiegen deutlich. Der Schotte ragt einen ganzen Kopf über Frampton und besitzt auch dementsprechende Reichweitenvorteile. Hughes hat bereits im Feder- und Superfedergewicht geboxt, und, als beide nebeneinander standen, sah es beinahe so aus, als würde mindestens eine Gewichtsklasse die beiden Briten trennen. Zudem ist Hughes Rechtsausleger und besitzt einen recht unorthodoxen Stil. Mit einem ähnlich unorthodoxen Gegner hatte Frampton in seinem zweitletzten Kampf so einige Probleme, auch wenn er am Ende gegen Robbie Turley gewann. Hughes hat zudem die Größe und Reichweite, die er mit einem ordentlichen Jab auch durchaus auszuspielen weiß.

Allerdings hat Kris Hughes noch etwas mit Turley gemeinsam, was diesen letztlich die Chance kostete Frampton vielleicht sogar überraschend zu schlagen. Hughes besitzt so gut wie gar keine Schlagkraft. Nur einen seiner fünfzehn Siege fuhr er durch KO ein, und er dürfte kaum die Power besitzen um Frampton zu beeindrucken, was auf Dauer in diesem Kampf sein größtes Problem werden könnte. Denn Frampton boxt normalerweise recht aggressiv und bevorzugt die Halbdistanz, wo er mit schnellen, harten Schlägen und einem guten Auge überzeugt. Solange Hughes ihn auf Distanz halten kann, wird es Frampton schwer haben, doch wenn dieser auf Dauer durch die Schläge des Schotten durch marschieren kann, ist es nur eine Frage der Zeit bis er ihn dauerhaft stellen kann. Und dann liegen alle Vorteile bei Frampton. Sobald er in seiner bevorzugten Schlagdistanz ist, feuert er sehr variable und präzise Salven zu Kopf und Körper ab und besitzt zudem den Dampf in den Fäusten um für Niederschläge oder den KO zu sorgen.

Framptons Schwäche ist sicherlich seine kaum vorhandene Deckung, so dass man davon ausgehen sollte, dass Kris Hughes vor allem in der Anfangsphase Erfolg genießen wird und sich aus der Distanz heraus ein paar Runden sichern können wird. Doch etwa ab der dritten oder vierten Runde erwarte ich dann, dass sich der Kampf langsam aber sicher dreht, und Frampton mehr und mehr die Zügel in die Hand nimmt. Er ist der talentiertere und schlichtweg bessere Mann, und das sollte sich trotz stilistischer Probleme auf die Dauer zeigen und auszahlen. Ich vermute sogar, dass er es in der Schlussphase des auf 12 Runden angesetzten Kampfes schaffen wird Hughes das erste Mal zu stoppen.

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