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Vorschau: Beibut Shumenov vs Danny Santiago

Am Freitagabend möchte der Kasache Beibut Shumenov in seinem dreizehnten Profikampf seinen WBA-Titel im Halbschwergewicht zum dritten Mal erfolgreich verteidigen. Sein Gegner in Las Vegas heißt Danny Santiago und ist, nachdem Shumenov schnell dadurch auf sich aufmerksam machte, dass er enorm früh in seiner Karriere schon schwere Gegner boxte, bereits der zweite schwache Gegner in Folge für den 27-Jährigen.

Shumenov, der Ende 2007 ins Profilager wechselte, promotete sich selbst mit potenten Geldgebern im Hintergrund um möglichst schnell Weltklassegegner zu boxen und einen Titel zu erringen. Nach neun Monaten als Profi bezwang er im sechsten Kampf Ex-Weltmeister Montell Griffin, im achten Kampf stoppte er Ex-Weltmeister Byron Mitchell. In seinem nächsten Kampf im August 2009 visierte er dann den WBA-Gürtel von Gabriel Campillo an, verlor jedoch in einem engen Kampf zu Hause in Kasachstan überraschend nach Punkten. Es dauerte nur fünf Monate bis zum Rückkampf, der dieses Mal in Las Vegas stattfand, und den Campillo gnadenlos dominierte. In einem der skandalösesten Urteile der letzten Jahre wurden Shumenov allerdings der Sieg und der Titel geschenkt. Seine erste Titelverteidigung erledigte er gegen den bis dahin ungeschlagenen Vyacheslav Uzelkov, den er klar nach Punkten schlug, und zuletzt stoppte er Ex-Mittelgewichtsweltmeister William Joppy, der meilenweit über seinen Zenit hinaus ist, in sechs Runden.

Von Danny Santiago wurde nie Großartiges erwartet, und einzig allein sein Aufbau gegen sehr schwache Gegner sorgte dafür, dass er 2002 nach viereinhalb Jahren Profikarriere in 22 Kämpfen noch unbesiegt war. Daraufhin verlor er jedoch gleich zwei Kämpfe in Folge gegen durchschnittliche Gegner, beide vorzeitig. Dank eines Aufbaus gegen weitere willige Opfer sowie dank dem besten Sieg seiner gesamten Karriere, als er den als Talent gehandelten Elvir Muriqi KO schlug, erarbeitete er sich einen Titelkampf gegen Zsolt Erdei, welcher acht Runden benötigte um ihn zu stoppen. Noch im selben Jahr kam ein weiterer ungerechtfertigter großer Kampf für ihn. Dieses Mal stoppte der alternde Antonio Tarver ihn in vier Runden. Santiago stieg daraufhin anderthalb Jahre nicht mehr in den Ring und besiegte im Mai 2009 und im Mai 2010 noch einmal zwei mittelmäßige Gegner nach Punkten. Daher ist es schwer zu sagen, wie Santiago plötzlich wie von magischer Hand auf Rang 15 in den Halbschwergewichtsrankings der WBA gelandet ist, und was genau ihn für einen weiteren Titelkampf qualifiziert.

Abgesehen von seiner Inaktivität in den letzten Jahren ist der US-Amerikaner inzwischen auch schon 38 Jahre alt, und war sowieso nie auch nur annähernd gut genug um in Titelkämpfen mithalten zu können. Nicht eine Facette seines Könnens ist mehr als mittelmäßig, und einige sind unterdurchschnittlich. In allen seinen vier Niederlagen wurde er gestoppt, und sein Kinn ist ein großer Schwachpunkt. Beibut Shumenov hat ausnahmslos alle Vorteile auf seiner Seite. Er ist 14 Zentimeter größer als Santiago und der physisch deutlich stärkere der beiden. Shumenov hat deutlich mehr Punch und zudem schnellere Hände. Zwar ist er nicht der technisch stärkste Boxer, aber seine unorthodoxe Art macht ihn auch teilweise schwer auszurechnen. Seine Defensiv ist auch etwas lückenhaft, doch sein Kinn ist, auch wenn er schon zweimal als Profi am Boden war, anscheinend sehr solide.

Der Kampf kann eigentlich nur einen Sieger haben, eine komplette Anomalie außen vor gelassen, und es wäre schon enorm überraschend, wenn Beibut Shumenov diesen Sieg nicht auch vorzeitig in der ersten Hälft des Kampfes erlangt. Shumenov spielt, obwohl er für einen Weltmeister noch sehr viele Fehler macht, in einer komplett anderen Liga, und dürfte relativ früh in der Lage sein mit einem harten Schlag durchzukommen und Santiago bald darauf zu stoppen. Es würde mich überraschen, wenn Shumenov mehr als fünf Runden am Freitag zu arbeiten haben wird.

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1 Kommentar

  1. Tom
    29. Juli 2011 at 05:15 —

    Es ist mir ein Rätsel warum sich Shumenov ausgerechnet Santiago für seine Titelverteidigung ausgesucht hat,da hat er bessere Gegner in seinem kurzen Aufbau vor den Fäusten gehabt.
    Alles andere als ein kurzrundiger KO-Erfolg für Shumenov wäre eine kleine Sensation!

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