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Vorschau: Brian Viloria vs Hernan Marquez

Im Fliegengewicht kommt es am Samstagabend zu einer seltenen Titelvereinigung, die von der Ansetzung her das Potenzial einer der Kämpfe des Jahres zu werden. Mit WBO-Weltmeister Brian Viloria und WBA-Weltmeister Hernan Marquez treffen zwei Weltklasseboxer aufeinander, deren Stile für einander gemacht zu sein scheinen.

Das letzte Mal dass zwei Titel im Fliegengewicht vereinigt wurden, liegt unglaubliche 49 Jahre zurück. In der bislang einzigen Fliegengewichtstitelvereinigung der Profiboxgeschichte schlug Hiroyuki Ebihara in 127 Sekunden Pone Kingpetch KO. Im direkten Rückkampf siegte Kingpetch knapp nach Punkten ehe er die WBA- und WBC-Gürtel an den Italiener Salvatore Burruni verlor. Dieser war bis heute der letzte Boxer, der zwei Titel gleichzeitig im Fliegengewicht hielt, da er im November 1965 den WBA-Titel abgeben musste.

Nun streben mit Brian Viloria und Hernan Marquez zwei Boxer diesen historischen Erfolg an, die diesem würdig sind. Das Ring-Magazin führt Hernan Marquez derzeit als Nummer Eins und Brian Viloria als Nummer Zwei im Fliegengewicht, nur hinter Champion Toshiyuki Igarashi. Beide haben bisher keine Herausforderungen gescheut und mit einigen der besten Boxer ums Fliegengewicht herum im Ring gestanden. Brian Viloria ergatterte schon vor mehr als sieben Jahren seinen ersten Halbfliegengewichtstitel durch einen Erstrundensieg über Eric Ortiz. Nachdem er diesen in seiner zweiten Titelverteidigung an Omar Nino Romero verlor und weder den Rückkampf gegen den gedopten Romero noch den Kampf um den vakanten Titel gegen Edgar Sosa gewinnen konnte, dauerte es bis 2009 ehe er erneut Weltmeister wurde. Zwei Kämpfe nach dem Titelgewinn gegen Ulises Solis musste er jedoch erneut den Titel herschenken, dieses Mal gegen den krassen Außenseiter Carlos Tamara. In der Folge stieg Viloria schließlich ins Fliegengewicht auf, wo er bislang unbesiegt ist. Gegen Julio Cesar Miranda gewann er den Titel, den er daraufhin zweimal erfolgreich verteidigte, zuerst gegen Giovani Segura, zuletzt bei seinem ersten Sieg im dritten Kampf über Omar Nino Romero.

Hernan Marquez hingegen brauchte bis zu seinem zweiten Titelkampf um sich Weltmeister nennen zu können, hat sich seitdem jedoch keine Blöße gegeben. Als er 2010 trotz einer Niederlage gegen Richie Mepranum einen Titelkampf mit Nonito Donaire bekam, war der Philippine noch zu viel für ihn, doch ein Jahr später stoppte „Tyson“ Marquez WBA-Weltmeister Luis Concepcion. Edrin Dapudong fiel ihm daraufhin zum Opfer bevor Marquez im Rückkampf mit Concepcion den Kampf bereits innerhalb einer Runde beendete. Zuletzt gelangen dem 24-jährigen Mexikaner die Revanche gegen Mepranum sowie ein überraschend enger Sieg gegen Fernando Lumacad bei einem Ausflug ins Superfliegengewicht.

Marquez ist ein absoluter Publikumsliebling aufgrund seiner aggressiven Art zu boxen, seiner Schlagkraft und dem Kämpferherz. Er ist technisch gut ausgebildet und besitzt recht schnelle Hände, die er vor allem in der Halbdistanz gut in Kombinationen fliegen lässt. Zudem besitzt er ein extrem gutes Kinn, was er vor allem gegen Nonito Donaire bewies, als er unzählige harte Treffer kassierte ehe seine Ecke ihn in der achten Runde nach dem zweiten Niederschlag aus dem Kampf nahm. Auch Luis Concepcion hatte ihn in ihrem ersten Kampf am Boden, konnte ihn jedoch nicht stoppen.

Auf der anderen Seite ist Brian Viloria eher ein Distanzboxer, der von extrem schnellen Händen lebt und ebenfalls tolle Kombinationen schlagen kann. Auch er besitzt jede Menge Schlagkraft gepaart mit Technik und Präzision. Zudem hat er starke Reflexe und scheint im Fliegengewicht seine richtige Gewichtsklasse gefunden zu haben, da er zuletzt besser als je zuvor in seiner Karriere boxte. In der Vergangenheit hatte Viloria Probleme mit seiner Kondition, was am offensichtlichsten gegen Carlos Tamara zu erkennen war, als er einbrach und in der zwölften Runde gestoppt wurde.

Vilorias Ziel muss es sein den Kampf auf Distanz zu halten, wo seine schnellen Hände und sein deutlicher Reichweitenvorteil zum Zug kommen. Es wird jedoch schwer sein den aggressiven Marquez davon abzuhalten in die Halbdistanz zu gelangen und dort seine höhere Workrate zu einem Faktor zu machen. Marquezs Rechtsauslage könnte dabei Viloria zusätzliche Probleme bereiten. Dennoch denke ich, dass Viloria, der meistens schnell in den Kampf herein findet, anfangs durchaus Erfolg haben wird. Mit der Zeit dürfte sich jedoch Marquezs Druck bemerkbar machen und der Mexikaner das Geschehen langsam übernehmen. Die Frage ist dann, ob Viloria am Ende noch einmal etwas draufzusetzen weiß oder ob er ähnliche Konditionsprobleme wie gegen Tamara aufweist. Ich persönlich glaube, dass er am Ende eines äußerst unterhaltsamen Gefechts noch einmal seine Klasse aufblitzen lassen kann um einen engen Punktsieg einzufahren. Bei der Klasse und der Schlagkraft der beiden ist jedoch auch jederzeit ein Paukenschlag und vorzeitiger Sieg drin.

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