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Vorschau: Brian Viloria vs Omar Nino Romero III

Mehr als eine offene Rechnung haben Brian Viloria und Omar Nino Romero noch zu begleichen. Am frühen Sonntag treffen die beiden Fliegengewichtler in Manila zum bereits dritten Male aufeinander. Viloria, der seinen WBO-Titel dabei aufs Spiel setzt, möchte den ersten Sieg in der Trilogie feiern.

Die Rivalität der beiden begann im Jahre 2006. Ein Jahr zuvor hatte sich Brian Viloria zum WBC-Weltmeister im Halbfliegengewicht gekrönt und machte sich als ungeschlagener Boxer schnell einen Namen als absoluter Topmann der unteren Gewichtsklassen. Omar Nino Romero erschien zu diesem Zeitpunkt auf dem Radar von kaum einem Boxexperten. In Mexiko hatte er sich hauptsächlich gegen Niemande zu 24 Siegen, zwei Niederlagen und einem Unentschieden geboxt ehe er als Gegner in Vilorias zweiter Titelverteidigung herhalten sollte. Romero attackierte als krasser Außenseiter mutig, diktierte das Tempo und die Distanz, während Viloria überraschend zurückhaltend agierte. Am Ende von 12 Runden hatte Romero beinahe doppelt so viele Schläge wie Viloria abgefeuert und dabei auch viele gute Treffer gelandet. Dank seiner Aggressivität und der hohen Workrate gelang ihm somit die große Überraschung und der unerwartete Titelgewinn. Die Punktrichter sahen ihn verdient mit 118-110, 117-111 und 117-112 vorne.

Der schockierende Ausgang weckte das Verlangen nach einem Rückkampf, den es nur drei Monate später gab. Dieses Mal ging Viloria aggressiver zu Werke und erzielte zwei offizielle Niederschläge, doch gegen den nach wie vor unbequemen Mexikaner reichte dies trotzdem nur zu einem Unentschieden. Dass dieses später zu einem No Contest geändert wurde, lag daran, dass Romero hinterher bei einem Dopingtest dank Amphetaminen durchfiel. Romero wurde der Titel aberkannt und es dauerte vier Jahre, inklusive das Absitzen seiner Sperre, bis er den Titel zurück gewinnen konnte. Nach einem technischen Unentschieden im ersten Kampf schlug er Vilorias Landsmann Rodel Mayol 2010 nach Punkten. Den WBC-Titel verteidigte er ein Mal erfolgreich ehe er ihn überraschend an Gilberto Keb Baas verlor.

Viloria hatte unterdessen seine erste Titelchance nach dem No Contest mit Romero gegen Edgar Sosa vergeben ehe er 2009 Ulises Solis im Kampf um den IBF-Gürtel bezwang. Anfang 2010 unterlag er jedoch ein weiteres Mal sensationell, als ihn der krasse Außenseiter Carlos Tamara hinten heraus stoppte. Zuletzt feierte Viloria jedoch zwei überragende Siege gegen Julio Cesar Miranda und die vorherige Nummer Eins des Halbfliegengewichts Giovani Segura.

Brian Viloria hat eine gewaltige Rechnung mit Omar Nino Romero offen, und es scheint so, als wäre er an dem Punkt seiner Karriere angelangt, an dem er sie begleichen kann. Zwar schien er sein ewiges Talent auch schon in seinen ersten beiden Regentschaften zu erfüllen bevor es zu den katastrophalen Ausrutschern gegen Romero und Tamara kam, jedoch wirkte er selten so reif wie mit seinen mittlerweile 31 Jahren. Gegen Segura passte bei Viloria alles, und seine Beweglichkeit, Schnelligkeit und Schlagkraft bildeten eine perfekt aufeinander eingestimmte Einheit. Romero ist zweifelsohne weniger talentiert als Viloria, doch sein Stil passt wie die Faust aufs Auge zu Vilorias Stil. Der 35-jährige Mexikaner schlägt nicht besonders hart, dafür aber sehr viel. Zudem ist er stets top austrainiert und verfügt über eine hervorragende Kondition, viel Willen und auch solide Technik.

Man sollte nicht davon ausgehen, dass es Viloria plötzlich leicht fallen wird gegen Romero zu boxen, doch ich glaube, dass er sich genug entwickelt hat um dieses Mal den Sieg einzufahren. Er boxt inzwischen cleverer und hat in diesem Kampf sowieso in Sachen Schnelligkeit und Schlagkraft die Vorteile auf seiner Seite. Die großen Bedenken bei ihm sind immer, dass ihm am Ende des Kampfes die Luft ausgehen könnte, wofür er auch noch letztes Jahr gegen Miranda Anzeichen zeigte. Doch ich habe das Gefühl, dass es dieses Mal möglicherweise nicht einmal über die volle Distanz geht. Wenn Viloria aggressiv boxt, ist er, meiner Meinung nach, in der Lage Romero sogar zu stoppen. Der Mexikaner war im zweiten Kampf mit Viloria bereits zwei Mal am Boden, und musste auch zuletzt gegen den eher durchschnittlich punchenden Gilberto Keb Baas zwei Mal runter. Viloria ist hoch motiviert Revanche zu nehmen und scheint zudem derzeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu sein. Ich glaube, dass er überraschend dominant sein wird und Romero in etwa neun Runden stoppen kann.

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